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Serie Menschen im Landkreis Neunkirchen - Claudia und Joachim Becker

SZ-Serie Menschen im Landkreis : Anderen zu helfen, das gehört sich so

In den sieben Städten und Gemeinden des Landkreises Neunkirchen leben 131 000 Menschen, 64 500 Männer und 66 500 Frauen (Info: Kreis). Und jeder von ihnen ist etwas ganz Besonderes. In dieser Serie stellen wir in lockerer Folge Menschen vor und das, was sie so besonders macht. Heute: Claudia und Joachim Becker aus Neunkirchen.

Im Landkreis Neunkirchen gibt es viele Projekte, die darauf abzielen, Menschen zu helfen, die sich nicht selbst helfen können. Viele Hilfsangebote wurden gestrickt und werden gut angenommen, wie zum Beispiel das Reparaturcafé im Komm-Zentrum. Mitbegründer des Hilfsunternehmens für gemeinsame Reparaturen aller Art inklusive einer Tasse Kaffee sind Claudia und Joachim Becker.

Becker ist studierter Betriebswirt und arbeitet als Projektleiter im IT-Bereich, was in den letzten Monaten hauptsächlich im Home-Office passierte. Seine Frau Claudia hat den Beruf der Industriekauffrau erlernt, blieb aber mit Geburt ihrer Kinder zuhause. „Ich habe gerne Leitungsfunktionen inne und fungiere als Zugpferd für Projekte und Aktionen, die ich wichtige finde“, erklärt der 60-Jährige und sieht dabei „sei losi Schniss“ als Vorteil. Hauptsächlich kümmert er sich darum, Netzwerke für das Reparaturcafé aufzubauen und dadurch auch Spender zu finden, die das soziale Projekt unterstützen. Claudia kümmert sich um die Organisation innerhalb des Projektes und der Reparaturtage, die einmal im Monat stattfinden. „Wir sind total überrascht, wie viele Leute zu den Reparaturtagen kommen. Auch in den letzten Monaten haben wir unglaublich viele Anfragen von Menschen, die Hilfe brauchen“, berichtet die 57-Jährige.

Als das Reparaturcafé aufgrund der ansteigenden Coronazahlen schließen musste, organisierte das Ehepaar kurzerhand eine „to Go Reparatur“ in ihrem Haus in Wellesweiler. „Wir konnten die Leute doch nicht im Stich lassen. Sie konnten ihre kaputten Sachen bei uns abgeben, wir haben sie an die Reparateure weitergeleitet und die Kunden konnten sie dann bei uns wieder abholen.“

Auch ein Sohn der Beckers arbeitet als ehrenamtlicher Reparateur für das Reparaturcafé, was die Eltern sichtlich freut. „Wir haben drei gesunde Kinder, wofür wir Gott sehr dankbar sind. Unser jüngster Sohn ist jetzt 20 Jahre alt, also habe ich mittlerweile auch viel Zeit für andere Dinge“, sagt die Wellesweilerin und erzählt, unter anderem, von ihrer ehrenamtlichen Arbeit im „Momentum - Kirche am Center“.

„Wir hatten wirklich viel Glück in unserem Leben. Ich habe 1999 eine schwere Wirbelsäulen-OP überstanden und danke Gott dafür. Es gehört sich so, dass man etwas an die Gesellschaft zurückgibt, wenn es einem selbst so gut geht“, ist die Meinung von Joachim Becker. Die beiden gebürtigen Neunkircher finden das Gemeindeleben sehr wichtig und unterstützen ihren Heimatort Wellesweiler, so gut sie können. Ob das nun beim Feuerwehrfest oder bei den Faschingssitzungen der KKW ist, Familie Becker nimmt sich Zeit für die Veranstaltungen und Projekte vor Ort. Außerdem ist der Betriebswirt auch Mitglied des Schützenvereins Eckersberger Schützengilde und engagiert sich, mit seiner Frau zusammen, in der Pfarrei St. Johannes.

 Claudia und Joachim Becker im Reparaturcafé. Dort gibt es immer eine ganze Menge zu tun.
Claudia und Joachim Becker im Reparaturcafé. Dort gibt es immer eine ganze Menge zu tun. Foto: Sibille Sandmayer

Vieles macht das Ehepaar zusammen und in Zeiten der Pandemie helfen sie auch ihren Nachbarn, die Unterstützung beim Einkaufen und anderen Dingen benötigen. „Ich glaube, wir haben beide ein ausgeprägtes Helfergen“, sagt Joachim mit einem Lachen im Gesicht und seine Frau stimmt ihm mit gleicher Freude zu, wenn sie sagt: „Es macht Spaß, sich nützlich zu machen und zu helfen. Das gibt einem einfach ein gutes Gefühl.“