Schwan in Furpach hat sich aus dem Staub gemacht

Kostenpflichtiger Inhalt: Schwäne in Furpach : Die große Flatter: Furpacher Schwan ist weg

Ende August ist er abgehoben, einer der beiden Höckerschwäne am Furpacher Weiher. Dort landen wird er wohl nie wieder.

Können Schwäne fliegen? Eine berechtigte Frage, sieht man die majestätischen Vögel doch selten in luftiger Höhe. Die Antwort: Sie können, tun es aber nur, wenn sie müssen. Es ist nämlich anstrengend, die bis zu 14 Kilo Körpergewicht durch die Luft zu bewegen. Zumindest trifft dies auf Höckerschwäne zu. Dennoch: Ein solcher ist Ende August am Furpacher Weiher abgehoben und nicht mehr zurückgekehrt. Warum er die große Flatter gemacht hat? „Das wissen wir nicht“, sagt Wolfgang Stemmler, Vorsitzender des Furpacher Heimatvereins. „Bei uns haben sich aber Anwohner aus Furpach und Kohlhof gemeldet, die den Schwan gesehen haben, als es über ihre Häuser geflogen ist“, fügt er hinzu. Zwar sei das sehr schade, aber wenigstens hätte diese Nachricht ein Ende der Spekulationen in sozialen Netzwerken bedeutet. Vom Schwanen-Diebstahl bis hin zum Schwanen-Mord war dort einiges zu lesen.

Zurückgelassen hat der oder die Flüchtige den Partner, der jetzt alleine auf dem Weiher seine Runden zieht. „Dessen Geschlecht lassen wir nun bestimmen. Je nachdem, können wir dann überlegen, ob wir wieder ein Weibchen oder Männchen zu ihm setzen“, erklärt Stemmler, der auch um die damit verbundene Problematik weiß. Es sei nämlich längst nicht klar, ob ein neuer Schwan überhaupt akzeptiert werden würde. Eine andere Alternative sei der Kauf eines Pärchens, das dann für Nachwuchs auf dem Weiher sorgen könnte. Aber darüber werden die Mitglieder des Heimatvereins erst noch beraten. „Vor dem Winter werden wird das ohnehin nicht mehr angehen“, erklärt Stemmler, dem der verbliebene Schwan längst ans Herz gewachsen ist. Tag für Tag geht er zum Weiher, um ihn mit einer besonderen Futtermischung aus dem Neunkircher Zoo zu verwöhnen.

Man möchte ihm seinen Verbleib in Furpach eben möglichst angenehm und schmackhaft machen, damit er nicht auch noch auf die Idee kommt, seine Flügel zu spreizen und für immer abzuheben.

Dass Stemmler bei der Fütterung immer mal wieder von Spaziergängern aufgefordert wird, dies zu unterlassen, freut ihn. Denn das zeigt, dass die Schilder am Weiher, die darauf hinweisen, die Tiere dort nicht zu füttern, bei den Besuchern ankommen. „Ich erkläre dann, was ich dort mache und komme so mit den Leuten ins Gespräch“, sagt Stemmler, der aber auch die Uneinsichtigen kennt. Die, die mit Brot und Brötchen zum Weiher kommen und die Enkel zur Fütterung ans Wasser schicken. Das mag zwar den Kleinen gefallen, schadet aber den Tieren. Daher seine eindringliche Bitte, dies zu unterlassen, zum Wohle der Tiere. Und damit sind nicht nur die Schwäne gemeint.

„Wir haben wieder über 20 Enten auf dem Weiher“, freut sich Stemmler. Deren Bestand war arg zurückgegangen, nachdem sich immer mehr Nilgänse am Furpacher Weiher niedergelassen und die heimischen Enten verdrängt hatten. Die Nilgänse seien nun zwar weiter geflogen – „bis auf zwei, die den Flug wohl nicht überlebt hätten“ –, würden aber im kommenden Jahr sicher zum Brüten nach Furpach zurückkehren.

Dann wird auch das Schwanenhaus auf der Insel stehen, das derzeit gebaut wird. Und wer weiß, sollte der flüchtige Schwan erfahren, dass in Furpach eine freistehende Immobilie mit Seeblick auf ihn wartet, vielleicht kommt er dann ja doch zurück.

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