Schon wieder ein Brandopfer in Neunkirchen

Immer wieder die Neunkircher Unterstadt : Neunkirchen: Viertes Brandopfer binnen kurzer Zeit

Erneut ist ein Mensch bei einem Brand in der Neunkircher Unterstadt ums Leben gekommen. Diesmal in der Bahnhofstraße.

Ein Todesopfer forderte am späten Mittwochabend ein Brand im Dachgeschoss eines Wohn- und Geschäftshauses in der Neunkircher Bahnhofstraße. Ein 63-jähriger Mann starb in seiner Ein-Zimmer-Wohnung. Nach den Ermittlungen der Polizei war er alkoholisiert und hatte durch Rauchen im Bett das Feuer verursacht. Er starb durch eine Rauchgasvergiftung, wie Polizei-Sprecher Georg Himbert auf SZ-Anfrage mitteilte. Binnen weniger Wochen ist dies das vierte Brandopfer in der Unterstadt. Bei einem Feuer in der Wellesweilerstraße Mitte Mai war eine dreiköpfige Familie gestorben. Das Haus dort wird abgerissen.

Beim Versuch, eventuell noch Menschen aus der Brandwohnung zu retten, zogen sich drei Polizeibeamte leichte Verletzungen zu. Die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen bekämpfte den auf ein Zimmer den begrenzten Brand schnell und verhinderte eine weitere Ausbreitung, so Feuerwehr-Sprecher Christopher Bernkert am Donnerstag. Vorerst ist das viergeschossige Gebäude nicht mehr bewohnbar, alle Bewohner konnten aber anderweitig unterkommen.

Zum Ablauf des Feuerwehreinsatzes: Gegen 22.45 Uhr wird am Mittwochabend Alarm für die Freiwillige Feuerwehr Neunkirchen ausgelöst. In einer Dachgeschosswohnung in der oberen Bahnhofstraße brennt es, es ist zu dem Zeitpunkt unklar, ob sich in der Wohnung noch Menschen aufhalten, so die Alarmmeldung für die Helfer. In schneller Folge rücken Einsatzfahrzeuge aus den Löschbezirken Neunkirchen-Innenstadt und Wiebelskirchen mit dem Ziel Bahnhofstraße aus.

Noch vor dem ersten Löschfahrzeug trifft ein Streifenwagen der Polizei vor Ort ein. Aus einem der Dachfenster des viergeschossigen Wohn- und Geschäftshauses dringt deutlich sichtbar Brandrauch, Feuerschein ist wahrnehmbar und kurz darauf schlagen auch Flammen aus dem Fenster. Die Polizeibeamten zögern nicht lange, eilen das Treppenhaus hinauf und versuchen noch Menschen aus der Brandwohnung zu retten. Doch im Dachgeschoss schlagen ihnen Rauch und Hitze entgegen, sie müssen kehrt machen. Auf dem Weg nach unten beginnen sie damit, das Haus zu evakuieren.

Zeitgleich trifft die Feuerwehr in der Bahnhofstraße ein. Weitere Feuerwehrtrupps unterstützen die Polizei bei der Evakuierung der nicht vom Brand betroffenen Wohnungen in dem Haus. Die vor dem Haus in Stellung gegangene Drehleiter der Feuerwehr Neunkirchen wird in der frühen Einsatzphase auch zur Menschenrettung genutzt. Deswegen wird von der Feuerwehr Ottweiler eine zweite Drehleiter angefordert, um parallel auch aus der Höhe heraus in der Brandbekämpfung wirken zu können. Am Ende bringen Feuerwehrleute und Polizisten 14 Menschen unverletzt ins Freie.

Die drei zuerst eingetroffenen Polizisten müssen sich aber mit leichten Verletzungen behandeln lassen und werden mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Schnell ist den vier durch Atemschutzgeräte geschützten Feuerwehrangehörigen klar, dass sie bei diesem Brand keine Menschenleben mehr retten können. In der Brandwohnung finden sie einen Toten auf. Das Feuer hingegen können sie schnell unter Kontrolle bringen und löschen, es an der Ausbreitung auf weitere Teile des Dachgeschosses hindern. Von den beiden eingesetzten Drehleitern aus wird von außen das komplette Dach kontrolliert, um eine Ausbreitung des Feuers auf die Dachkonstruktion gänzlich ausschließen zu können.

Nach der erfolgreichen Brandbekämpfung müssen in der Brandwohnung von der Feuerwehr Nachlöscharbeiten durchgeführt werden, um auch letzte Glutnester im Brandschutt aufzudecken und zu löschen. Parallel dazu wird mit mehreren vor der Haustür aufgestellten Überdrucklüftern der Brandrauch aus dem Haus hinausgedrückt. Für alle Hausbewohner können aber noch in der Nacht Notunterkünfte organisiert werden. Darum kümmert sich neben einer Mitarbeiterin des Rathauses auch Bürgermeister Jörg Aumann. Er ist genauso wie Landrat Sören Meng an die Einsatzstelle gekommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Zur Unterstützung der Einsatzleitung unter Wehrführer Stefan Enderlein kommen mit Kreisbrandinspekteur Michael Sieslack und Kreisbrandmeister Michael Schuh und Landesbrandinspekteur Timo Meyer auch weitere Feuerwehr-Führungskräfte auf Kreis- und Landesebene in die Bahnhofstraße. Bis spät in die Nacht hinein dauert der Einsatz in der Bahnhofstraße an, erst nach der Bergung des Leichnams können die letzten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr gegen 2.30 Uhr abrücken.

Noch im laufenden Feuerwehreinsatz nahm die Polizei ihre Ermittlungen zur Brandursache auf. In der Spitze befanden sich rund 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr im Einsatz. Aus der Neunkircher Wehr waren die Löschbezirke Neunkirchen-Innenstadt, Wiebelskirchen, Münchwies und Wellesweiler vor Ort. Auch Polizei und Rettungsdienst befanden sich mit zahlreichen Kräften im Einsatz.

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