Kooperation seit 2013 Schneeleo-Webcam im Neunkircher Zoo liefert jetzt Einblicke

Neunkirchen · Die Kameras übertragen auf www.NABU.de/leos-live aus der Schneeleo-Schlucht das Leben des Neunkircher Schneeleoparden-Pärchens Olaf und Luisa.

 Schneeleopard Foto: Heribert Brendel

Schneeleopard Foto: Heribert Brendel

Foto: Heribert Brendel

Schneeleoparden zählen zu den seltensten Großkatzen der Erde. Weltweit leben nur noch 4000 bis 6400 der gefährdeten Tiere. Um Naturfreunden die faszinierenden Schneeleoparden näherzubringen und auf ihre Gefährdung aufmerksam zu machen, hat der Nabu am Donnerstag im Neunkircher Zoo drei Webcams gestartet. Die Kameras übertragen auf www.NABU.de/leos-live aus der Schneeleo-Schlucht das Leben des Neunkircher Schneeleoparden-Pärchens Olaf und Luisa.

„Mit der Schneeleoparden-Webcam möchten wir vor allem Wissen über eine stark gefährdete, aber leider relativ unbekannte Tierart vermitteln“, erklärte Thomas Tennhardt, Nabu-Direktor Internationales, wie es in einer Pressemitteilung weiter heißt. „Die Zuschauer können die seltenen Schneeleoparden, die eigentlich so weit entfernt von uns leben, hautnah erleben, sie begleiten und verstehen lernen. Dies begreifen wir als Chance, über die beiden Neunkircher Schneeleoparden als Botschafter ihrer Art auf die dringliche Situation der freilebenden Schneeleoparden und ihre Schutzbedürftigkeit hinzuweisen“, so Tennhardt weiter.

In freier Wildbahn werden die scheuen Großkatzen, die in den kargen Hochgebirgen Asiens zuhause sind, vor allem wegen ihres schönen Fells, aber auch ihrer Knochen gejagt. Letztere sind beliebte Mittel in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Außerdem macht der Mensch ihnen und ihren Beutetieren zunehmend den Lebensraum streitig und es kommt immer wieder zu Konflikten mit lokalen Hirten. Daneben bedroht auch der Klimawandel ihren Lebensraum. Der Nabu setzt sich seit mehr als 20 Jahren nach eigenen Angaben erfolgreich für den Schutz von Schneeleoparden in freier Wildbahn ein und konnte bisher signifikant zu einem Rückgang der Wilderei beitragen.

Auch in Zoologischen Gärten sind Schneeleoparden relativ selten. In Deutschland gibt es insgesamt zwölf Zoos, in denen sie gehalten werden, darunter seit 2013 der Neunkircher Zoo. „Unser Zoo ist dem Nabu und seinen Schneeleoparden-Projekten schon lange verbunden und setzt sich mit seiner Teilnahme am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm (EEP) für Schneeleoparden ebenfalls für die Erhaltung der Art ein“, so Norbert Fritsch, Zoodirektor des Neunkircher Zoos, in der Pressemitteilung weiter. Ziel des EEPs ist es, in Zoologischen Gärten eine Reservepopulation von mindestens 200 genetisch möglichst unterschiedlichen Schneeleoparden zu bilden. Für genetische Vielfalt in Neunkirchen sorgt zumindest Luisa: Ihre Großmutter Dshamilja wurde in freier Wildbahn geboren und vom Nabu als Jungtier in Kirgistan aus den Händen von Wilderern befreit. Um ihr Leben zu retten, wurde sie nach Deutschland gebracht und gesund gepflegt.

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