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Arbeitsmarkt
Saisonal bedingt ist die Quote gestiegen

Kreis Neunkirchen. Die Agentur für Arbeit meldet für den Kreis Neunkirchen im Vergleich zum Vormonat eine höhere Zahl an Arbeitslosen.

Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Neunkirchen hat sich in den vergangenen vier Wochen saisonbedingt erhöht. Mit 5263 lag sie um 323 über dem Dezemberstand. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken (minus 803). Die Arbeitslosenquote lag bei 7,4 Prozent, 1,3 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. Die Zahl aller Arbeitsuchenden ist um 17 auf 9510 gesunken. Zu den Arbeitsuchenden gehören neben den über 5000 Arbeitslosen (bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldete Personen, einschl. Langzeitarbeitslose), unter anderem auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind und vom Jobcenter einen Aufstockungsbetrag zum Lohn erhalten sowie Beschäftigte oder Selbstständige, die eine andere Arbeitsstelle suchen.



In dem Anstieg zum Jahresbeginn sieht Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, in erster Linie eine Reaktion auf saisonale Einflüsse: „Der Hauptkündigungstermin zum Jahresende und das Auslaufen der befristeten Arbeitsverträge nach dem Weihnachtsgeschäft machten sich im Januar bemerkbar. Auch im Hotel- und Gaststättengewerbe gab es weniger zu tun, viele Außenarbeiten ruhten“, so Haßdenteufel. Insgesamt spricht der Agenturleiter von der saisontypischen Durchgangsarbeitslosigkeit, die mit der Frühjahrsbelebung wieder abgebaut sein sollte. „In der Regel handelt es sich hierbei für die Betroffenen um eine vorübergehende Arbeitslosigkeit. Wer qualifiziert ist und nah am Berufsleben steht, hat gute Chancen, rasch eine neue Beschäftigung zu finden. Gut ausgebildete Fachkräfte werden branchenübergreifend gesucht.“

Laut Arbeitsagentur ist die Beschäftigung in den letzten Jahren konstant gewachsen und die saarländischen Unternehmen melden dauerhaft viele Stellen. Für 2018 rechnet der Leiter der Arbeitsagentur daher mit einem weiteren Anstieg der Beschäftigung.

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Januar um 166 auf 1640 gestiegen, das waren 96 weniger als vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren 1015 Männer und 625 Frauen arbeitslos gemeldet. Bei den gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren ist die Arbeitslosigkeit zum Vormonat um 19 auf 193 gestiegen. Im Vorjahresmonat lag die Zahl um 13 niedriger. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50plus lag bei 670.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises Neunkirchen ist im Januar leicht gestiegen (plus 157 auf 3623). Damit lag sie um 707 unter dem Vorjahreswert. Die Zahl der arbeitslosen Jüngeren unter 25 Jahren lag im Januar bei 406. 919 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren 50 Jahre und älter. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen sind gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit 1565 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 43,2 Prozent. Die Unterbeschäftigung lag im Landkreis im Januar mit 7594 Personen um 570 unter dem Vorjahresniveau. In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind.



Im Januar haben die Unternehmen der Region 179 Stellen zur Besetzung gemeldet, über ein Drittel mehr als im Vorjahresmonat. Aktuell sind noch über tausend Stellen offen. Besonders viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden derzeit in der Zeitarbeit, im Gesundheits- und Sozialwesen, im Handel und im Baugewerbe gesucht. Auch das Gastgewerbe, das Verarbeitende Gewerbe und der Bereich der freiberuflichen/wissenschaftlichen/technischen Dienstleistungen haben Bedarf an Fachkräften.