Erfolgreiche Sängerin kommt im Herbst ins Saarland „Ich musste mich nie verbiegen“

Neunkirchen · Die Sängerin hat viele schöne Erinnerungen ans Saarland und kommt im Herbst während ihrer Tour nach Neunkirchen.

Pe Werner ist seit über drei Jahrzehnten erfolgreich im Musikgeschäft.

Pe Werner ist seit über drei Jahrzehnten erfolgreich im Musikgeschäft.

Foto: Sven Sindt

Seit über drei Jahrzehnten ist Pe Werner erfolgreich. Nach ihrem 1991 erschienenen Hit „Kribbeln im Bauch“ hat sich die Sängerin, Autorin, Songschreiberin und Kabarettistin genreübergreifend in den Bereichen Pop, Jazz und Chanson etabliert. Nun hat die 63-Jährige ihr neues Album „Vitamin Pe“ veröffentlicht und kommt auf ihrer aktuellen Tour am 12. Oktober nach Neunkirchen.

Das neue Album „Vitamin Pe“ ist für Sie in vielerlei Hinsicht etwas Besonderes. Was sind denn die Hintergründe dieser CD?

Pe Werner Während der Corona-Zeit ist die Idee entstanden, dass ich einmal die Lieder, die ich für andere geschrieben habe, selbst singen könnte. Zunächst hielt ich dies für eine Schnapsidee, aber dann habe ich meine Freunde gefragt. Und das Feedback war durchweg positiv. Daraufhin hat sich dieser Ansatz weiterentwickelt – und wurde zu einer einmaligen Gelegenheit, endlich einmal etwas in Ruhe aufzunehmen, vorzubereiten und die richtige Songauswahl zu treffen. Natürlich war ich aufgeregt. Ich habe mich gefragt, wie die anderen Künstler wohl darauf reagieren würden. Aber dann habe ich ihnen einfach zwei Vorab-Songs zugesendet. Und die Reaktion darauf war ebenfalls positiv. Also habe ich meine Lieblingssongs ausgesucht und überlegt, wen ich ins Studio einlade. Zudem habe wir darüber nachgedacht, wie die Songs klingen sollten: mit einem Orchester, im Big-Band-Sound oder/und eher jazzig?

Das Cover des neuen Albums ist ebenfalls kreativ.

Pe Werner Ja, das sollte auch kein Beauty Shooting sein. Ich fand die Idee eines KI-Porträts einfach interessant. Den Fotografen habe ich angerufen und später auch einmal privat getroffen. Und viele reagieren nicht nur gut auf die Musik, sondern auch auf dieses Cover.

Im Herbst geht es mit dem neuen Album auf Tour. Dabei darf ein Konzert im Saarland nicht fehlen, oder?

Pe Werner Ja, am 3. Oktober startet die neue Tour. Und am 12. Oktober werde ich in Neunkirchen auftreten. Am 13. Oktober feiere ich übrigens meinen Geburtstag. Also feiere ich dann in meinen Geburtstag hinein.
Ich wollte an meinem Geburtstag unbedingt Bühnenluft schnuppern – das ist für mich übrigens eine Premiere. Auf der Bühne fühle ich mich einfach wohl. Ich habe entzückende Fans. Ich werde bei meinen Weihnachtskonzerten mit Süßigkeiten überschüttet. Sollte ich irgendwann einmal nicht mehr singen können, werde ich vielleicht von ihnen wieder aufgepäppelt…(lacht).

Im Saarland sind Sie ja schon seit den Anfängen Ihrer Karriere immer wieder gerne aufgetreten.

Pe Werner Ich bin immer wieder gerne im Saarland. Aber einmal waren wir in Spiesen-Elversberg. Und dieses Konzert kam bei den Leuten irgendwie nicht gut an – dachte ich zumindest, weil immer wieder Schreie und Zwischenrufe ertönten. Das hat mich irritiert. Doch dann wurde mir erklärt, dass es sich um Menschen mit Beeinträchtigungen handelte, die einfach so reagieren, auch wenn ihnen die Musik gefällt. Plötzlich habe ich mich sehr gefreut – und dieses Erlebnis nicht mehr vergessen. Oder auch das Revue-Programm „Eine Nacht voller Seligkeit“. Damals habe ich davon acht oder neun Konzerte in Deutschland mitgeschnitten, um ein Live-Album aufzunehmen. Und am Ende waren es zwei Konzerte aus dem Saarland.

Werden Sie auf der kommenden Tour mit einer großen Band oder lieber in kleiner Besetzung auftreten?

Pe Werner Ich möchte bei meinem „Dream Team“ bleiben. Auch im Saarland standen so bereits einige tolle Konzerte an, unter anderem in Merzig. Im neuen Programm wird es auch wieder Mandolinen-Klänge geben. Und ich spiele Gitarre. Ich habe inzwischen festgestellt, dass meine Reichweite dann stärker ausgeprägt ist. Der Kontakt zum Publikum kann so besser hergestellt werden. Sobald Strom im Spiel ist, treten häufiger akustische oder technische Probleme auf. Man kann so viel auf der Bühne machen – auch oder gerade dann, wenn die Darbietung akustischer ist.

Wurden Sie eigentlich auch schon mal im Saarland inspiriert?

Pe Werner Ja. Früher hatte ich ein Notizbuch. Ich suche ständig und sammle. Inzwischen läuft dies ja digital ab. Manchmal nehme ich während einer Fahrt spontan eine Song-Idee auf. Leider vergesse ich das anschließend oft wieder (lacht). Und manchmal denke ich mir: Eigentlich bin ich ja fleißig. Aber im Vergleich zu Heinz Rudolf Kunze, der eigentlich immer arbeitet, bin ich wohl stinkfaul. Ich habe einige Schreibphasen, aber ich schreibe nicht täglich. Dennoch kann ich auf Knopfdruck kreativ sein, wenn ich es muss. Ich habe gelernt, dass ich meinem Talent vertrauen kann. Talent muss natürlich da sein – doch der Rest ist ein Handwerk: Arbeit. Fleiß.

Stört es Sie, dass sie auch nach mehreren Jahrzehnten von vielen als erstes mit Ihrem Hit „Kribbeln im Bauch“ in Verbindung gebracht werden obwohl Sie inzwischen so viele Lieder veröffentlicht haben?

Pe Werner Na ja, als ich damals den Vertrag unterschrieben habe, war ich bereits 28 Jahre alt. Daher war ich nicht so beeindruckt von dieser Entwicklung. Ich wusste nur, dass dieser Vertrag viel Arbeit bedeutet. Die Plattenfirma denkt natürlich ganz anders. Da heißt es eher: „Schreib doch noch solch‘ einen Titel!“. Und als ich dann das Album „Mondrausch“ geschrieben habe, war dies ein Einschnitt. Big-Band-Produktionen laufen eher seltener im Radio, weil sie nicht ins Format passen. Mich hat nie interessiert, was ich komponieren sollte, nur um in eine Schublade zu passen oder um jemanden zu gefallen. Ich musste mich nie für irgendjemanden verbiegen.

Welche weiteren Pläne haben Sie?

Pe Werner Ich werde mit dem Mann zusammenarbeiten, mit dem ich bereits meine „Zimt-Platte“ aufgenommen habe. Er hat ein Musical komponiert. Und ich soll das Libretto schreiben. Das ist für mich eine Herausforderung. Dies ist aber ein Projekt, das mehr als drei Wochen in Anspruch nimmt.