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Rallye
Kreim trotzt allen Wetter-Kapriolen

 Die Entscheidung: Fabian Kreim und Tobias Braun setzten im Skoda Fabia R5 am Samstagmittag auf der WP „Haupersweiler – Hoof“ die Bestzeit.
Die Entscheidung: Fabian Kreim und Tobias Braun setzten im Skoda Fabia R5 am Samstagmittag auf der WP „Haupersweiler – Hoof“ die Bestzeit. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Skoda-Pilot gewinnt bei Sturm und Regen die Saarland-Pfalz-Rallye rund um St. Wendel. Lokalmatador Griebel wird Zweiter. Von Frank Faber

Am Ende konnten ihn weder Sturm und Regen noch die Konkurrenten stoppen: Pilot Fabian Kreim aus Fränkisch-Crumbach hat sich am Wochenende den Gesamtsieg bei der ADAC Saarland-Pfalz-Rallye gesichert – und damit den Saisonauftakt der deutschen Meisterschaft gewonnen. Nach 131 Wertungskilometern kam der 26-jährige Skoda-Pilot mit einem Vorsprung von 26,8 Sekunden vor Marijan Griebel aus Hahnweiler ins Ziel auf dem St. Wendeler Schlossplatz. Für Kreims war es bereits der vierte Triumph bei der Rallye.


 „Ein traumhafter Start für uns in die neue Rallye-Saison. Es hat alles gepasst. Die Strecken waren schwierig, aber toll – und der Zweikampf mit Marijan spannend“, jubelte Kreim, der deutsche Meister von 2016 und 2017. Auch Lokalmatador Griebel war über Rang zwei nicht unzufrieden. „Um Fabian zu schlagen, hätten wir ein hohes Risiko gehen müssen. So haben wir das Auto heil über die Runden gebracht“, sagte er. Für ihn war die Rallye mehr ein Aufwärm-Training für die anstehenden EM-Läufe.

Dennoch wurde es zwischendurch richtig spannend: Nach fünf von insgesamt zwölf Wertungsprüfungen (WP) lag Kreim am Freitagabend nach der Lichterfahrt durch den Windpark Freisen mit 16,8 Sekunden vor Griebel. Am Samstagmorgen war die Strecke dann extrem nass, und Kreim rutschte auf WP 6 (Bosenberg) kurz in die Wiese. Griebel gab hinter ihm weiter Gas und war auch der Schnellste auf der Piste zwischen Haupersweiler und Hoof. Bis auf 10,5 Sekunden verkürzte der amtierende deutsche Meister bis zur Mittagspause den Abstand zum Titelträger von 2016 und 2017.



„Die Strecke ist sehr anspruchsvoll, es ist sehr schmierig, weil viel Dreck auf der Piste liegt. Aber Probleme hatten wir keine“, berichtete Griebel. Und die Aufholjgad ging weiter: Während der zweiten Bosenberg-Schleife fuhr Griebel bei widrigen Wetter- und Streckenbedingungen die dritte Bestzeit in Folge. 9,1 Sekunden lag er nur noch hintendran – und kurz kam richtig Spannung auf. Doch wie auf Knopfdruck konterte Kreim anschließend auf der Regen-WP zwischen Haupersweiler und Hoof sowie auf der knapp 20 Kilometer langen Prüfung Bächelshöfe. Mit einem Guthaben von 20,6 Sekunden rollte der Pilot aus Fränkisch-Crumbach danach entspannt zum St. Wendeler Stadtrundkurs. Dahinter hatte Griebel den Gesamtsieg schon abgeschrieben: „Ich will noch versuchen, eine Bestzeit zu fahren, für ganz nach vorne zu kommen, wird es wohl nicht reichen“. Auf den drei Kilometern in der Kreisstadt konnte er zwei Sekunden gutmachen. Mit der Bestzeit auf der abschließenden und später abgebrochenen Powerstage Bächelshöfe schnappte sich Kreim die maximale Punktzahl und unterstrich mit dem Gewinn der Saarland-Pfalz-Rallye seine Ambitionen als Favorit auf den DM-Titel. Den wird ihm Griebel nicht streitig machen. Nach seinem einzigen DRM-Lauf konzentriert er sich nun auf den Start der Rallye-Europameisterschaft. Platz drei belegte der Surheimer Hermann Gassner jr. (Hyundai).

Schnellster Saarländer wurde Marco Thomas (Nonnweiler) mit Beifahrer Rene Meier (Zwickau) im Citroen C2 Challenge auf dem  13. Gesamtrang. „Es war eine sehr anspruchsvolle Rallye nach einer langen Winterpause. Wir sind extrem happy“, so Thomas.

  König von St. Wendel: Kreim feiert auf dem Schlossplatz seinen Sieg.
König von St. Wendel: Kreim feiert auf dem Schlossplatz seinen Sieg. FOTO: ADAC/Saarland
  Marijan Griebel schneidet die Kurve auf dem Weg zu Platz zwei.
Marijan Griebel schneidet die Kurve auf dem Weg zu Platz zwei. FOTO: Mike Biehl