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Saar-FDP: Rot-Rot wäre „DDR light“ mit Lafontaine als Chef

Mit „Oli, Oli“-Rufen wurde Oliver Luksic begrüßt. Foto: Dietze/DPA
Mit „Oli, Oli“-Rufen wurde Oliver Luksic begrüßt. Foto: Dietze/DPA FOTO: Dietze/DPA
Neunkirchen. Landeschef Oliver Luksic hat sich beim Parteitag der FDP in Neunkirchen siegessicher für die anstehende Landtagswahl gezeigt. Udo Lorenz

So eine euphorische Stimmung wie auf ihrem Landesparteitag am Sonntag im Hofgut Menschenhaus in Neunkirchen hat die Saar-FDP schon lange nicht mehr erlebt: Landeschef Oliver Luksic wurde von den Delegierten und Parteianhängern im überfüllten Saal immer wieder mit "Oli, Oli"-Rufen sowie stehenden Ovationen gefeiert, als er vor einer Rot-Rot-Mehrheit im Saarland mit Signalwirkung auf den Bund warnte und hinzufügte: "Das wäre DDR light."

Wenn Rot-Rot im Saarland käme, würde Oskar Lafontaine mit Unterstützung seiner Frau Sahra Wagenknecht regieren, "nicht Frau Rehlinger", sagte Luksic. Zwischen der SPD-Spitzenkandidatin Anke Rehlinger und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) sah er zudem "inhaltlich fast keinen Unterschied".

Ungeachtet schlechter Umfragewerte, die den Saar-Liberalen aktuell nur zwischen drei und fünf Prozent Stimmen versprechen, gab sich Luksic beim heißen Wahlkampf-Countdown mit dem Slogan "Das neue Saarland" siegessicher: "Wir werden mit sechs Prozent in den Landtag kommen, und wir werden stärker als die Grünen." Eine Rechtsstaatspartei wie die FDP müsse zudem mindestens so stark werden wie die AfD.

Die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende Marie-Agnes Strack-Zimmermann sagte: "Hunderte Menschen sind neu eingetreten in die FDP." Die Saar-Wahl am Sonntag werde den Liberalen "wesentlich mehr Stimmen bringen als erwartet und Auftakt sein für ein Super-Jahr 2017 der Freien Demokraten". Das sei weder Zweckoptimismus noch Überschätzung, fügte FDP-Bundesgeneralsekretärin Nicola Beer hinzu.

Einstimmig verabschiedeten die Delegierten der Saar-FDP am Ende einen Wahlaufruf mit dem Titel "Das neue Saarland statt VerROTtung". Darin werden auch die inhaltlichen Hauptforderungen der Saar-FDP genannt: "Weltbeste Bildung für jeden statt Gleichmacherei", eine neue Gründerkultur mit Stärkung des Mittelstandes samt Bürokratieabbau sowie mehr Investitionen in marode Straßen und Brücken, aber auch für mehr Polizisten und Justizbeamte.

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