Rückblick auf die Ereignisse im Kreis Neunkirchen im April 2019

Kostenpflichtiger Inhalt: Kreis Neunkirchen: Rückblick auf den April 2019 : Ärger über Kennzeichen und Klimapolitik

Im April gingen erstmals in Neunkirchen Schüler auf die Straße zu einer Klima-Demonstration. In Ottweiler ärgerte sich der Bürgermeister über die Ablehnung des Kreistages, das OTW-Kennzeichen wieder einzuführen. Der Antrag fiel durch.

Es sind rund 200 junge Leute, die Anfang April in Neunkirchen auf die Straße gehen mit Pappschildern, Transparenten und Megaphon. Fridays-for-Future ist in der Kreisstadt angekommen. Wie in anderen Städten weltweit demonstrieren auch hier vorwiegend Schüler für eine schnelle und konsequente Änderung in der Klimapolitik. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandiert die Menge, die vom Oberen Markt über die Gustav-Regler-Straße ins Tal gekommen ist und auf dem Lübbener Platz ihre Abschlusskundgebung macht. Sie haben nicht nur Freunde, die Umweltbewegten. Mancher Bürger ist der Meinung, es ginge nur ums Schule schwänzen. Dem widerspricht Santino Klos, einer der Neunkircher Initiatoren, vehement. Und auch wenn 200 keine überwältigend große Zahl ist, findet Klos die erste Klima-Demo in der Stadt gelungen. Nicht nur er kündigt an: Der Protest wird weitergehen.

Ums Erinnern vergangener Gräuel geht es Gunter Demnig mit seinem Projekt Stolpersteine. Seine Gedenktafeln erinnern an Opfer der NS-Zeit im Boden vor ihrem letzten selbstgewählten Wohnort. In Illingen verlegt er Mitte April gleich 19 Stolpersteine. Fast 50 Angehörige von durch die Nazis verschleppten und ermordeten Illinger Bürgern jüdischen Glaubens sind nach Illlingen gereist für diesen Tag der Erinnerungskultur. Sie haben sich aus Frankreich, Luxemburg und auch den Vereinigten Staaten auf den Weg nach Illingen gemacht.

Ein Thema für Ottweiler Patrioten ist das „OTW“-Kennzeichen. Doch seine Rückkehr ans Autoblech ist im April erneut durchgefallen. Der Kreistag Neunkirchen lehnt einen entsprechenden Antrag mit einer Stimme Mehrheit ab. Landrat Sören Meng (SPD) verweist in der Sitzung darauf, dass ein diesbezüglicher Antrag bereits sieben Jahre zuvor im Kreistag keine Mehrheit gefunden habe und sich jetzt mit Ausnahme von Ottweiler alle Kreis-Bürgermeister gegen die Wiedereinführung von OTW ausgesprochen hätten. Das NK-Kennzeichen, befindet der Landrat, habe nach 45 Jahren seine Berechtigung und dürfe als Dachmarke für die Region gesehen werden. Der Ottweiler CDU-Bürgermeister Holger Schäfer ist über diese Entscheidung äußerst enttäuscht. Auf Facebook äußerst er sich so: „Lächerlich. Beschämend. Sprachlos!“

Ebenfalls im April startet der Verein Fit4Charity seinen ersten Nerd-Flohmarkt am Erlebnisort Reden. Es ist sozusagen ein kleiner Vorgeschmack auf die Fark an gleichem Ort. Auf dem Flohmarkt gibt es allerlei Kurioses. 2500 Besucher kommen, 2000 Euro für den guten Zweck springen bei der Veranstaltung heraus.

Ebenfalls in diesem Monat: Das Ensemble der Rocky-Horror-Show trägt sich ins Gästebuch der Stadt Neunkirchen ein. In der Neunkircher Betzenhölle laufen Dreharbeiten für einen saarländischen Tatort. Denn dort hat einer der neuen Kommissare laut Drehbuch seine – nicht einfache – Jugend verbracht. Weitere Drehtage dürften also kommen.