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Rathaus hat neue Ideen für Lübbener Platz und Keksdose

Das Corona-Hochhaus (links) hat den Eigentümer gewechselt. Jetzt soll auch der Platz davor neu gestaltet werden. Archivfoto: Spettel
Das Corona-Hochhaus (links) hat den Eigentümer gewechselt. Jetzt soll auch der Platz davor neu gestaltet werden. Archivfoto: Spettel
Neunkirchen. Sie wollen Video-Überwachung ausweiten. Haben Sie George Orwells 1984, einen Klassiker in Sachen Überwachungsstaat, gelesen?

Fried: Man muss einfach reagieren. Die Politik muss sich auf die äußeren Gegebenheiten einstellen. Mir persönlich gefällt das nicht. Je freier, desto lieber. Aber ich muss auch an die Neunkircher Bürgerinnen und Bürger denken. Unsere Image-Umfrage hat gezeigt, dass den Menschen das Thema sehr wichtig ist. Wenn sich die Zeiten ändern, kann man die Sache wieder anders betrachten. Aber derzeit müssen wir das tun, was wir können und dürfen. Der Staat muss in der Lage sein, seine Bürger zu schützen und Regeln durchzusetzen.


Neben der Sicherheit machen Sie sich für Stadtentwicklung stark, arbeiten an einem Imagewandel Neunkirchens. Wie wird die Stadt nach Ihrer Amtszeit, nach dem Sommer 2019 aussehen

Fried: Ich war neun Jahre Bürgermeister, bevor ich 2009 Oberbürgermeister der Stadt geworden bin. Ich kann deshalb einigermaßen beurteilen, wie sich die Stadtentwicklung gestalten muss. Mit Hilfe der Verwaltungs-Mitarbeiter und des Stadtrats ist die nördliche Innenstadt aufgewertet worden, um Neunkirchen wettbewerbsfähig zu machen. Stichwort: neue Urbanität für eine positive Entwicklung der gesamten Stadt. Wir müssen städtisches Leben interessant und attraktiv machen. In den vergangenen Jahren wurden von Privaten in der Innenstadt 200 Wohnungen gebaut. Stadtentwicklung ist nie abgeschlossen, aber in den kommenden Jahren sollten die Bliesterrassen fertig sein. Wir gehen jetzt auch den Lübbener Platz und die Keksdose an. Die Ideen dazu werden in nächster Zeit in die Gremien gehen. So wie es dort jetzt aussieht, bleibt es auf keinen Fall, denn das Corona-Hochhaus ist - wie das Ruffing-Stammhaus auch - an einen Investor verkauft. Wenn wir in dem Gebäude eine Verbesserung bekommen, soll auch das Umfeld stimmen. Was die Lindenallee betrifft, ist das Konzept fix und fertig, aber es gibt noch keine politische Einigung. Wenn wir über Stadtentwicklung reden, sind auch die Themen Arbeit und Kultur wichtig. In den vergangenen Jahren sind rund 2000 neue Arbeitsplätze entstanden. Wir bemühen uns um weitere Ansiedlungen, allerdings werden die freien Gewerbeflächen langsam knapp. Den Imagewandel Neunkirchens über ein breites Kulturangebot tragen die Neunkircher Bürger mit. Auch das hat unsere Image-Umfrage bestätigt. Das freut mich sehr. Im Übrigen sind Dinge wie das Musicalprojekt keine vom Bürger entrückte Kultur. Es ist von den Menschen der Region für die Menschen der Region. Alt, jung, arm, reich - viele unterschiedliche Menschen machen dabei mit.

Nochmal zum Sommer. Wie muss man sich Jürgen Fried an einem freien Wochenende daheim vorstellen. Auch mal am Schwenker wie Innenminister Bouillon? Oder mehr auf der Terrasse mit Pasta, Rotwein und Espresso, wie das von Fußball-Bundestrainer Jögi Löw gesagt wird?

Fried: Meine Frau hat am Stockweiher ein Ferienhaus. Wenn wir Zeit haben, sind wir dort. Und es gibt im Sommer viele Veranstaltungen, zu denen wir gehen.



Und der Schwenker?

Fried: Ich bin auch in der Lage zu schwenken, klar; und zwar am liebsten mit Buchenholz.