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Rathäuser bleiben an Fastnacht im Verwaltungsmodus

Was geschieht in den Rathäusern im Kreis Neunkirchen an Fastnacht : Es wird eine stille Fastnacht in den Rathäusern

Sturm der Narren fällt flach in Verwaltungssitzen. Rosenmontag bleiben Amtsstuben zu. Bis auf eine.

Alleh hopp, das Rathaus steht Kopp? In diesem Jahr ticken die Uhren in den Verwaltungen im Kreis Neunkirchen so gar nicht närrisch. Rathaussturm? Schlüssel abgeben? Zusammen ein paar Feierstündchen über die tollen Tage? Die Corona-Pandemie vermasselt es gründlich. Auch Online-Rathaus-Stürme können sich die meisten Verantwortlichen nicht vorstellen. Wie sollten die auch aussehen? Mit Schlüssel aus dem 3-D-Drucker? Die fünfte Jahreszeit, sie lebt vom persönlichen Miteinander. Ein paar freie Stunden an Rosenmontag soll es dennoch geben, heißt es in den Rathäusern des Kreises. Dann bleiben die Verwaltungen dicht. Wobei nicht alle sieben Kommunen es gänzlich gleich tun. Der Kreis hat eben auch seine gallischen Dörfer.

Der Neunkircher Oberbürgermeister Jörg Aumann, SPD, erläutert für die Dienststuben am Oberen Markt: „Es ist gute Tradition, dass das Rathaus am Rosenmontag geschlossen ist, so auch in diesem Jahr. Und gewohnte Praxis ist es auch, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Beitrag zu diesem freien Tag durch Abgeltung von Überstunden oder Urlaub leisten.“ In der Arbeitszeitverordnung für Beamtinnen und Beamten heißt es unter Paragraf drei Arbeitszeit: „Arbeitstage sind grundsätzlich die Wochentage Montag bis Freitag. Samstage, Sonntage, gesetzliche Feiertage, der Heilige Abend und Silvester sind dienstfrei. An Rosenmontag entfällt der Dienst, wobei die Hälfte der jeweils festgesetzten durchschnittlichen täglichen Arbeitszeit auszugleichen ist.“  Im Zuge der Gleichbehandlung werde dieses Recht auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisstadt Neunkirchen angewendet.

Gleiches gilt in der Stadt Ottweiler. Am Rosenmontag sind die Dienststellen geschlossen. Ansonsten, heißt es in der Pressestelle, gelten übliche Arbeitszeiten. Die freien Stunden an Rosenmontag seien auch ein Beitrag der Stadtverwaltung im Sinne der Familienförderung und damit der Kinderbetreuung. Pressesprecher Ralf Hoffmann fügt noch hinzu: „Für die Kinder und Jugend gibt es im digitalen Bereich und in den sozialen Netzwerken ein gutes Mitmachangebot.“ So fällt Fastnacht dann wenigstens für die Kleinen nicht ganz ins Wasser.

Eppelborn, Schiffweiler, Spiesen-Elversberg und Merchweiler halten an Rosenmontag die Verwaltungstüren ebenfalls geschlossen. An allen anderen Tagen vom Fetten Donnerstag bis Fastnachtsdienstag werde wie in der Vergangenheit regulär gearbeitet, erläutert Eppelborns Bürgermeister Andreas Feld (CDU). Er sagt weiter: „Unser Sturm auf den Big Eppel findet normalerweise immer am Samstagvormittag statt. Er muss in diesem Jahr leider ausfallen.“ Aus Schiffweiler heißt es bedauernd: „In diesem Jahr ist aufgrund der Corona-Pandemie leider einiges anders – so auch die Fastnachtszeit in der Gemeinde. In diesem Jahr wird es leider keinen traditionellen Rathaussturm geben – weder analog noch digital.“ Es werde also um die Fastnachtstage normal gearbeitet, da auch ein internes gemeinsames Zusammenkommen aufgrund der Kontaktbeschränkungen sowie Hygiene- und Abstandsregeln nicht möglich ist. Die Session und die Fastnacht spielten für die Gemeinde eine große Rolle. Bürgermeister Markus Fuchs (SPD) habe die Session im November zumindest noch im kleinen Kreis eröffnen können.

Und in Illingen? Auch geschlossene Türen? „Wir werden an Rosenmontag vormittags für unsere Bürgerinnen und Bürger in dringenden Fällen erreichbar sein“, lässt Bürgermeister Armin König verlauten. Den halben freien Tag für Beamte gebe es natürlich. Den klassischen Rathaussturm gibt es in der Gemeinde sowieso nicht. Illingen beweist immer mal wieder das Zeug zum kleinen gallischen Dorf, mithin auch an Fastnacht. König erwartet zudem, dass das närrische Volk an Rosenmontag abschätzt, wie das Wetter für den Umzug denn so ausschaue. Mails würden sicherlich hin und her gehen, auch wenn alles zwar nicht ins Wasser, aber dennoch flach falle in diesem Jahr. Und der Illinger Verwaltungschef zeigt sich optimistisch: „Im kommenden Jahr werden wir mit doppelter Kraft feiern.“

Bleibt die Frage, wie die beiden Städte im Kreis es mit der Übergabe der Amtsgewalt an die Narren halten. Ottweiler erläutert, in diesem Jahr gebe es keinen Rathaussturm. Weder mit körperlicher Präsenz noch digital. Die Stadt Neunkirchen hingegen beweist wie Illingen gallisches Blut. Die Pressestelle: „Bisher geplant ist eine Rede und Gegenrede leider ohne Publikum, um zumindest symbolisch die Flamme am Brennen zu halten.“