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Radfahren sorgt für Erfolgserlebnisse

Radfahren sorgt für Erfolgserlebnisse

Neunkirchen. Sie können es kaum erwarten, sich auf ihre Drahtesel zu schwingen und zueiner neue Tour zu starten. Für die acht Schüler der Fahrrad-AG heißt es einmal in der Woche: Aufsitzen und in die Pedale treten. Schon seit einigen Jahren gibt es die AG an der Neunkircher Biedersbergschule, der Förderschule geistige Entwicklung

Neunkirchen. Sie können es kaum erwarten, sich auf ihre Drahtesel zu schwingen und zueiner neue Tour zu starten. Für die acht Schüler der Fahrrad-AG heißt es einmal in der Woche: Aufsitzen und in die Pedale treten. Schon seit einigen Jahren gibt es die AG an der Neunkircher Biedersbergschule, der Förderschule geistige Entwicklung.Neu ist, dass diese Arbeitsgemeinschaft von dem Neunkircher Rad-Club Mistral begleitet wird. "Dass der Verein sich für die Förderschule öffnet, ist ein schönes Beispiel für gelebte Integration", sagt Schulleiterin Meike Duppé. Sie ist froh über das ehrenamtliche Engagement des Rad-Clubs. Auch, weil sie sieht, wieviel Spaß die Schüler bei den Touren haben. Neben der Freude am Radfahren, hilft die AG aber auch dabei, die Jugendlichen fit zu machen für ihr späteres Leben. "Auch ohne Führerschein können sie später mobil sein", sagt Duppé. Ihr Schüler Benjamin bestätigt prompt, dass das heute schon klappt: "Der Matthias kommt mich manchmal mit dem Fahrrad besuchen."

Matthias ist ebenfalls in der AG und auch privat gerne mit dem Drahtesel unterwegs. Damit im Straßenverkehr nichts passieren kann, haben die Schüler bei einem Fahrsicherheitstraining mitgemacht. "Das Verkehrsverhalten der Schüler ist vorbildlich", bestätigt auch Hans-Jürgen Sträßer, Vorsitzender des Rad-Clubs Mistral. Den Clubmitgliedern mache das Radfahren mit den Schülern viel Spaß.

"Beim Fahrradfahren ist es egal, ob man gut schreiben oder rechnen kann", sagt Sträßer, der selbst Vater eines geistig behinderten Sohnes ist, und spricht damit einen wichtigen Aspekt der AG an. "Durch sportliche Bestätigung gibt es Erfolgserlebnisse und die Jugendliche haben die Chance herauszustechen", sagt Duppé.

Die AG ist klassenübergreifend, die Mitglieder im Alter zwischen 13 und 17 Jahren. "Und ich bin der älteste Esel", scherzt Axel Dietschmann. Er ist es, der die Schüler auf ihren Radtouren gemeinsam mit Lehrern begleitet. Die Radtouren sind zirka 15 Kilometer lang. Bei schlechtem Wetter gibt es ein Alternativprogramm. "Wenn es regnet, bleiben wir hier", erzählt Sarah und Axel Dietschmann ergänzt: "Dann nutze ich die Gelegenheit und zeige den Schülern, was bei einem platten Reifen zu tun ist." Und das wiederum unterstütze die Selbstständigkeit der Jugendlichen, ergänzt Duppé.

Neben den wöchentlichen Touren gibt der Radclub den Schülern zusätzlichen Ansporn. Einmal im Jahr organisiert der Verein eine Special-Olympics-Radtour. Außerdem stehen 2013 in Kaiserslautern die Special-Olympics-Landesspiele an, bei der über 1000 Sportler mit geistiger Behinderung an den Start gehen. Duppé spielt mit dem Gedanken, ihre Schüler in der Disziplin Fahrrad anzumelden. Um den Nachwuchs in Sachen Fahrrad-AG muss sich die Schulleiterin keine Gedanken machen. Mit sehnsüchtigen Blicken stehen die jüngeren Schülern neben den schuleigenen Rädern und wollen auch mit auf Tour. "Wir bräuchten dringend noch kleine Räder", sagt Duppé. "Dann könnten wir vielleicht eine zweite Gruppe gründen."