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„Radfahren in der Stadt ist Stress“

„Radfahren in der Stadt ist Stress“

Beim Fahrradklima-Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, ADFC, landete Neunkirchen im Landesvergleich der Städte vorne (die SZ berichtete). Allerdings ist "vorne" in diesem Zusammenhang relativ. Die anderen Städte schnitten in der Beurteilung eben noch schlechter ab. In der bundesweiten Aktion belegt die Kreisstadt Platz 230 von 364 der fahrradfreundlichsten Städte dieser Größe. Die ADFC-Ortsgruppe der Stadt erläutert, 75 Neunkircher hatten an der Befragung teilgenommen.

Das alleine ist schon mal ein Erfolg. Wie ADFC-Kreissprecher Axel Birtel erläutert, waren es vor zwei Jahren bei der vorangegangenen Befragung so wenige, dass Neunkirchen nicht ausgewertet wurde. Im Durchschnitt geben die Neunkircher bei der aktuellen Befragung die Note ausreichend (3,91) für die Fahrradfreundlichkeit. Die Mehrzahl der Teilnehmer sagt, Radfahren bedeute in der Stadt Stress. Auffällig sind die schlechten Werte für die Reinigung der Wege und die Räumung bei winterlichem Wetter. Unzufrieden sind Neunkircher Radfahrerinnen und Radfahrer insgesamt vor allem mit dem Stellenwert des Radfahrens in der Stadt und mit dem Zustand der Infrastruktur, das heißt mit der Breite und Beschaffenheit der Radwege und der Rad-Abstellmöglichkeiten. Aber es gibt auch Lichtblicke: Radfahrer und Fußgänger kommen demnach gut aneinander vorbei. Auffällig ist nach Ansicht der Befragten auch die geringe Fahrrad-Diebstahlsquote im Stadtgebiet.

Birtel: "Fahrradfreundlichkeit ist ein wichtiger Standortfaktor für moderne Städte - deshalb macht es uns Sorgen, dass sich die Neunkircher auf dem Rad nicht wohler fühlen. Der Fahrradklima-Test zeigt bei anderen Städten, dass kontinuierliche Radverkehrsförderung auch honoriert wird und sich in einem guten Verkehrsklima niederschlägt."

Schon mit vergleichsweise kleineren Maßnahmen ließe sich die Situation deutlich verbessern, erläutert Birtel weiter, beispielsweise durch das Anlegen eines Radfahrschutzstreifens in der Fernstraße, Verbesserung der Umlaufsperre am Eisenbahner Tennisheim und beim weiteren Ausbau der Blies-Straße bis zum Kreisverkehrsplatz Fernstraße.