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Stadtrat bespricht städtebauliches Entwicklungskonzept
„Quartier Neunkirchen“ soll City aufwerten

Auch die untere Neunkircher Bahnhofstraße zählt zu dem Gebiet, das mit neuen Fördermitteln aufgewertet werden soll.
Auch die untere Neunkircher Bahnhofstraße zählt zu dem Gebiet, das mit neuen Fördermitteln aufgewertet werden soll. FOTO: Willi Hiegel
Neunkirchen. Neunkircher Stadtrat beschließt integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept um neue Fördergelder zu erhalten Von Marc Prams

Ganz so leicht kommt es einem nicht über die Lippen, das „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“, kurz ISEK, von dem künftig wohl eher unter seinem Beinamen „Quartier Neunkirchen“ die Rede sein wird. Besagtes Konzept war das zentrale Thema in der gestrigen Sitzung des Neunkircher Stadtrats. Karsten Schreiber von Isoplan-Marktforschung und Alexander Knoll von Agsta-Umwelt haben das Konzept im Auftrag der Stadt ausgearbeit und am Mittwoch vorgestellt. Dieses Konzept ist nämlich Voraussetzung für den Erhalt von Fördermitteln von Land und Bund, die in die nördliche Innenstadt fließen sollen.



Zum Hintergrund: Die Stadt Neunkirchen hat in einem Fördergebiet im Stadtteil Innenstadt in wechselnden Grenzen in den Jahren von 2000 bis 2017 im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ Maßnahmen zum Abbau städtebaulicher und sozialer Missstände durchgeführt. Das bisherige Programm „Soziale Stadt“ wurde allerdings im Vorjahr vorübergehend zum Abschluss gebracht. Nach wie vor besteht vonseiten der Stadt aber noch Bedarf, um nicht nur städtebauliche, sondern auch soziale Missstände zu beheben. Denn genau darauf zielt das Programm ab.

Die Innenstadt von Neunkirchen blicke auf eine umfangreiche Historie von Städtebaufördermaßnahmen zurück, hatte Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried bereits im Vorfeld erklärt. Förderprogramme, mit deren Hilfe man bereits eine Vielzahl von Aufwertungsmaßnahmen habe umsetzen können, die die Stadt aus eigenen Anstrengungen finanziell nie hätte bewältigen können. Nach dem Abklingen der Förderung aus dem Programm „Soziale Stadt“ habe sich 2017 die Möglichkeit eines Neustarts ergeben. Grundlage neuer Fördermaßnahmen sei das nun vorliegende ISEK. Und dieses ISEK begründe in beeindruckender Weise die Förderwürdigkeit des Untersuchungsgebiets Quartier Neunkirchen, mit dem die Innenstadt nördlich der Blies gemeint ist.

Karsten Schreiber von Isoplan-Marktforschung erklärte, dass die Finanzierung der einzelnen Projekte zu je einem Drittel von Bund, Land und Stadt geschultert werde, weswegen der Neunkircher Stadtrat gestern auch zunächst einmal zustimmen musste. Und dies auch tat. Somit ist der erste Schritt getan, um die nördliche Innenstadt weiter aufzuwerten. Denn dort, so Schreiber, kämen zu den baulichen auch viele soziale Probleme hinzu, „und das eine zieht das andere quasi weiter mit runter“. In marode Gebäude, in denen für wenig Miete gewohnt wird, wird auch kaum noch investiert, was zu einer anhaltenden Abwärtsspirale führt. So sollen mit den neuen Fördermitteln unter anderem Gebäude saniert, im Einzelfall auch erworben und abgerissen werden. Auch sollen Hausbesitzer Anreize erhalten, um ihre Gebäude wieder auf Vordermann zu bringen.

„Eine genaue Summe lässt sich dabei wegen der Vielzahl der Projekte, die jedes für sich geprüft und genehmigt werden müssen, nicht beziffern. Aber die Stadt erhofft sich mehrere Millionen an Förderung“, teilte Karsten Schreiber mit. Das Programm soll sich vorerst über zehn Jahre erstrecken.