Puppenstube aus den 50er Jahren

Illingen. Irgendwann in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts muss die Puppenstube von Claudia Biehler aus Illingen entstanden sein, da ist sich die Wahl-Saarländerin sicher. Denn schon 1960, damals war sie drei Jahre alt, war das vom Vater eigenhändig konstruierte Haus der ganze Stolz der gebürtigen Rheinhessin

Illingen. Irgendwann in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts muss die Puppenstube von Claudia Biehler aus Illingen entstanden sein, da ist sich die Wahl-Saarländerin sicher. Denn schon 1960, damals war sie drei Jahre alt, war das vom Vater eigenhändig konstruierte Haus der ganze Stolz der gebürtigen Rheinhessin.Freilich besitzt die Illingerin damit nicht die älteste Puppenstube im Landkreis Neunkirchen, doch nimmt die Miniaturwohnung seit jeher einen besonderen Stellenwert für die gesamte Familie ein: Nachdem Claudia Biehler selbst bis zu ihrem zwölften Lebensjahr vernarrt in die Stube war, verbrachten ihre beiden Töchter unzählige Stunden mit der Puppenbehausung. Mittlerweile ist die gemütlich eingerichtete Zweizimmerwohnung zum Lieblingsobjekt der drei Enkelkinder der Illingerin avanciert.

In der aus Schlafzimmer und Küche bestehenden Stube findet heute sogar eine Puppengroßfamilie Platz. Da lässt es die Einrichtung weder an einem großen Kleiderschrank, mehreren Kinderbetten, Miniaturgeschirr oder Schaufel und Besen vermissen. "In der Küche steht ein kleines Milchkännchen, das ich früher immer mit zum Milchladen genommen habe", erinnert sich Claudia Biehler.

Im Laufe der Jahre wurde dabei zu Weihnachten die Einrichtung der Puppenstube stets reichhaltiger. So gesellten sich zur Küchenausstattung bald eine Spüle sowie ein kleiner Ofen hinzu, auf dem Wasser und Milch erwärmt werden konnten. Auch für handfeste Puppennahrung wurde bestens gesorgt: "Mein Vater hat zum Beispiel ein kleines Brot aus Gips modelliert", erzählt Claudia Biehler. Und da auch eine Wohnung im Miniaturformat die Zeit nicht ganz ohne Abnutzungserscheinungen übersteht, scheute der heute 83-jährige Vater keine Mühen, und stattete die Puppenstube regelmäßig mit neuen Tapeten und Böden aus. "Zu Weihnachten baut er dann für unsere beiden Enkel eine Holzkutsche mit Pferd, für unsere Enkelin zwei Holzbetten für ihr Barbiehaus", verrät die Illingerin.

Sorgen darum, dass das Familienerbstück bei ihren Enkelkindern außer Mode kommen könnte, macht sich Claudia Biehler jedoch keine. Denn die Puppenstube ist und soll für die Kleinen stets der Höhepunkt bleiben, wenn sie der Großmutter einen Besuch abstatten. eib

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