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Projekt Bliesterrassen geht weiter

Projekt Bliesterrassen geht weiter

Der künftige Buswarteplatz ist fast fertig. Der Weg am Nordufer der Blies zu den neuen Sitzgelegenheiten frisch asphaltiert. Damit kann es bald losgehen am Südufer mit dem nächsten Bauabschnitt.

Ein paar Tage Gedröhne und Staub, die alten Steine raus - jetzt ist die Verbindung zwischen den neuen Neunkircher Bliesterrassen und dem Taubenhaus frisch geteert. Eine helle Deckschicht, erläutert das Rathaus, kommt noch obenauf. Die Arbeiten für einen behindertengerechten Zugang zu den Terrassen kosten rund 15 000 Euro. Und auch der künftige Buswarteplatz (rund 390 000 Euro) an der Gustav-Regler-Straße ist fertig. Ab Montag, 3. April, wird er genutzt anstelle des Platzes in der Lindenallee. Damit sind die Weichen gestellt für den nächsten Bauabschnitt der Bliesterrassen.

Im Stadtrat haben die Fraktionen am Mittwoch in ihren Haushaltsreden (die SZ berichtete) lobende Worte gefunden für das, was an der Blies geschieht. Sozialdemokrat Thomas Baldauf etwa, der zum ersten Mal als Vorsitzender seiner Fraktion den Haushalt am Rednerpult würdigte, sprach von einem Leuchtturmprojekt, dessen erster Bauabschnitt (die Sitzanlage am Nordufer) von der Bevölkerung sehr gut angenommen werde. Spätestens ab Sommer, fügte er hinzu, solle es auf dem angrenzenden Lübbener Platz und Stummplatz kostenlosen Internetzugang geben.

Je wärmer die Tage, umso mehr Menschen sind auf der neuen, rund 90 Meter langen Terrasse zu sehen. Gestern um die Mittagszeit: über 50 Leute, Jung und Alt, sitzen auf Bänken und Stufen. Eine junge Blieskastelerin, gerade in der Mittagspause: "Das ist perfekt. Ich kann hier die Sonne genießen und abschalten." Gerhard Zimmermann aus Wellesweiler, ein kleines Radio neben sich, ist voll des Lobes: "Wenn ich in der Stadt bin, komme ich gerne hierher, um ein bisschen zu verweilen." Der 59-Jährige ist öfter in der City, er findet die Bliesterrassen sehr positiv. Seine Sorge: Sollten im Sommer in der neuen Erholungsoase Partys gefeiert werden, könne es dort schnell übel aussehen. Er hofft auf die Citywache, damit das Gelände seine Attraktivität behält. Weiter unten, direkt am Wasser, eine ganze Klasse angehender Heilerziehungspfleger der Lebenshilfe. Matthias Escher, 21, fällt ein knappes und konträres Urteil zu der Anlage: "Schlecht." Klar, es ließe sich gut dort sitzen, aber Menschen mit Behinderung, Rollator oder Kinderwagen müssten einen weiten Weg nehmen, wenn sie den frisch geteerten Weg nehmen sollen. Sein gleichaltriger Mitschüler Manuel Pirmann stimmt ihm zu. Lehrerin Silke Brenner ist das erste Mal auf den Bliesterrassen. Das Areal sei schön angelegt, aber der Verkehrslärm der Lindenallee störe. Das kennt die Saarbrückerin aber auch vom Staden in der Landeshauptstadt. Und klar, der Landesverband der Lebenshilfe oben auf der Promenade und darunter kein behindertengerechter Zugang? Nicht toll. Barrierefrei direkt hinter der Willi-Brandt-Brücke in der Norduferstraße hinunter ans Wasser, das fänden die Schüler gut.

Vergangenen Oktober sind die Terrassen, rund 2,3 Millionen Euro teuer, eingeweiht worden. Das "Schlüsselprojekt der Stadtentwicklung" (Oberbürgermeister Jürgen Fried) zwischen Lübbener Platz und Willi-Brandt-Brücke kann jetzt die nächste Etappe nehmen. Ende Juni, Anfang Juli rücken die Bagger am Südufer an. Hinter der provisorischen Spundwand werden 8000 Kubikmeter Erde abgetragen. Die Planungen sehen vor, das Areal so zu formen, dass die Neunkircher und ihre Gäste über mehrere Terrassen hinab bis direkt ans Wasser gelangen (abgesehen von der untersten Stufe behindertengerecht). Auf den Freiflächen entsteht Raum für Bewegung und Spiel. Die voraussichtlichen Kosten für diesen Part belaufen sich auf rund 2,95 Millionen Euro. Bund, Land und Kommune leisten starke finanzielle Unterstützung, die Stadt selbst ist mit zehn Prozent im Boot. Fertig soll dieser Bauabschnitt im Spätsommer 2018 sein. Die Blies soll erlebbar werden und Erholung bieten, so hat es OB Fried formuliert. Kritik bekommt er nur in Sachen Barrierefreiheit.