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Fahrradfrühling
Prävention, bei der man aus der Puste kommt

Auch in diesem treten die Teilnehmer der 26 Kilometer langen Radtour wieder in die Pedale.
Auch in diesem treten die Teilnehmer der 26 Kilometer langen Radtour wieder in die Pedale. FOTO: Ruppenthal / rup
Neunkirchen. Der 21. Fahrradfrühling im Landkreis steigt in diesem Jahr an zwei Aktionstage Anfang März. Auf die Teilnehmer wartet wieder ein rundes Programm. Von Anja Kernig

Früher Vogel fängt den Wurm nicht irgendwo, irgendwann, sondern ganz konkret am 10. März auf dem Stummplatz. Der Piepmatz heißt in dem Fall Kreisverkehrswacht (KVW) Neunkirchen. Und das Würmchen? Da musste Geschäftsführer Hans-Jürgen Maurer beim Pressegespräch etwas weiter ausholen: „Ich finde es klasse, dass der Termin des Neunkircher Fahrradfrühlings diesmal so früh im Jahr ist“, betonte er. Gerade zu Beginn der Radsaison kommt es immer wieder geballt zu Verkehrsunfällen. Dem könne man mit dieser Kombi-Veranstaltung vielleicht ein Stück weit vorbeugen. Maurers wichtigste Botschaft: „Helm tragen ist lebenswichtig.“ Wer mit dem Rad stürzt, riskiert aufgrund der Fallhöhe und der Geschwindigkeit immer eine Schädelverletzung – so tragisch wie leicht zu vermeiden.


Schon zum 21. Mal laden die KVW und ihre treuen Unterstützer zum Fahrradfrühling ein. Neu erfunden werden musste hierfür nichts mehr. Vielmehr werde man „in bewährter Manier“ vorgehen, betonte Vorsitzender Michael Görlinger. Zum Auftakt verblüfft „Verkehrszauberer“ Tommy Morgan am Montag, 5. März, die jüngsten Verkehrsteilnehmer mit magischen Tricks in der Reithalle. „Sein Programm ist das Beste, was am Markt ist “, schwärmte Maurer. Bei Teil zwei handelt es sich um besagte Open-Air-Veranstaltung in der City am Samstag drauf. Los geht’s um 9 Uhr, gegen 15 Uhr ist erfahrungsgemäß die Luft raus. Dann sind die Zweiradfahrer froh, nach Hause unter die heiße Dusche zu kommen.

Wobei ein Besuch auch ohne Drahtesel lohnt. Neben Brillen Böhnert, dem Radhaus Simon, der Stadt mit ihrem Kindermitmachprogramm und der hochwichtigen (O-Ton Görlinger) Grillbude der Firma Biegel wird auch die Feuerwehr wieder dabei sein und Schwindelfreien mittels Hubbühne einen einmaligen Blick von oben aufs Geschehen ermöglichen. Wie gut sie ihr Fahrzeug beherrschen, können Mädchen und Jungen beim Geschicklichkeits-Parcours unter Beweis stellen. Auf der Bühne sorgt die junge Neunkircher Band Ligthsight für Stimmung.

Hauptattraktion bleibt dennoch die knapp 26 Kilometer lange Radtour über Wellesweiler, Furpach und zurück durch den Kasbruch. Der Startschuss fällt um 11 Uhr, im besten Falle durch den Schirmherrn, Oberbürgermeister Jürgen Fried. „Wenn man sich das Streckenprofil anschaut, könnte man meinen, in der Mitte gibt es eine fürchterliche Bergwertung“, witzelte Görlinger. Mit einem Prozent Neigung fällt diese Etappe auf dem Kohlhof allerdings sehr moderat aus. „Wir haben bewusst eine familienfreundliche Strecke gewählt.“ Jeder der traditionell mit T-Shirt, Bretzel und Obst bedachten Teilnehmer – im Vorjahr waren es 128 zwischen drei  und deutlich über 80 Jahren – nimmt an einer Verlosung im Anschluss teil. Deren begehrter Hauptpreis ist ein von der AOK gesponsertes Fahrrad. Aber auch die Bratwurst-Gutscheine kommen immer bestens an, weiß Maurer.

Noch einen extra Bonus steuert der Wellesweiler Arbeitskreis für Geschichte, Landeskunde und Volkskultur bei: Zum einen kann man am Junkerhaus Rast machen und sich an einem Feuer in der Schmiede aufwärmen. Zum anderen denkt sich Vorsitzender Hans Günther Sachs wieder ein paar mehr oder weniger knifflige Fragen für den „Heimatquiz – Beobachtungen am Fahrbahnrand“ aus. Zu gewinnen gibt es Sachs’ Postkartenbuch oder eine von drei Geldprämien. Dass vom Fahrradfrühling letztlich alle profitieren, daran zweifeln die Veranstalter sowieso keine Sekunde: Prävention macht schließlich immer Sinn – auch wenn der frühe Vogel diesmal vielleicht ein bisschen fröstelt.