Positive Signale fürs Kraftwerk

Bereits im vorigen Jahr wurden die Fernwärme-Lieferverträge zwischen dem Betreiber der Müllverbrennungsanlage in Neunkirchen und der KEW bis Ende 2018 verlängert. Jetzt stehen die Zeichen auf eine längerfristige Einigung.

In Sachen Neunkircher Fernwärmeversorgung zeichnet sich eine Lösung ab. Bislang stammen rund zwei Drittel der von der Kommunalen Energie- und Wasserversorgung (KEW) vermarkteten Fernwärme aus der thermischen Verwertung von Müll. Jährlich werden rund 150 000 Tonnen Müll im Abfallheizkraftwerk (AHKW) an der Neunkircher Westspange verbrannt. Heraus kommen 53 000 Megawattstunden Strom und 22 000 Megawattstunden Fernwärme. Laut KEW-Vorstand Werner Spaniol können durch das Kraftwerk 20 000 Haushalte mit Strom und rund 1500 Haushalte mit Fernwärme versorgt werden. Den Rest der vermarkteten Fernwärme bezieht die KEW von Saarstahl.

Der Entsorgungsverband Saar hat lange angekündigt, ab Ende 2016 keinen Brennstoff, also Müll, mehr nach Neunkirchen zu liefern. Die Betreibergesellschaft der Anlage, die EEW mit Sitz im niedersächsischen Helmstedt, muss also Entscheidungen treffen. Bereits im Oktober 2015 waren die Fernwärmelieferverträge mit der KEW bis Ende 2018 verlängert worden. Selbst wenn der Müll ausbleiben würde, wäre das Unternehmen mittels Ölfeuerung noch in der Lage, die Fernwärmelieferungen aufrecht zu erhalten. Diese Notwendigkeit schien bereits 2015 unwahrscheinlich, hatte die EEW sich doch ausdrücklich zu ihrem Standort an der Blies bekannt. Man beabsichtige, "das AHKW Neunkirchen dauerhaft und auch nach 2016 weiter zu betreiben", teilte EEW-Pressesprecher Alexander Hauk im Oktober mit. Aufgrund geschlossener Verträge, laufender Absprache und an das Unternehmen herangetragener Anfragen gehe die EEW von "einer langfristigen Vollauslastung" der Anlage aus.

Die Lieferverträge bis 2018 haben der KEW laut Vorstand Werner Spaniol bereits einen gewissen Handlungsdruck genommen. Für das Unternehmen steht die Versorgungssicherheit seiner Kunden und die Erfüllung abgeschlossener Lieferverträge im Vordergrund. Deshalb gibt es Pläne, die für den ungünstigsten Fall - wenn nämlich keine längerfristigen Lieferverträge für Fernwärme mit der EEW zustande kommen - den Bau eines eigenen Kraftwerkes vorsehen. Eine Kaufoption für ein rund 900 Quadratmeter großes Grundstück in der Nähe des Gasometers gib es bereits. Im Fall der Fälle würde die KEW dort ein gasbefeuertes Blockheizkraftwerk errichten, mit dem Strom und Fernwärme erzeugt werden könnten. "Damit könnten wir eine eigene Versorgung aufbauen", so Spaniol. Für Feinplanung und Bau würde etwa ein Jahr benötigt. Ob es soweit kommt, hängt davon ab, ob die Lieferverträge mit der EEW auch auf Jahre über 2018 abgeschlossen werden können. Im Oktober bestätigte Spaniol, dass vor Ende Dezember keine Entscheidung in Sachen Kraftwerksbau fallen würde. Durch das von Ende 2017 auf Ende 2018 verschobene vorläufige Enddatum für die Fernwärmelieferverträge habe man einen entsprechenden Puffer für eine Entscheidung erreicht.

Derzeit herrscht diesbezüglich beim Energieversorger an der Blies vorsichtiger Optimismus. Wie Werner Spaniol auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, gibt es derzeit Signale aus Helmstedt. Im April sollen Gespräche laufen. "Wir haben in Kürze einen Termin", so Spaniol. Dabei solle ausgelotet werden, ob ein längerfristiger Vertrag für die Fernwärmelieferung abschlossen werden könne. Spaniol: "Ich sehe das als positives Signal." < Wir werden berichten