Plädoyer für eine Heimat mit Zukunft

Plädoyer für eine Heimat mit Zukunft

Illingen. Mit dem schwungvollen Neujahrsempfang Nummer zehn in der proppenvollen Illipse startete Illingen am Wochenende ins Jahr 2013. Und, wenn es nach Bürgermeister Armin König geht, der seine Rede einmal mehr trotz ihrer Länge mitreißend und programmatisch gestaltete, soll es ein Jahr des Aufbruchs und der Veränderungen werden

Illingen. Mit dem schwungvollen Neujahrsempfang Nummer zehn in der proppenvollen Illipse startete Illingen am Wochenende ins Jahr 2013. Und, wenn es nach Bürgermeister Armin König geht, der seine Rede einmal mehr trotz ihrer Länge mitreißend und programmatisch gestaltete, soll es ein Jahr des Aufbruchs und der Veränderungen werden. Denn auch wenn die Kommune mit ihrem Zukunftsprogramm "Illingen 2030" bereits gut aufgestellt sei, gelte es für alle, die das Gemeinwesen bilden, mit noch mehr Herz und Hirn an dessen positiver Entwicklung zu arbeiten. Angesichts der Verlockungen von Digitalisierung und Globalisierung forderte er die Illinger auf, dort das Ruder in die Hand zu nehmen, wo die Richtung noch verändert werden kann: im persönlichen Umfeld, im Konsum und im Umgang mit dem wertvollen Gut Heimat.

"Wir bestellen bei Amazon obwohl doch die örtlichen Buchhändler durch die Buchpreisbindung genauso billig sind wie Versandhändler", machte er deutlich, worum es geht. Die örtlichen Einkaufs-, Produktions- und Dienstleistungsstrukturen könnten nur erhalten bleiben oder verbessert werden, wenn sie von den hier lebenden Menschen genutzt würden. "Heimat hat Zukunft, Heimat ist Zukunft", formulierte er sein Credo. Einen Rüffel mussten die einstecken, die unter Verweis auf die Höll-Brache "wie Kaninchen auf die Schlange starren" statt neue Ideen zu realisieren. König verwies mit Stolz auf die Teilnahme Illingens an dem Projekt "Creative Villages - kreative Gemeinden" der Europäischen Union, bei dem es darum geht, dass sich ländliche Gemeinden, die sich wie Illingen als "Zukunftsorte" verstehen, gegenseitig voranbringen. Nicht allein auf Verwaltungsebene, sondern unter starker Einbindung der Bürger mit ihrem schöpferischen Potenzial. Zu den kreativen Gemeinden zählen Moosburg in Kärnten (ausgezeichnet als familienfreundlichste Gemeinde Österreichs), Zwischenwasser in Vorarlberg (Baukultur-Gemeindepreisträger), das slowenische Bled (Gastgeber des Ruderweltcups 2010) oder der Marienwallfahrtsort Marianka in der Slowakei.

Dass Saarbrücken mit seinen teuren und fragwürdigen Investitionsplänen (Stadtmitte am Fluss, Stadion-Neubau) den ländlichen Kommunen den Fehdehandschuh hingeworfen habe, kritisierte der Verwaltungschef: "Wir müssen dem Einhalt gebieten, weil sonst im Rest des Saarlandes nichts mehr läuft", ist König sicher, von Bürgermeister-Kollegen unterstützt zu werden. "Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann", zitierte er Francis Picabia und erinnerte an die Anstrengungen Illingen in Sachen regenerative Energien und Klimaschutz.

König forderte nicht nur weitere Anstrengungen von seinen Mitbürgern, sondern verteilte auch viel Lob, schließlich ist der Neujahrsempfang auch ein Dankeschön an die Ehrenamtler, an Private und Institutionen von der Awo über die Feuerwehr bis zu den Schulen. "Gemeinsamkeit macht stark", gab der Bürgermeister den Gästen mit auf den Weg.

Umrahmt wurde der Abend unter anderem durch den Auftritt der Sternsinger, der Illinger Tanzformationen Wild Witches und Flash Lights, der Tänzer der Losheimer Karnevalsgesellschaft, von der Formation Mrs. Train im Foyer und von Patric Busch, der die international bekannte Musical-Größe Jesper Tyden am Klavier begleitete. Und spätestens als dann zum Finale ein Teil der jugendlichen Akteure des Musical-Projektes des Illtal-Gymnasiums gemeinsam mit Tyden den "Sturm" auf die Bühne brachte, erreichte die Woge des Gemeinschaftsgefühls das ganze Haus.