Pforten auf für Lernwillige

Wellesweiler. Die beiden Zehntklässlerinnen sind äußerst geduldig: "Welche Säle möchtest du sehen", fragen sie die schüchterne Grundschülerin zum x-ten Mal. Doch Michelle versteckt sich lieber hinter der Mama. "Der Musiksaal ist interessant, die Chemie, im Textilienraum kann man Herzchen nähen", zählt Jessica Eckel auf

Wellesweiler. Die beiden Zehntklässlerinnen sind äußerst geduldig: "Welche Säle möchtest du sehen", fragen sie die schüchterne Grundschülerin zum x-ten Mal. Doch Michelle versteckt sich lieber hinter der Mama. "Der Musiksaal ist interessant, die Chemie, im Textilienraum kann man Herzchen nähen", zählt Jessica Eckel auf. Oder lieber in die Küche, wo gerade Gemüse geschnippelt und Muffins gebacken werden, zur Praktikumsausstellung oder beim Musik untermalten Kreistraining in der Wellesweiler Sporthalle zuschauen? Keine Reaktion. "Oben in der Biologie nehmen sie grad das Pferd durch", spielt Virginia Gerstner ihre letzte Trumpfkarte aus. Bingo, damit steht die erste Station für die Sight-Seeing-Tour durch die Erweiterte Realschule Wellesweiler fest.Wie diese Familie nutzten viele andere am Samstag die Gelegenheit, sich durch den alten und neuen Trakt führen zu lassen. Gleich im Foyer fiel ein großes Transparent ins Auge: "Courage heißt Mut" steht darauf, übersetzt in viele Sprachen. Aufgemalte Comicfiguren erläutern kindgemäß, was es mit dem Leitbild der Schule: "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" auf sich hat. Gestaltet wurde das Tuch von der gleichnamigen Projektgruppe, informiert Schulleiter Arno Schley. Was gibt es sonst noch Neues an seiner Schule? "Wir haben den zweiten Computerraum eingerichtet und einen Film-Saal." In letzterem steht ein Beamer für Präsentationen, der auch für Filmvorführungen genutzt wird. Neu eingeführt wurde im Oktober das Faustballspiel im Sportunterricht, um für die Saarlandmeisterschaft gerüstet zu sein. Für diese ist die Alex Deutsch Schule am 27. März Gastgeber.Viel Gesprächsbedarf bestand am Samstag zum Thema Freiwillige Ganztagsschule. Diese will man ab kommendem Schuljahr in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk, das auch nebenan in der Grundschule tätig ist, anbieten. Für Jessica und Virginia kommt das etwas spät. Sie und ihre zwölf Mitschüler der 10a treten in Kürze den Beweis an, dass man als Realschüler problemlos höhere Bildungsabschlüsse erreichen kann. "Sie sind mit Sicherheit alle in der Lage, den Übergang zum Gymnasium zu schaffen", bestätigt Arno Schley. Tatsächlich wechseln die meisten allerdings ans KBBZ. Bleibt nur eine Frage an die zwei "Fremdenführerinnen": Was sie am meisten an ihrer Schule mögen: "Unsere Lehrer."

Auf einen Blick380 Schüler in 18 Klassen von 30 Lehrkräften unterrichtet. Da es sich um eine Ausbildungsschule für Deutsch, Musik und evangelische Religion handelt, verstärken zirka 15 Referendare das Kollegium. Während der Orientierungsphase ist Französisch erste Fremdsprache. nig