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Leser-Reporter
Patienten und Pflegedienste klagen über Personalnot

Kreis Neunkirchen. Ambulante Pflegedienste, so eine Leserin, müssen zunehmend Patienten vertrösten und Bedürftige bisweilen ganz ablehnen. Von Solveig Lenz-Engel

  Eine ältere Dame aus einem Illinger Ortsteil macht die SZ-Lokalredaktion auf ihre Misere aufmerksam: Nach einer Bein-Operation wurde sie aus dem Krankenhaus entlassen. Mit dabei hatte sie eine Verschreibung für täglich eine halbe Stunde Pflege zu Hause und für zwei Stunden Hilfe im Haushalt. Das sei auch notwendig, sagte die Frau, die ihren Namen nicht veröffentlicht sehen will, weil sie zurzeit sehr unbeweglich sei. Die Verschreibung galt für einen Monat.


Die alleinstehende Frau setzte sich also ans Telefon, um einen ambulanten Pflegedienst mit den verschriebenen Dienstleistungen zu beauftragen. „Ich habe etliche Dienste abtelefoniert, niemand konnte mir kurzfristig jemanden schicken. Es sei zu wenig Personal da“, klagte die Seniorin der SZ ihr Leid.

Auch die SZ nahm Kontakt zu mehreren Diensten in der Region auf und wurde durchweg auf eine sehr knappe Personaldecke hingewiesen. Da könne es durchaus vorkommen, dass nicht alle Versorgungswünsche erfüllt werden. Obwohl Pflegeberufe sehr erfüllend sein könnten, würden junge Leute durch die derzeitige Diskussion um Arbeits-Überlastung und miese Bezahlung abgeschreckt, eine Ausbildung in diesem Bereich zu beginnen. Der Markt sei wie leer gefegt. Und auch für hauswirtschaftliche Dienstleistungen sei es schwer, verlässliche Mitarbeiter zu finden.



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