Peter Habel kandidiert für die FDP als Oberbürgermeister in NK

Kommunalwahl : Mit Heavy Metal an die Verwaltungsspitze

Peter Habel (55) kandidiert für die FDP bei der Wahl zum Neunkircher Oberbürgermeister.

Daraus macht Peter Habel keinen Hehl: Mit Erfahrung in der Verwaltung kann der 55-Jährige nicht dienen. Und genau das sei von Vorteil, findet der gebürtige Furpacher, der am 26. Mai zum Oberbürgermeister von Neunkirchen gewählt werden möchte. „Mir fehlt zwar der Verwaltungsgeruch, aber ich bin daher auch niemandem verpflichtet und habe einen anderen Blick auf die Dinge“, sagt der Architekt, der in der FDP seine politische Heimat gefunden hat. „Liberaler mit Herz und Seele“ sei er, wobei er das Amt des OB nicht unbedingt an eine Partei geknüpft sieht. „Als Oberbürgermeister sollte man den Bürgern dienen und in deren Sinne handeln. Die Parteizugehörigkeit ist dabei zweitrangig“, betont der zweifache Familienvater mit Wohnsitz in Neunkirchen.

Fragen zu seiner Kandidatur wurden Peter Habel in letzter Zeit viele gestellt. „Warum tust du dir das an?“, war sehr häufig darunter. „Es hält jeder für ausgeschlossen, dass ich gewinne, und natürlich bin auch ich Realist. Aber warten wir mal ab“, sagt Habel und redet über seine Motivation, bei der Wahl anzutreten: „Dass die CDU einen Kandidaten von außerhalb aufstellt, dem jeglicher Bezug zu Neunkirchen fehlt, empfinde ich als Armutszeugnis für diese Partei. Ich möchte den Leuten eine Alternative bieten. Ich bin von hier, ich kenne mich hier aus, und ich will etwas bewegen.“

Habel beklagt einen Mangel an städtischem Leben. Das Saarpark-Center sei Segen und Fluch für die Stadt. „Es steht da wie ein Ufo und trennt die Innenstadt von ihrem Erbe, dem Hüttenareal.“ Zwar wolle er „natürlich nicht das Center abschaffen“, aber es sei eben in den vergangenen Jahren vieles nicht gut umgesetzt worden. Neunkirchen verfüge über etliche Zentren, wie etwa den Stummplatz, den Hammergraben, den Hochofen, neuerdings auch die Bliesterrassen, „aber nirgendwo herrscht Leben, weil die Plätze nicht bespielt werden“. Hier sieht Habel noch viel Potenzial. Man müsse Leute finden, die den Mut haben, ihre Geschäftsideen dort in die Tat umzusetzen, und diese müsse man fördern. „Wir können froh um jeden sein, der anpackt“, sagt Habel. Anpacken, das schreibt sich der Musikfan auch auf die eigene Fahne. Zum einen im Berufsleben, wo er als Architekt „25-Millionen-Euro-Projekte“ geplant und umgesetzt habe. Zum anderen in seiner Freizeit, wie etwa beim Wellesweiler Open-Air, das Habel mit drei anderen Metal-Fans aus der Taufe gehoben hat und Jahr für Jahr auf die Beine stellt: „Weil es so etwas nicht gab.“

Was es ebenfalls nicht gibt, aber nach Meinung des FDP-Kandida-

ten in der Kreisstadt geben sollte: einen 24-Stunden-Kindergarten. Man müsse Arbeitnehmern die Möglichkeit einer Kinderbetreuung anbieten, meint Habel, wenn sie etwa im Schichtdienst tätig sind. Ergo müsse es eine Kita geben, die diese Betreuung rund um die Uhr gewährleiste. Und auch für die Sicherheit will Peter Habel als Oberbürgermeister etwas tun. Die Citywache sei zwar ein Anfang, aber „eine Stadt wie Neunkirchen sollte eine Polizeiwache in der Innenstadt haben“, um das Sicherheitsgefühl der Menschen zu stärken.

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