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Ottweiler: CDU-Ergebnis schockt SPD

Ottweiler: CDU-Ergebnis schockt SPD

Ottweiler. Die Ottweiler Wählerinnen und Wähler müssen "in die Verlängerung". Nicht unerwartet erreichte bei der gestrigen Bürgermeisterwahl keiner der drei Kandidaten auf Anhieb die absolute Mehrheit. Überraschend für kommunalpolitische Beobachter war allerdings, dass CDU-Kandidat Holger Schäfer derart klar dominierte. Seine 48,4 Prozent erstaunten selbst das eigene Lager

Ottweiler. Die Ottweiler Wählerinnen und Wähler müssen "in die Verlängerung". Nicht unerwartet erreichte bei der gestrigen Bürgermeisterwahl keiner der drei Kandidaten auf Anhieb die absolute Mehrheit. Überraschend für kommunalpolitische Beobachter war allerdings, dass CDU-Kandidat Holger Schäfer derart klar dominierte. Seine 48,4 Prozent erstaunten selbst das eigene Lager. "Sensationell" kommentierten CDU-Generalsekretär Roland Theis und auch Schäfer selbst. Der CDU-Mann schnitt am stärksten in Ottweiler Zentral und in Steinbach ab, wo er jeweils deutlich über 50 Prozent lag.Enttäuscht zeigte sich SPD-Bewerber Uwe Meiser, der sich ein besseres Ergebnis versprochen hatte. Ein überragendes Resultat gelang ihm nur in "seinem" Stadtteil Mainzweiler mit 72,1 Prozent. Ansonsten lag er nur noch in Fürth knapp vorn.

Der unabhängige Kandidat Paul Distler mobilisierte in der Zentralstadt die meisten Wähler, er kam dort auf beachtliche 17,3 Prozent. Distler zeigte sich nicht enttäuscht, auch wenn er sein Ziel, in die Stichwahl zu kommen, verfehlte. Er forderte die etablierten Parteien auf, bis zum 25.März "ihre Hausaufgaben zu machen". "Ich erwarte von beiden, dass sie klar machen, wo die Reise hingeht", so Distler. "Ein Wechsel der politischen Kultur muss her."

Die strahlendste Miene des Wahlabends sah man bei Holger Schäfer. Er fühle sich wie nach seinem ersten Fallschirmsprung, gestand der Oberstleutnant, - überglücklich über die gelungene Landung. Schäfer sieht sich nun in einer guten Ausgangslage: "Die Veränderung steht eindeutig bevor."

Die SPD hofft darauf, bis zum Stichwahltag das verlorene Terrain aufzuholen. "Ich werde weiter kämpfen. Nach dem Spiel ist vor dem Spiel!", sagte Uwe Meiser. Die SPD-Stadtverbandsvorsitzende Nicole Cayrol räumte ein, dass die SPD in Ottweiler "einen Warnschuss bekommen" hat. "Wir werden in den nächsten 14 Tagen keine Ruhe geben", kündigte sie an. Sie hofft auf eine höhere Mobilisierung der SPD-Sympathisanten im Zuge der gleichzeitig stattfindenden Landtagswahl.

Der Ottweiler Wahlgang fand rege Beachtung bei der regionalen Politprominenz. Vor Ort waren etwa der saarländische DGB-Chef und stellvertretende SPD-Vorsitzende Eugen Roth, die Landtagsabgeordneten Gisela Kolb, Hans-Gerhard Jene und Günter Waluga, CDU-Kreistagsfraktions-Chef Lothar Dietz sowie viele Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden.

Während das Ergebnis die Christdemokraten rundum optimistisch stimmte, versuchten sich die Sozialdemokraten im Mut machen: "Gekämpft wird bis zum Abpfiff!" (Eugen Roth) und "Ring frei zur nächsten Runde!" (Gisela Kolb). Wohingegen Stadtratsmitglied Hennig Burger (Grüne) hämisch unkte: "Das war die zweite Rote Karte für Bürgermeister Hans-Heinrich Rödle. Die dritte wird in zwei Wochen folgen!"

Der nächste Ottweiler Bürgermeister wird im Oktober die Nachfolge von Amtsinhaber Rödle antreten und bis zum Jahr 2019 im Amt sein.

Meinung

Farbenwechsel im Rathaus?

Von SZ-RedakteurGunther Thomas

 Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel
 Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel
 Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel
Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl spiegelt sich in den Mienen wider: Die SPD und damit ihr Kandidat Uwe Meiser (links) bekam einen "Schuss vor den Bug", CDU-Mann Holger Schäfer (rechts) hat allen Grund zum Optimismus für die Stichwahl. Fotos: Andreas Engel

Wer hätte gedacht, dass im "roten" Ottweiler die Ära der sozialdemokratischen Bürgermeister auf der Kippe steht? Es wird für die ins ungewohnte Hintertreffen geratene SPD verdammt schwer, in gerade mal zwei Wochen verlorenes Terrain aufzuholen. Wenige haben damit gerechnet, dass CDU-Mann Holger Schäfer derartig auftrumpft. Mit seinen 48,4 Prozent hat er deutlich mehr Stimmen eingefahren als 2008 Stefan Feiler (knapp 33 Prozent) und 2000 Nikolaus Weber (rund 28 Prozent) - jeweils gegen Hans-Heinrich Rödle. Nun wird es darauf ankommen, wie sich die bei der Stichwahl wegen der zeitgleichen Landtagswahl sicherlich höhere Wahlbeteiligung auswirkt. Und wem jene Wähler ihre Stimme geben, die gestern für Paul Distler votierten. Der "dritte Mann" hatte - wie schon Günter Groß vor vier Jahren - keine wirkliche Chance, in den Machtkampf der Parteien einzugreifen. Vielleicht auch, weil die Wahrnehmung des parteilosen Distler bei den Wählern zu sehr auf den "Kämpfer gegen die B-41-Pläne" reduziert war.