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Online-Dozentin des Kutscherhauses Neunkirchen mit tollem Konzept

Kutscherhaus Neunkirchen : Staubsaugen gegen die schlechte Laune

Yvonne Braschke gehört zu den Online-Dozenten des Kutscherhauses Neunkirchen. Sie verbindet Bewegung und Hausarbeit.

„Hallo ihr Lieben. Hier ist wieder eure Yvonne mit der nächsten Runde Gute Laune für Zuhause. Und heute wird gestaubsaugt.“ Mit einem Zwinkern und einem funkelnden Strahlen im Gesicht hält die junge Dame mit der platinblonden Bobfrisur das Haushaltsgerät in die Kamera. Dann geht es saugend und hüftschwingend zur Sache, zu den eingehenden Klängen des Queen-Hits „Another One Bites the Dust“, was man mit „Noch einer frisst Staub“ übersetzen kann.

Yvonne Braschke schafft es in ihren Video-Clips mit Leichtigkeit, zwei Miesepeterthemen als ganz großes Happening zu verkaufen: dröge Hausarbeit und zuhause bleiben müssen in Zeiten der Pandemie sind in Verbindung mit viel Bewegung auf einmal überhaupt nicht mehr langweilig. Gelernt ist halt gelernt: Die Trierer Künstlerin schloss 2005 mit Bravour ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin an der renommierten Stage School Hamburg ab und arbeitet zusätzlich als Choreographin und Tanzdozentin. Das ist auch ihre Verbindung zu Neunkirchen, wo sie zuletzt zum Rocky Horror Show-Team gehörte. Die Idee zu den ungewöhnlichen Trainingseinheiten – zum Beispiel auf dem Sofa beim Fernsehen oder am Bügelbrett – stammt von ihr. „Just for fun“ hat sie diese selbst gefilmt und auf ihrer Seite ins Netz gestellt. Edda Petri entdeckte die Clips, war begeistert und „buchte“ Yvonne Braschke vorerst mal für 5 Folgen.

Besonders viel Vorbereitung steckt da gar nicht drin, verrät die Schauspielerin: „Ich überlege vorher natürlich, was ich für Musik wähle und welche Art von Bewegung dazu passt“, der Rest geschieht einfach aus dem Bauch heraus. „Das ist immer das Beste: Wenn man nicht groß drüber nachdenkt, sondern spontan agiert. Das ist am authentischsten.“ Yvonne Braschke sieht das Ganze auch ein bisschen als Selbsttherapie: Beim Gute Laune produzieren steckt sie sich quasi selbst mit Guter Laune an – „ein genialer Doppeleffekt“. Langweile hat sie übrigens keine, Corona hin oder her. Ihre Tage sind gut gefüllt mit online Tanzunterricht, Lernen und Entwerfen im Rahmen ihres Modedesign-Studium – und Nähen: „Ich bin ins Upcycling-Geschäft eingestiegen.“ So näht die Choreographin im Akkord Gesichtsmasken aus alten Hemden und T-Shirts. Die Nachfrage sei so groß, dass sie erstmal einen Bestellstopp einlegen musste.