OB-Wahl in Neunkirchen : Ein Museum für die Geschichte der Stadt

Christoph Schaufert (49) kandidiert für die AfD bei der Wahl zum Neunkircher Oberbürgermeister.

Es ist noch nicht allzu lange her, da war das Parteibuch von Christoph Schaufert nicht blau, sondern schwarz. 20 Jahre war er Mitglied der CDU, von der nicht er sich wegbewegt habe, wie er betont, sondern die sich von ihm entfernt hätte. „Ich bin konservativ und habe den Stallgeruch der CDU“, so der 49-Jäh-

rige. Nach zehn Jahren Parteilosigkeit erfolgte dann Anfang 2016 der Eintritt in die AfD. In eine Partei also, die sich rechtskonservativ aufs Etikett schreibt, in der aber auch rechte Hardliner ihre politische Heimat finden. Auch er habe sich „dreimal überlegt“, in die AfD einzutreten, gibt Schaufert zu, diesen Schritt aber nicht bereut.

Angesprochen auf Parteifreunde, die mit fragwürdigen, teils ausländerfeindlichen Aussagen auf Stimmenfang im rechten Lager gehen, sagt er: „Es gibt keine Sippenhaft. Und ich kann nicht beeinflussen, was zum Beispiel ein Bernd Höcke von sich gibt.“

Er trete unter anderem bei der Wahl zum Oberbürgermeister an, weil er mit Vorurteilen aufräumen und zeige wolle, dass er kein „verqueres Weltbild“ besitze. Natürlich wisse er, dass seine Chance auf einen Wahlsieg überschaubar sei, aber: „Ich bin ein ganz normaler Mensch, der bis auf die Zeit bei der Bundeswehr immer hier in Neunkirchen gelebt hat und dem die Stadt am Herzen liegt. Darum geht es mir.“ Außerdem nagt noch immer an ihm, dass er vom Neunkircher Stadtrat von der Liste der Bewerber zum Amt eines Schöffen gestrichen wurde. „Nur wegen meiner Parteizugehörigkeit. Das ist ein absolutes No-Go“, so Schaufert.

Neunkirchen möchte er voranbringen, etwa durch ein Museum, das unterstützend zum Hüttenpark auf die Geschichte und die Kultur der Stadt hinweisen soll. Woran es auch mangele, sei an Angeboten für Jugendliche, sagt der vierfache Vater. Es brauche eine Alternative zum Jugendzentrum, Räumlichkeiten, in denen sich Jugendliche in einem geschützten Umfeld treffen könnten, sagt Schaufert.

Auch liege ihm die Sauberkeit der Stadt am Herzen. Ein Punkt, bei dem er auf „Null-Toleranz“ setzt. Schon ein kleines Vergehen, wie etwa das Ausspucken eines Kaugummis, müsse geahndet werden, so Schaufert. „Man muss ein gewisses Maß an Bewusstsein schaffen. Jeder kann doch seine Kippe zum Mülleimer bringen, statt sie auf die Straße zu werfen.“

Auch beim Thema Sicherheit will er als OB dafür sorgen, dass „jedes Vergehen geahndet wird“. Das Sicherheitsgefühl in der Innenstadt möchte Schaufert durch den Ausbau der Citywache wieder stärken. Überhaupt wolle er die Stadt attraktiver machen, wobei er zugibt, dass es schwierig sei, die Leerstände wieder zu füllen. „Da fehlt mir ein Konzept.“

Wenig Nutzen sieht er allerdings in Bauprojekten wie etwa bei den Bliesterrassen. „Man sollte Projekte nicht nur angehen, weil es Fördermittel gibt“, findet Schaufert. Zumal diese oftmals finanziell aus dem Ruder liefen. So habe er bereits große Bedenken, wenn er an die Sanierung des Ellenfeldstadions denke. Er setze auf „realistische Finanzkonzepte“, sollte er zum Oberbürgermeister gewählt werden.

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