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Noch nicht richtig eingespielt

Borussias Neuzugang Julian Kern springt hier über einen Gonsenheimer Gegenspieler hinweg. Für die Neunkircher war die Hürde im Mainzer Vorort am Sonntag wohl zu hoch, der Oberligst verlor das erste Spiel nach der Winterpause mit 0:1. Foto: Thomas Burgardt
Borussias Neuzugang Julian Kern springt hier über einen Gonsenheimer Gegenspieler hinweg. Für die Neunkircher war die Hürde im Mainzer Vorort am Sonntag wohl zu hoch, der Oberligst verlor das erste Spiel nach der Winterpause mit 0:1. Foto: Thomas Burgardt FOTO: Thomas Burgardt
Neunkirchen. Vier Neuzugänge in der Startelf, ein Gegentor und null Punkte. Das sind die Zahlen, die Borusssia Neunkirchen am Sonntag in Gonsenheim einen frustrierenden Start ins neue Jahr beschert haben. Und einer musste sogar richtig laut werden. Sebastian Zenner

Im Mainzer Stadtteil Gonsenheim hingen die Punkte für Borussia Neunkirchen hoch. Motiviert durch die 0:7-Hinspiel-Klatsche im Neunkircher Ellenfeldstadion erkämpften sich die Gastgeber vor 200 Zuschauern einen 1:0 (1:0)-Sieg über die Saarländer. Bei denen standen mit Julian Kern (Außenverteidiger), Pino Vituzzi (Innenverteidiger) sowie Boris Becker und Gianni Gotthardt (beide defensives Mittelfeld) gleich vier der sechs Winter-Neuzugänge in der Startelf. Yannick Bach fehlte wegen einer Mandel-Entzündung, und Mergim Kuqi blieb auf der Bank.

"Gonsenheim war aggressiv, giftig und hat jeden Zweikampf so angenommen, als sei es der letzte", musste Borussias Trainer Daniel Paulus feststellen. Dabei kam seine Mannschaft eigentlich gut in die Partie und hätte durch Tim Cullmann nach zwölf Minuten in Führung gehen müssen. Der Neunkircher scheiterte allerdings freistehend an Gonsenheims Schlussmann Volkan Tekin, dem er das Spielgerät in die Arme schoss. "Wenn wir das Ding machen, läuft das Spiel womöglich ganz anders. So war die letzte halbe Stunde der ersten Halbzeit indiskutabel. Was Einstellung und Engagement angeht, kann ich damit überhaupt nicht leben", fand Paulus deutliche Worte. Der Trainer haderte: "Wir haben die Ordnung verloren, keinen Zweikampf mehr gewonnen, und so kam Gonsenheim besser ins Spiel."

Sieben Minuten vor der Pause war es dann wie schon so oft in dieser Saison eine Standard-Situation, die das Neunkircher Gegentor ermöglichte. Arif Güclü hieß der Nutznießer, der das Tor des Tages für die Hausherren erzielte.

In der Halbzeit sorgte der Gäste-Trainer in der Kabine für ein Donnerwetter. "Danach lief es besser, aber es bleibt die Frage, warum ein Trainer erst laut werden muss, bevor die Jungs endlich kapieren, zu laufen und die Zweikämpfe anzunehmen", sagte Paulus, der mit dem zweiten Durchgang zufrieden war. Das lag auch an den Leistungen der eingewechselten Angreifer Felix Dausend und Markus Schmitt. Letztgenannter traf in der 79. Minute die Latte, sechs Minuten später scheiterten Dausend und Heraldo Jorrin bei einer Doppelchance zum Ausgleich.

"Natürlich sind wir im Moment noch nicht richtig eingespielt. Schmitt und Dausend haben richtig Gas gegeben nach ihrer Einwechslung, aber haben auch noch Trainingsrückstand", erklärt Paulus. "Trotzdem haben sie sich für einen Platz in der Startelf empfohlen. Man hat auch gesehen, dass Spieler wie Boris Becker und Gianni Gotthardt in den vergangenen zwei Jahren fast keine Spielpraxis unter Wettkampfbedingungen hatten." Dazu kam, dass sich Co-Trainer und Abwehrchef Andreas Backmann und Stürmer Andreas Haas mit einer Erkältung durch die Partie beißen mussten. Durchweg zufrieden war Paulus nur mit Julian Kern, der von Regionalligist SVN Zweibrücken gekommen war: "Er war einer der wenigen, die 90 Minuten lang die Zweikämpfe angenommen und richtig dagegen gehalten haben."