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Nirvanas Musik lebt - wenn auch etwas anders

Nirvanas Musik lebt - wenn auch etwas anders

Illingen. Im Laufe der 1990er Jahre gab es zwei große Strömungen der Musikszene. Zum einen den Rave, elektronische Technomusik, bunt, schrill und zumeist mit positiver Aussage. Auf der anderen Seite stand der Grunge, im Grunde genommen der Aufschrei einer ganzen Generation junger Menschen, denen mit dieser Art "wütender" Musik ein Ventil für ihre Unzufriedenheit geboten wurde. Unter den Bands, welche diesem Schema folgten, stach eine besonders heraus, die es schaffte, nachhaltig die Musikkultur zu beeinflussen: Nirvana. 1994 erschoss sich der charismatische Frontmann Kurt Cobain, was schließlich zur Auflösung der Gruppe führte.20 Jahre später beweisen vier Musiker, dass die Musik, das Erbe Nirvanas, trotz allem weiter lebt. Wenn auch in diesem Fall ein wenig anders interpretiert. "Wir sind eine Punk-Jazz-Metal-Rock Gruppe mit 'Do-it-yourself'-Attitüde", erklärt Bassist Lukas Reidenbach das Konzept, das hinter dem Trio Uhl steht. Neben Reidenbach arbeiten Schlagzeuger Martial Frenzel und Gitarrist Johannes Schmitz seit einigen Jahren an einem Projekt, das musikalisch nur schwer mit bekannten Stilrichtungen zu vergleichen ist. Der HFM-Jazzpreis, der zwar offiziell Schmitz verliehen wurde, aber "eigentlich ein Bandding" war, zeigt das Potential, das in der Gruppe steckt.

Illingen. Im Laufe der 1990er Jahre gab es zwei große Strömungen der Musikszene. Zum einen den Rave, elektronische Technomusik, bunt, schrill und zumeist mit positiver Aussage. Auf der anderen Seite stand der Grunge, im Grunde genommen der Aufschrei einer ganzen Generation junger Menschen, denen mit dieser Art "wütender" Musik ein Ventil für ihre Unzufriedenheit geboten wurde. Unter den Bands, welche diesem Schema folgten, stach eine besonders heraus, die es schaffte, nachhaltig die Musikkultur zu beeinflussen: Nirvana. 1994 erschoss sich der charismatische Frontmann Kurt Cobain, was schließlich zur Auflösung der Gruppe führte.20 Jahre später beweisen vier Musiker, dass die Musik, das Erbe Nirvanas, trotz allem weiter lebt. Wenn auch in diesem Fall ein wenig anders interpretiert. "Wir sind eine Punk-Jazz-Metal-Rock Gruppe mit 'Do-it-yourself'-Attitüde", erklärt Bassist Lukas Reidenbach das Konzept, das hinter dem Trio Uhl steht. Neben Reidenbach arbeiten Schlagzeuger Martial Frenzel und Gitarrist Johannes Schmitz seit einigen Jahren an einem Projekt, das musikalisch nur schwer mit bekannten Stilrichtungen zu vergleichen ist. Der HFM-Jazzpreis, der zwar offiziell Schmitz verliehen wurde, aber "eigentlich ein Bandding" war, zeigt das Potential, das in der Gruppe steckt.

Mit an Bord ist zurzeit auch Wollie Kaiser, seines Zeichens Dozent an der Hochschule für Musik im Saarland. Schon vorher in einem Jazztrio unterwegs, welches Nirvanasongs neu auflegte, fand er schnell Gefallen am individuellen Stil von Uhl. Sie sind einfach "besser, schöner und lauter als alles andere".

Zwar waren relativ wenige Fans ins Illinger Jugendzentrum gekommen. Doch dieser Umstand tat der Stimmung keinen Abbruch. Mit verschiedensten Arten von Saxofonen und Flöten konterkarierte Kaiser oftmals die klassische Gitarre-Drums-Bass Kombination, die die Stücke teils originalgetreu, teils aber auch immer wieder ganz anders darstellten. Ein besonders hervorstechendes Element des Konzerts waren die Texte. Diese waren oftmals sehr wörtlich übersetzt, was mitunter zu bizarr anmutenden Formulierungen führte; mit Wendungen, "die man eigentlich überhaupt nicht sinngemäß übersetzen kann". Wobei zwischendurch dann und wann die Musik komplett aussetzte, und alleine die Wortgewalt der schmerzverzerrten Lyrik Kurt Cobains im Raum stand. Mit Songs wie "Come as you are" oder "Smells like teen spirit" pendelte das Trio zwischen skurriler Kunstperformance und lautstarkem Jazzrock und bot damit eine starke, gewollt eigenwillige Vorstellung.

Zufrieden war auch Karl-Werner Seeliger, dessen AG-Nachtmusik das Konzert möglich gemacht hatte: "Die Songs bieten einen guten Wiedererkennungswert gegenüber dem Vorbild, gleichzeitig aber auch faszinierende eigene Interpretationen". jpm