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Klinik Münchwies: Nicht allein mit Sucht und Angst

Klinik Münchwies : Nicht allein mit Sucht und Angst

Der Selbsthilfegruppentag der Reha-Klinik Münch- wies bot Gelegenheit,   bekannte   Angebote ebenso wie neue Themen kennenzulernen.

In diesem Jahr blickt die Rehabilitationsklinik im Neunkircher Stadtteil Münchwies auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Mehr als 40 000 Menschen haben in dieser Zeit bei Abhängigkeitserkrankungen beziehungsweise psychischen und psychosomatischen Störungen hier Hilfe erfahren. Das traditionell auf Anfang November terminierte Fachtreffen von Selbsthilfegruppen stand in diesem Jahr, passend zum runden Geburtstag des Münchwieser Gastgebers, unter dem Motto „Kontinuität und Wandel“.

Nach Auskunft der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im
Saarland (KISS) sind aktuell über 700 Selbsthilfegruppen im Saarland aktiv. Die Zahl ist über die Jahre kontinuierlich angewachsen. Zwischenzeitlich gibt es zu den verschiedensten Krankheitsbildern und belastenden Lebenssituationen jeweils eigene Gruppenangebote.

Den Gruppen der Suchthilfe kommt eine besondere Bedeutung zu, heißt es in einer Pressemitteilung. Deren Gemeinschaften blicken auf eine lange Tradition zurück. So wurden  die Guttempler  Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und auch die Anonymen Alkoholiker (AA) schauen auf eine mehr als 80-jährige Geschichte zurück.Pionierarbeit leisteten vor allem auch die dem christlichen Menschenbild verpflichteten Vereinigungen, wie beispielsweise der Kreuzbund. Allen Gruppen ist gemeinsam, dass hier Menschen ihre Krankheit und ihr Schicksal annehmen und in Eigenverantwortung nach dem Weg einer gelingenden Bewältigung Ausschau halten.

Der Münchwieser Selbsthilfegruppentag bot Gelegenheit die traditionellen Gruppen ebenso kennenzulernen, wie jüngere und regional bezogene Angebote. Für den Bereich der Angsterkrankungen stellte sich die Gruppe PAN aus Neunkirchen vor. Bei den wöchentlichen Gruppentreffen steht die gegenseitige Hilfe von Menschen mit Angst- und Panikstörungen im Zentrum. Die Gruppe Halt und Hoffnung aus Wadern richtet ihr Angebot an Betroffene von Depressionen und Burnout. Des Weiteren waren Vertreter von Glücksspielerselbsthilfegruppen, von Kausüchtigen, aber auch von Drogenabhängigen (NA) bei dem Treffen dabei.

Sie alle diskutierten am Vormittag über ihre Erfahrungen. Dabei zeigte sich, wie wichtig es ist, dass die Gruppen sich neuen Entwicklungen gegenüber offen zeigen. Die Anwesenden waren sich einig, dass die eigentliche Wirkung der Gruppen sich in der direkten Begegnung entfaltet. „Selbsthilfegruppen funktionieren über die Beziehung, über die Erfahrung der Begegnung“, so formulierte es eine Vertreterin des Blauen Kreuzes. Durch den offenen Erfahrungsaustausch eröffnen sich neue Lebensperspektiven und Hoffnung zur Bewältigung der Krankheit.

Am Nachmittag waren auch in diesem Jahr die Gäste zum Besuch themenbezogener Arbeitsgruppen eingeladen. Hier boten ärztliche und therapeutische Mitarbeiter der Klinik zu unterschiedlichen Schwerpunktthemen Informations- und Fortbildungsmöglichkeiten an. So etwa zur Verbindung von Sucht und psychosomatischen Erkrankungen, zu Möglichkeiten und Risiken von Medikamenten bei Abhängigkeitserkrankungen und zu den Besonderheiten der Cannabissucht.

Dr. Monika Vogelgesang, Chefärztin der Klinik, freute sich, dass die Veranstaltungsreihe im Geburtstagsjahr mit dem sehr gut besuchten Treffen der Selbsthilfegruppen einen gebührenden Abschluss fand. Kontinuität und Wandel seien für das Konzept der Klinik auch in der Zukunft von Bedeutung. So wie bereits in der Vergangenheit geschehen, werde man auch in Zukunft die Therapie den individuellen Bedürfnissen der Menschen anpassen.

Dabei sei sowohl die Bereitschaft zur Umsetzung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse und Therapieansätze, als auch die Bewahrung erprobter Vorgehensweisen eine Verpflichtung für das Team der Klinik.