Nicht alle Investitionen sichtbar

Trotz notwendiger Sparbemühungen hat die Kreisstadt Neunkirchen in diesem Jahr viel Geld in die Erneuerung und den Unterhalt kommunaler Gebäude investiert. Ein Großprojekt, das noch nicht fertig ist, ist die Gebundene Ganztagsschule.

Das Jahresende drängt zum Bilanzieren. Das ist auch bei der Neunkircher Stadtverwaltung nicht anders. Und so hat Bürgermeister Jörg Aumann kürzlich vor der Presse erklärt, was in diesem Jahr 2015 alles gelaufen ist. "Wir haben knapp zwei Millionen Euro in kommunale Gebäude investiert", berichtete er. Die energetische Sanierung des Rathauses inklusive Bau einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist abgeschlossen. Insgesamt hat das Rathaus, in drei Abschnitten seit 2013 saniert, fast 3,8 Millionen Euro gekostet, davon 1,1 Millionen in diesem Jahr. Die kleine Sonnenstrom-Fabrik auf dem Verwaltungsdach ist die größte Einzelanlage im Besitz der Kreisstadt. Sie besteht aus 224 Modulen mit einer Gesamtleistung von 60,5 Kilowatt Spitzenleistung. Zum Thema Umweltschutz gehört auch die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED in diesem Jahr. Kostenpunkt: 310 000 Euro . Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch die Stadtkasse: Die neue Beleuchtung verbraucht einen Bruchteil des Stromes. Jüngst eingeweiht hat die Stadt das "Kult ", das neue Kulturzentrum im ehemaligen Bürgerhaus. Kostenpunkt für die Stadt: 430 000 Euro . Die Gebundene Ganztagsschule am Stadtpark ist auf dem Weg. Das Millionenprojekt soll zum Schuljahr 2016/17 fertig sein und Platz für 300 Grundschüler schaffen, die dort von 8 bis 17 Uhr betreut werden. Weiter erläuterte Aumann, die Neue Gebläsehalle haben eine Neubeschichtung des Bodens und des Bühnenbelags erhalten, das Verwaltungsgebäude am Zentralen Betriebshof wurde trockengelegt und die energetische Sanierung der Ostertalhalle zu Ende gebracht.

Fast eine halbe Million Euro sind in diesem Jahr in die Jugendhilfe geflossen. Dabei haben freie Jugendhilfe und Verbände insgesamt rund 206 000 Euro bekommen, freie Träger und Jugendtreffs unterstützte die Stadt mit 274 000 Euro . Als erste saarländische Stadt, so der Bürgermeister, wurde Neunkirchen als "familiengerechte Kommune" zertifiziert. Aumann: "Wir versuchen, unseren Ruf als soziale Stadt aufrecht zu erhalten." Auch für die Neue Gebläsehalle gab es eine Auszeichnung. Der Dezernent erinnerte daneben an Aktionen wie "Wohlfühloasen", Viertelfest, "sauberes Neunkirchen ". Das Rathaus betreue auch viele Ehrenamtler. Besonders ältere Menschen kümmerten sich dabei um die Belange der Stadt, und es zeige sich immer wieder, wie viel ihnen an Neunkirchen liege. Das Rathaus sei bemüht, auch jüngere Menschen für ehrenamtliche Aufgaben zu begeistern.

Viel Geld ist in diesem Jahr auch dorthin geflossen, wo es niemand sieht: Die Kanalbaumaßnahmen mit Planungen für Pappelweg, Park-/Ringstraße, Süduferstraße, Sporthalle Wellesweiler, Stengelkirche, Nahebahnschacht/Schillerstraße beziffert Aumann mit 3,3 Millionen Euro . Der Ausbau der Bushaltestelle Mantes-la-Ville-Platz hat 215 000 Euro gekostet, das Projekt Bliesterrassen bislang 860 000 Euro . Auch in die Feuerwehr hat die Stadt investiert: 518 000 Euro waren es in 2015.