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Neunkircher Sportverband wird 100 Jahre

Sportverband : Der Sportverband wird ganz leise 100

Das Jubiläumsjahr hatte man sich im Neunkircher Sportverband anders vorgestellt. Jetzt weiß man nicht, ob und wann überhaupt gefeiert werden kann und ist mit Absagen und Rücküberweisungen beschäftigt.

Für den Neunkircher Sportverband sollte 2020 ein besonderes Jahr werden. Immerhin wird der NSV 100 Jahre alt, und das sollte das ganze Jahr über mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert werden. Nun wird das Jubiläumsjahr aber etwas anders verlaufen als geplant. Als erstes musste der Jubiläumsempfang abgesagt werden, der für 30. April in der Stummschen Reithalle mit geladenen Gästen vorgesehen war. „Die Einladungen sind natürlich alle verschickt und auch alle notwendigen Verträge mit der Neunkircher Kulturgesellschaft, einer Band und mit der Saaltechnik sind abgeschlossen“, erzählt Hans-Artur Gräser, der Vorsitzende des Sportverbandes.

Mit rund 12 000 Einzelmitgliedern in 68 Sportvereinen ist der NSV die größte Neunkircher Interessenvertretung. „Das war alles viel Aufwand“, sagt er, „aber die Situation ist nicht anders.“ Aufgehoben ist in diesem Fall aber nur aufgeschoben, denn der NSV will seinen Festabend möglicherweise „irgendwann im Herbst“ nachholen, deutet Gräser an. Im Gegensatz dazu wird die zweite Jubiläumsveranstaltung wohl überhaupt nicht zustande kommen. Am 29. August ist in der Hirschberghalle in Furpach eine große Geburtstagsparty mit einer bekannten saarländischen Band geplant, für die ebenfalls schon vieles auf den Weg gebracht wurde. Weil bis zum 31. August im Saarland aber alle Großveranstaltungen untersagt sind, werden die Neunkircher Sportler wohl auf diese Fete verzichten müssen. Zwar hat der NSV die Veranstaltung bis jetzt noch nicht abgesagt, „weil der Begriff Großveranstaltung bisher noch nicht definiert ist“, wie Gräser sagt. Er hat aber wenig Hoffnung, dass die Veranstaltung stattfinden kann.

Die Beschränkungen infolge der Corona-Pandemie betreffen aber noch weitere Aktivitäten des Neunkircher Sportverbandes. Der zehnte Neunkircher Triathlon am 21. Juni wäre im Jubiläumsjahr für den NSV ein zusätzlicher Grund zum Feiern gewesen. Aber auch die mittlerweile größte Neunkircher Breitensportveranstaltung wird nicht über die Bühne gehen. „Wir werden den Triathlon in den nächsten Tagen absagen“, kündigt Gräser an. Auch das wird mit einigem Aufwand verbunden sein. „Uns liegen schon über 100 Anmeldungen vor“, erzählt der Vorsitzende und sagt weiter: „Die Leute haben alle schon ihr Startgeld bezahlt und das müssen wir jetzt natürlich wieder zurück überweisen.“ Einen Nachholtermin für den Triathlon wird es nicht geben, „denn das macht im Herbst keinen Sinn“, glaubt Gräser.

Das Mountainbike-Wagwiesenrennen, das wie gewohnt im Mai stattfinden sollte, wurde ebenfalls früh gestrichen. Auch die Sportbegegnung des NSV Ende Juni in Lübben-Lubolz wird den Coronabeschränkungen zum Opfer fallen. Ob und welche Neunkircher Stadtmeisterschaften in diesem Jahr stattfinden können, ist noch fraglich. Die Delegiertenversammlung des NSV, die Anfang April vorgesehen war, wird im Herbst nachgeholt. Auf einigen Kosten wie beispielsweise für den Druck der Einladungskarten oder des eigens für das Jubiläumsjahr gestaltete Briefpapier wird der NSV sitzen bleiben. „Aber“, auch das sagt der oberste Neunkircher Sportfunktionär, „im Vergleich zu anderen Vereinen oder Verbänden kommen wir da glimpflich davon.“

 Ausgerechnet im Jubiläumsjahr des NSV müssen der Neunkircher Triathlon (unser Foto zeigt die Veranstaltung vom vergangenen Jahr) und das Wagwiesenrennen ausfallen. Foto: Heinz Bier

Ein schwerer Schlag für den Sportverband war zudem im März der plötzliche Tod seines langjährigen Schatzmeisters Hans-Werner Schank, der sich um viele organisatorische und finanzielle Angelegenheiten des NSV gekümmert hatte.