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Neunkircher Kulturgesellschaft musste bislang rund 50 Veranstaltungen verschieben

Neunkircher Kulturgesellschaft : Die Planung der Bliestage ist in Wartestellung

Außerdem musste die Neunkircher Kulturgesellschaft bislang rund 50 Veranstaltungen verschieben. 150 Kurse liegen auf Eis.

Dem Geschäftsführer der Neunkircher Kulturgesellschaft, Markus Müller, raucht zurzeit so ein bisschen der Schädel. Egal ob im Büro oder im Home-Office. Denn bekanntermaßen lässt die Ausgangsverfügung keine Menschenansammlungen mehr zu. Mehr als zwei, es sei denn, sie leben in einem Hausstand, sind seit gestern untersagt. Für die Kulturveranstaltungen ist das nun auch wurscht, denn die Kultur hat es mit als erstes getroffen. Schon seit Mitte März findet nichts mehr statt. Vorläufig bis 26. April bleiben Stummsche Reithalle und Gebläsehalle leer. Das bedeutet für die Kulturgesellschaft im Klartext: Bislang über 50 Termine mussten in den Herbst beziehungsweise ins kommende Jahr verlegt werden. Und auch damit noch nicht genug. Der Kulturgesellschaft angegliedert sind unter anderem auch VHS sowie Musik- und Musicalschule. In diesen Einrichtungen liegen zusammengenommen rund 150 Kurse auf Eis.  Wie es in Sachen Bliestage/Stadtfest aussieht, das wissen bislang nur die Götter. „Die Planungen ruhen im Moment. Hier warten wir – und können es auch tun – die kommenden zwei Wochen ab“, sagt Müller der SZ.

Die gute Nachricht für die Kulturliebhaber lautet: Alle Tickets behalten vorerst ihre Gültigkeit. Wer nun aber am avisierten Ersatztermin (siehe Info) nicht können sollte und das schon weiß, oder wer das Pech hat, dass die Veranstaltung zu denen gehört, die gänzlich abgesagt werden, der kann das Ticket zurückgeben. „Die Möglichkeit der Rückgabe wird gerade organisiert“, bittet Müller auf Grund der aktuellen Lage um Geduld. Es bestehe hier aber auch kein Grund zur Eile. Eine weitere Option haben die Karteninhaber natürlich auch noch. Statt Rückgabe einfach aufs Geld verzichten und sich so in der schwierigen Situation mit Künstler und Veranstalter solidarisch zeigen.

„Bei den Verlegungen fahren wir alle nur auf Sicht, da sich die Lage ja im Moment sehr schnell entwickelt.“ Müller verweist aus diesem Grund auf die Homepage (www.nk-kultur.de) und  auf die Facebook-Seite der Neunkircher Kulturgesellschaft. Dort würden alle Veränderungen und Verlegungen sowie Absagen kommuniziert.

Was Müller, der ja selbst seit vielen Jahren künstlerisch aktiv ist, natürlich zusätzlich bedrückt, ist die Situation der Kunstschaffenden und der Dienstleister im Bereich der Kunst. Die Kulturgesellschaft stehe da in ständigem Kontakt, man überlege, wie man Unterstützung gewähren kann. „Wir finden hier sicher Lösungen“, sagt Müller, „dies regeln wir aber ganz individuell und nicht allgemein.“ Auch informiere die Kulturgesellschaft die Partner über Unterstützungsmöglichkeiten des Landes und des Bundes. Was die Dozenten der Musikschule anbelange, werde es für März und April auf jeden Fall vollständige Honorarfortzahlung trotz Unterrichtsausfall geben. Auch die VHS arbeite an individuellen Lösungen. „Dies alles sind Zeichen der zusätzlichen kulturellen Unterstützung für unsere Partner im Rahmen unserer Möglichkeiten.“

Aber weil es nun einmal auch ein Hauptanliegen der Kulturgesellschaft ist, die Kultur zu den Menschen zu bringen, nutzt man auch hier den zurzeit einzig möglichen Wege: das Internet. „So teilen wir fortlaufend über unsere Kanäle digitale Angebote unterschiedlichster Künstler und Kunstformen.“ Das will man auch noch ausbauen. Natürlich vor allem auch die Neunkircher Kunst präsentieren. Überlegungen und Planungen laufen hier. Zwar, das weiß keiner besser als Müller, komme das nie an die Aura des Live-Kunsterlebnisses ran, soll aber trotzdem die nächsten Wochen praktiziert werden.

Worüber sich Müller jetzt auch bereits Gedanken macht: Wie wird es, wenn sich die Lage wieder geändert hat? Wie könnte dann das Kulturangebot in einer Übergangsphase aussehen? „Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass wir direkt vom Zweier-Kontakt auf 1000er-Konzerte springen werden. Das gelte für alle Bereiche der Kulturgesellschaft, auch für Musikschule, VHS, Städtische Galerie. In diesem „besonderen Kulturjahr“ habe sein Team Ungewohntes zu leisten, dass dieser Einsatz keine Selbstverständlichkeit ist, dessen ist sich Müller bewusst und deshalb voll des Lobes für seine Leute. Die sind im Übrigen im Sinne der Fürsorgepflicht nur stundenweise im Büro, arbeiten in großen Teilen im Home-Office. Für den Publikumsverkehr ist gänzlich gesperrt. Während der Präsenzzeiten werden die wichtigsten Aufgabe erledigt, beispielsweise Überweisungen getätigt. Allerdings: Per Mail sind alle Mitarbeiter zu erreichen und auch die Mailboxen der Telefonanlage sind geschaltet, das gilt auch für die Hotline: (068 21) 20 25 64.