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Neunkirchen zählt wieder mehr Köpfe

Eine Stadt braucht Leben, so wie hier auf dem Stummplatz: Die Einwohnerzahl Neunkirchens wächst wieder an. Archiv-Foto: Hiegel
Eine Stadt braucht Leben, so wie hier auf dem Stummplatz: Die Einwohnerzahl Neunkirchens wächst wieder an. Archiv-Foto: Hiegel FOTO: Hiegel
Neunkirchen. Die Einwohnerzahl Neunkirchens erholt sich wieder. Das Rathaus beziffert sie mit 47 888 Menschen. Syrer bilden nach den Italienern mittlerweile die zweitstärkste Gruppe unter ausländischen Bürgern. Michael Beer

Zwischen Keksdose auf dem Lübbener Platz und Bahnhofstraße ist in diesem Sommer am Abend viel los. Menschen sitzen zusammen, reden oder sind mit ihren Handys beschäftigt, manche spielen Ball mit Kindern. Die Belebung, die sich an diesem kleinen Fleck der Neunkircher Innenstadt zeigt, korrespondiert mit den Einwohnerzahlen, die die Pressestelle der Kreisstadt kürzlich öffentlich gemacht hat: Neunkirchen wächst wieder an Köpfen, für den August hat das Rathaus die Einwohnerzahl mit genau 47 888 Menschen beziffert. Zum Jahreswechsel hatten die Statistiker noch von gut 47 400 Neunkirchern gesprochen. Eine Erholung zeichnet sich nach stetigem Abschwung in den Vorjahren demnach ab. Im Jahr 2000 hatte die Kreisstadt noch über 50 000 Einwohner, zwischen 2004 und 2009 verlor sie im Schnitt pro Jahr annähernd 400 Köpfe. Der Tiefpunkt der jüngeren Vergangenheit war 2013 erreicht mit rund 46 600 Einwohnern.



Seit 2014 ist der Zuzug größer als der Wegzug und das negative Saldo aus Sterbefällen und Geburten, führt die Stadt aus. Neunkirchen verzeichnet in diesem Zeitraum ein Plus von etwa 1300 Einwohnern. Die Steigerung ist in erster Linie mit Zuwanderung von Menschen aus Syrien und Osteuropa zu erklären. Der Ausländeranteil in Neunkirchen liegt derzeit bei 14,8 Prozent.

Statistisch gesehen stammen die meisten ausländischen Bürger aus Italien, gefolgt von Syrien, Bulgarien und der Türkei. Aktuell sind neben der deutschen noch 105 weitere Staatsangehörigkeiten verzeichnet. Stabile Einwohnerzahlen sind für eine Stadt in vielerlei Hinsicht wichtig. Bei den Schlüsselzuweisungen des Landes an die Kommunen etwa spielt auch die Kopfzahl eine Rolle. Mehr Leute heißt also auch mehr Geld. Zuzug aus anderen Ländern schafft zugleich Ängste. Neunkirchens Oberbürgermeister Jürgen Fried hat vor wenigen Tagen im SZ-Sommerinterview unter anderem angekündigt, mit einer Citywache in der Wellesweilerstraße dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen nachzukommen (die SZ berichtete). Sein Wunsch nach einem starken Staat hat ihm dabei allerdings auch viel Kritik eingebracht.