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Neunkirchen will bessere Anbindung ans ICE-Netz

Neunkirchen will bessere Anbindung ans ICE-Netz

Vertreter des Verkehrsclubs Deutschland und des Verkehrsvereins Neunkirchen haben am Freitag Pläne vorgestellt, wie sich Neunkirchen besser an den ICE-Knotenpunkt Mannheim anbinden ließe.

So gehört es sich für einen Vertreter des ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD): Zum Pressetermin am Freitag ist VCD-Vorstandsmitglied Manuel Schauer von Dillingen mit Bahn und Fahrrad ins Neunkircher Rathaus angereist. Dort stellte er mit Otto Dietz und Thomas Rammo (beide Verkehrsverein Neunkirchen , VN) eine Idee vor, die den Bahnverkehr ab Neunkirchen voranbringen soll: Der Regionalexpress Süwex, der derzeit nur von Saarbrücken über St. Ingbert nach Homburg fährt, soll auch Neunkirchen bedienen und damit die Verbindung zum ICE-Knotenpunkt Mannheim verbessern. Im Detail haben VCD und Neunkircher Verkehrsverein unterschiedliche Ansätze. Einig sind sie: Es muss etwas geschehen. Schließlich geht es nicht nur um Neunkirchen und das direkte Umland. Otto Dietz spricht von 289 000 Menschen, die Richtung Mannheim eine schlechte Anbindung haben. Betroffen sind Reisende aus dem St. Wendeler Land mit Ottweiler und Wiebelskirchen, Reisende auf den Fischbachtal-, Sulzbachtal-, Illtal-Linien, die alle Neunkirchen als Knotenpunkt anfahren, und zudem Bexbacher, die auf der Strecke zwischen Neunkirchen und Homburg von einer besseren Anbindung profitieren würden. Bexbach, sagte Dietz, sei im Bahnverkehr besonders hart betroffen, da man von dort nicht einmal umsteigefrei nach Saarbrücken könne. Es sei ein Skandal, dass über St. Ingbert täglich 70 Züge zwischen Saarbrücken und Mannheim führen, während Neunkirchen abgehängt sei.

Seit anderthalb Jahren, erläuterte VCD-Mann Schauer, fahren die Süwex-Züge auf der Strecke Koblenz/Mannheim über St. Ingbert. Der VCD schlägt vor, mit einer "Flügelzug-Variante" Neunkirchen mit ins Boot oder besser aufs Gleis zu bringen. Die als Doppelzüge verkehrenden Süwex-Regionalexpress-Fahrten sollen Richtung Saarbrücken in Homburg getrennt (in anderer Richtung gekoppelt) werden und dann mit einem Teil nach oder auch über Neunkirchen hinaus und mit dem anderen weiter über St. Ingbert verkehren. Die Fahrgäste bekämen so eine vorteilhaftere Anbindung Richtung Mannheim mit weniger Umsteigen. Besonders die Pendlerzeiten sollten mit den Süwex-Zügen abgedeckt werden. Mindestens im Zwei-Stunden-Takt, besser aber im Ein-Stunden-Takt ließe sich die Strecke bedienen.

Der VN seinerseits schlägt vor, von den 14 Süwex-Zügen, die derzeit im Stundentakt über St. Ingbert fahren, sieben via Neunkirchen zu führen. Otto Dietz erläuterte aber, er könne sich auch mit der VCD-Lösung anfreunden.

Zu den Kosten des Projektes hielten sich beide Seiten bedeckt. Die Koppel-Technik sei in Homburg für "unter einer Million Euro" einzubauen. Hinzu kämen mehr Personalkosten und wohl mehr Wagen. Aber über das Einsparen einer Regionalbahn ließen sich jährlich etwa 500 000 Euro Kosten reduzieren, zudem könnten neue Kunden die Einnahmenseite stärken.

Bislang ist das alles eine Idee, auf Fachebene schon besprochen. Jetzt sollen das Land als Besteller des Verkehrs und die Deutsche Bahn als Streckenbetreiber involviert werden. Neunkirchens OB Jürgen Fried erklärte als Gastgeber der Pressekonferenz, der Verkehrsverein habe schon seit geraumer Zeit versucht, die Situation zu verbessern. Bislang habe "nichts gefruchtet". Er hofft auf den neuen Vorstoß. Ottweilers Bürgermeister Holger Schäfer , der ebenfalls nach Neunkirchen gekommen war, mahnte die Kostenseite an. Der ländliche Raum brauche höhere Mobilität, auf der anderen Seite gelte es die Haushaltsnotlage zu beachten.