Thomas Kundt in der Stummschen Reithalle „Hinter jedem Tatort steht ein tragisches Leben.“ — Was der Tatortreiniger in Neunkirchen erzählt

Neunkirchen · „Nach dem Tod komm ich“ lautet der Titel des Buches von Thomas Kundt. Der Tatortreiniger war zu Gast in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen und erzählte in Wort und Bild, was das im Klartext bedeutet.

Wie eine Wohnung aussehen kann, in der längere Zeit ein Toter lag, auch davon hatte Tatortreiniger Thomas Kundt Beispielfotos aus seiner Berufspraxis mitgebracht.

Wie eine Wohnung aussehen kann, in der längere Zeit ein Toter lag, auch davon hatte Tatortreiniger Thomas Kundt Beispielfotos aus seiner Berufspraxis mitgebracht.

Foto: Elke Jacobi

Ein bisschen befremdet geht man schon nach Hause. Nicht wegen der Sache an sich oder dem, was man da gerade gehört und auch gesehen hat. Nein. Eher deshalb, weil man sich tatsächlich gut amüsiert hat. Dabei war das Thema des Abends alles andere als witzig. Trotzdem gab es viel zu lachen und zu schmunzeln. Fast schon so, wie wenn man Bjarne Mädel im Fernsehen sieht. Als Tatortreiniger. Doch die Serie mit Mädel ist Fiktion, präsentiert von einem Schauspieler. Thomas Kundt aber, der macht das in echt. Seit zehn Jahren arbeitet Kundt als Tatortreiniger, bekommt Dinge zu sehen, die nie ein Mensch gesehen hat. Seit fünf Jahren erzählt der ehemalige Finanzberater von seiner Arbeit in der Öffentlichkeit, hat einen Podcast, einen Youtube-Kanal und mindestens 20 Auftritte im Jahr. Im Saarland war er schon öfter, erinnert er sich im SZ-Gespräch. Wo, das weiß er nicht mehr. Dass er nun erstmals in der Stummschen Reithalle in Neunkirchen auftritt, das ist Tim Masson von der Neunkircher Kulturgesellschaft zu verdanken. Der hat Kundt gesehen und für gut befunden. Eine ausverkaufte Reithalle gab ihm Recht. Und wiederkommen wird er vermutlich auch, dann, wie Lars Lößner verrät, vermutlich in die Gebläsehalle.