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Neujahrskonzert bringt Gold und Silber auf die Bühne

Neujahrskonzert bringt Gold und Silber auf die Bühne

Rund 800 Besucher drängten am Samstagabend in den großen Saal der Neunkircher Gebläsehalle. Sie bekamen ein feines Konzert zum Jahresauftakt geboten, das auch schon einen Ausblick auf das Frühjahr schenkte.

Um bei minus fünf Grad und glatten Straßen vor die Tür zu locken, muss eine Veranstaltung schon Gewicht haben. Und das hat das Neunkircher Neujahrskonzert inzwischen: Rund 800 Besucher drängten am Samstagabend in den großen Saal der Gebläsehalle. Uwe Wagner, Geschäftsführer der Kulturgesellschaft, sprach vom "bislang bestbesuchten Neujahrskonzert". Dass dieses sich so gut etabliert hat, liegt sicher auch daran, dass Wagner auf renommierte Orchester setzt. Nachdem in den vergangenen beiden Jahren die Neue Philharmonie Frankfurt begeistert hatte, waren nun zur Abwechslung die Stuttgarter Philharmoniker mit Dirigent Stefan Blunier zu Gast. Im Gepäck hatten sie "Gold und Silber - Musikalische Schätze aus Wien und Paris", ein Programm voller Glanz und Pomp. Doch wann sind diese angebracht, wenn nicht zur Einweihung eines neuen Jahres? Während draußen in der Kälte die Eiskristalle glitzerten, durfte es drinnen musikalisch funkeln.

Los ging es relativ handfest mit einem Militärmarsch von Erich Wolfgang Korngold. Und als Blunier ankündigte, man werde ebenso zackig schließen, raunte man sich im Publikum bereits mit Vorfreude den Titel "Radetzky-Marsch" zu. Johann Strauss Vater war jedoch schon davor sehr präsent - er und Johann Strauss , der Sohn, nahmen im Programm breiten Raum ein, ebenso Robert Stolz und Jacques Offenbach . Dabei verstanden es Blunier und das Orchester , die "musikalischen Schätze" in edelstem Licht erscheinen zu lassen, fernab von aufgeblasenem Protz, dafür in ausgewogenen, glasklaren und schillernden Klangfarben.

Zauberhaft fügte sich da hinein der Sopran von Jennifer Zein. Die gebürtige Deutsche, die in den USA aufgewachsen ist, glänzte mit Esprit und einer erstaunlichen Sicherheit in den höchsten Tönen - so in der Glöckchenarie aus Léo Delibes Oper "Lakmé", in der die indische Priestertochter ihr Liebesleid klagt. "Und das mit ziemlich schnellem Rauf und Runter", wie Blunier, der locker und humorvoll durch den Abend führte, bemerkte. "Unsere Solistin nimmt bei diesem Stück direkte Konkurrenz zum Glockenspiel auf."

Bei "Gold und Silber " durfte natürlich auch Franz Lehárs gleichnamiger Walzer nicht fehlen. Doch bezog man den Titel, wie Blunier erklärte, allgemein auf die beiden großen Zeitalter des Wiener Walzers und der Wiener Operette : Die Epoche von Strauß Vater und Sohn gilt als die goldene, die von Lehár und Stolz als die silberne. Ein paar Farbtupfer in Form von Frühlingsvorboten hielt das Orchester dann auch noch für sein Publikum bereit, so den Marsch aus der Operette "Frühjahrsparade" und den "Frühlingsstimmenwalzer". "Morgen werden die Straßen wieder befahrbar sein", versprach Blunier.