Neues Zentrum in der City

Bereits im vorigen Jahr hat das Diakonische Werk an der Saar das Gebäude Bahnhofstraße 26 erworben. Geschäftsführer Wolfgang Biehl, Helmut Paulus von der Öffentlichkeitsarbeit und Architekt Bernd König stellen das Projekt vor.

Helmut Paulus (Öffentlichkeitsarbeit), Wolfgang Biehl (DWSaar-Geschäftsführer) und Architekt Bernd König beim Redaktionsgespräch.

Das Diakonische Werk an der Saar (DWSaar) verlagert sein Zentrum aus der Hospitalstraße in die Innenstadt. Zusätzlich sollen weitere Angebote am neuen Standort, der ehemaligen Klinik in der Bahnhofstraße, gebündelt werden. DWSaar-Geschäftsführer Wolfgang Biehl erläutert im Redaktionsgespräch, was auf den sechs Stockwerken künftig zu finden sein wird. "Im Kellergeschoss werden wir die Sanitärräume der Wärmestubb unterbringen - zusätzlich Waschmaschinen." Im Erdgeschoss soll der offene Treff der Wärme stubb in Kooperation mit dem Caritasverband angesiedelt werden, darüber die Sozial- und Familienberatung, Migrationsberatung und das ambulante Betreute Wohnen. Im zweiten Obergeschoss werden künftig die zwölf Sprachkurse für Flüchtlinge stattfinden. Außerdem soll hier der Jugendmigrationsdienst einziehen. Die Sozialstation Neunkirchen /Spiesen-Elversberg belegt das dritte Stockwerk. "Sie hat 80 Mitarbeiter. Sieben werden ständig im Haus arbeiten", so Biehl. Im vierten Stock wird das Schulverweigerer-Projekt untergebracht. Es hilft Jugendlichen bei Problemen in der Schule und beim Finden eines Ausbildungsplatzes. Das Projekt teilt sich die Etage mit dem Stromsparcheck-Projekt, das sich um die Strom-Situation in Haushalten armer Menschen kümmert. Neben dem Haus sollen 20 Parkplätze entstehen.

"Insgesamt wird es 35 Mitarbeiter im Haus geben", so Biehl. Bis diese aber ins neue Gebäude einziehen können, ist noch einiges zu tun. Das Gerüst steht. Laut Architekt Bernd König läuft derzeit noch das Genehmigungsverfahren für das Brandschutzkonzept. "Deshalb fangen wir mit der energetischen Sanierung an", so König. Diese umfasst eine neue Dachdämmung , ein Wärmedämmverbundsystem für die Fassade und neue, dreifach verglaste Fenster. Anschließend wird entkernt und werden die Grundrisse der sechs Etagen mit insgesamt rund 1250 Quadratmetern Fläche auf die Bedürfnisse der Diakonie angepasst. Dazu gehört auch, dass das Haus barrierefrei umgebaut wird. Laut Architekt König werden Türen verbreitert, ein ehemaliger Bettenaufzug wird Rollstuhlfahrer auf jede Etage befördern können und die Eingänge werden über Rampen erreichbar sein. Helmut Paulus, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim DWSaar, betont, dies bedeute eine deutliche Verbesserung gegenüber dem früheren Standort: "Barrierfreiheit ist im derzeitigen diakonischen Zentrum überhaupt nicht gegeben." Rund 1,2 Millionen Euro wird das DWSaar darlehensfinanziert in den Umbau investieren. Einen kleinen Toto-Zuschuss gab es lediglich für die Barrierefreiheit - der Rest ist Eigenleistung. Der Umzug hat laut Biehl mehrere Vorzüge. Zum einen seien die Angebot so besser vernetzt, zum anderen sei man am neuen Standort besser zu erreichen. "Die Klienten der Wärmestubb freuen sich schon", so Biehl. Täglich nutzen rund 200 Menschen - Tendenz steigend - verschiedene Angebote.

Bis im Frühjahr soll der Umbau abgeschlossen sein - eine günstige Witterung vorausgesetzt. Dann werden die einzelnen Stellen, allen voran die Sozialstation, ihre neuen Räume beziehen. "Wir geben dem Gebäude ein neues Gesicht", so Biehl, "die Verwaltung müsste also froh sein, dass wir an dieser Stelle auch etwas fürs Stadtbild tun."

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