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Neuer Mädchen Treff namens „Rosa“ in den Awo „Betreuung am Tag“-Räumen

Mädchentreff in Neunkirchen : Rosa steht für starke Frauen

Neuer Mädchen Treff in den Awo-„Betreuung am Tag“-Räumen eröffnet.

„Lachen“, „Kochen“, „Billard“, „Freundinnen treffen“, „Musik“, „Entspannung“, „Spaß“ und „dies & das“ wird es ab 29. Oktober jeden Donnerstag im „Mädchen Treff Rosa“ geben. Von 17 bis 19 Uhr sind dort junge Frauen ab 12 Jahren – mit oder ohne Migrationshintergrund - unter sich. Theoretisch läuft dieses neue Angebot der Awo Saarland bereits seit März, hätte nicht Corona dazwischen gefunkt. Umso glücklicher sind nun alle Beteiligten, dass es endlich losgeht, allen voran die Sozialpädagoginnen Aline Rixecker und Janine Heuer, die die Gruppe leiten.

Beim offiziellen Akt am Donnerstagmorgen stellte Birgit Luhmann, Direktorin Awo-Jugendhilfe, das Projekt vor. Es handele sich um ein offenes Angebot, „in dem Mädchen an ihren Themen arbeiten können“. Die Idee dafür stammt von Heike Neurohr-Kleer, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises. Tatsächlich fehlte es in Neunkirchen bisher an einem auf weibliche Jugendliche dieser Altersgruppe zugeschnittenen Angebot, betonte Landrat Sören Meng.

Schnell war man sich klar: „Wir bringen das auf den Weg.“ Mit der Arbeiterwohlfahrt fand man einen kompetenten Partner, der mit seiner „Betreuung am Tag“ (BaT) über die entsprechenden Räumlichkeiten in der Wellesweilerstraße 38 verfügt. Seit 15 Jahren bietet die Awo dort nachmittägliche Betreuung für Kinder an. Der Mädchen Treff findet im Anschluss statt.

Geplant ist „eine Mischform aus festen und offenen Angeboten“, informierten die beiden Leiterinnen des Rosa-Treffs. Fest geplant sind bereits drei Termine Selbstbehauptungs-Workshop in Kooperation mit „Herzenssache“. Zudem sind ein „Hallo Zukunft“-Berufsförderungs-Projekt und im Dezember ein Weihnachts-Aktionstag anvisiert.

Ihr Ziel sei es, die Mädchen dabei zu unterstützen, „zu selbstbewussten jungen Frauen heranzuwachen“, erklärte Janina Heuer. Der Name des Treffs, bei dem man sofort Einhörner und Prinzessinnen assoziiert, rührt aus einer ganzen anderen Richtung: „Wir haben uns im Vorfeld mit starken Frauen der Geschichte beschäftigt.“

Dabei sind sie auf Rosa Luxemburg und Rosa Parks gestoßen, die eine sozialistische Arbeiterführerin, die am 15. Januar 1919 ermordet wurde, die andere eine US-amerikanische Bürgerrechtlerin. Parks war am 1. Dezember 1955 in Alabama festgenommen worden, weil sie sich weigerte, als Afroamerikanerin ihren Sitzplatz im Bus für einen weißen Fahrgast räumen zu müssen. „Natürlich spielen wir auch ein bisschen mit Klischees“, Rosa ist und bleibt die Mädchenfarbe schlechthin. Ihnen sei wichtig, dass die Jugendlichen hier einen Raum vorfinden, „der frei von gesellschaftlichen Erwartungen“ ist, „wo sie sie selbst sein können“, ergänzte Aline Rixecker.

Finanziert wird der Mädchen Treff Rosa zunächst für ein Jahr vom Landkreis Neunkirchen. Da man eher nicht von einem Selbstläufer ausgehen kann, trotz der zentralen Lage in der Innenstadt, heißt es nun tüchtig die Werbetrommel rühren.

„Wenn es uns gelingt, dass der Ort angenommen wird, lässt sich hier sicher noch viel entwickeln“, zeigte sich Landrat Sören Meng optimistisch. Hilfreich sind dabei ansprechende Flyer und Plakate. Ein erstes haben Rixecker und Heuer selbst entworfenen – in guter alter Handarbeit, mittels ausschneiden und aufkleben. Ob es die Zielgruppe honoriert, wird sich zeigen.