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Neue Heimat für Kreuzweg von St. Pius

 Im Momentum wurde eine Ausstellung mit Gemälden des Kreuzweges eröffnet. Dekanatsreferent Klaus Becker und die Initiatorin Hildegard Meiser eröffneten die Ausstellung. Foto: Jörg Jacobi
Im Momentum wurde eine Ausstellung mit Gemälden des Kreuzweges eröffnet. Dekanatsreferent Klaus Becker und die Initiatorin Hildegard Meiser eröffneten die Ausstellung. Foto: Jörg Jacobi FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Bis 23. April ist die Ausstellung „... und nahm sein Kreuz auf sich“ im Neunkircher Momentum zu sehen. Anja Kernig

Ob das alles so traurige Lieder sein müssen, hatte Kirchenmusikerin Melina Wack bei der Vorbereitung auf die Veranstaltung gefragt. Immerhin geht es um Leiden, Folter, Tod und Trauer. Nein, eigentlich nicht, war die Antwort von Dekanatsreferent Klaus Becker gewesen. "Wir haben auch etwas zu feiern." Dass es nämlich 33 Jahre nach ihrer Entstehung wieder einen Ort gibt, wo die 15 Tafeln des Kreuzweges der ehemaligen Pfarrkirche St. Pius (wir berichteten) erneut gezeigt und hervorgehoben werden. Zugleich sei diese Ausstellungseröffnung im Momentum ein guter Anlass, noch einmal Danke zu sagen: den Machern von damals, die in Person der drei Gruppenleiterinnen Eva Maria Bauer, Elke Lang und Hildegard Meiser sowie einer ehemaligen "Kirchenmaus", Eva Maria Meiser-Storck, zugegen waren.


"Die Bilder wirken ein wenig gräulich", "passt das überhaupt", "hat das mit mir zu tun" - das waren Gedanken, die Becker und sein Team im Vorfeld bewegten. Immerhin hängen hier sonst bunte, lebensbejahende Plakate und Bilder an den Wänden. "Ostern und Auferstehung sind für uns Christen nicht ohne das Kreuz, die Buße und die Umkehr denkbar", argumentierte Becker, weshalb es genau die richtigen Bilder zur richtigen Zeit am richtigen Platz sind. "Hierzu braucht es einen Weg mit verschiedenen Stationen, um den Gehalt des nahenden Osterfestes spüren zu können." Genau deshalb sei er von Beginn an überzeugt gewesen, dass es sich lohnt, diese eindrucksvollen Kreuzwegtafeln ins Momentum zu holen. Soll doch die Begegnungsstätte in den kommenden Wochen eine Art "Haltestelle" auf dem Weg nach Ostern werden. Er versteht die Ausstellung vor allem als Einladung, "nicht ganz ohne Anspruch, aber wir wollen es wagen", betonte Becker.

Es seien keineswegs traurige Wochen und Monate gewesen, in denen diese Tafeln entstanden, erinnerte sich Eva Maria Meiser-Storck. "Wir waren nonstop motiviert und hatten viel Spaß miteinander." Zum Ausgleich gab es diverse Laubschlachten draußen. "Das hat die Schwere aus der Arbeit genommen", erzählt die diplomierte Psychologin, die längst selbst Mutter ist. Besonders berühre sie immer noch jenes Bild, "wo Jesus in den Schoß von Maria gelegt wird".



Die Eltern von Martin Lang erzählen, dass ihr Sohn, der wegen einer Muskelerkrankung auf den Rollstuhl angewiesen war, die fünfte Station für sich ausgesucht hatte, wo Simon von Cyrene in Aktion tritt. Warum? "Weil da jemand ist, der hilft." Martin sei später selbst noch in Jerusalem auf Pilgerfahrt gewesen und habe "seine" fünfte Station im Original erlebt - der Höhepunkt seines Lebens, erzählte Elke Lang. Martin starb mit 16 Jahren. Hildegard Meiser erzählte, dass später noch zwei neue Kinder zur Gruppe stießen, als die ursprünglich auf 14 begrenzten Stationen bereits fertig waren: "Warum gibt es keine Auferstehung", fragte einer der Jungen - der Anstoß, tatsächlich noch eine 15. Tafel anzufertigen: Die der größten Hoffnung. Zuversichtlich statt traurig klang der "kleine lithurgische Abend" (Becker) mit einem gemeinsam gesungenen irischen Segenslied aus: "Und bis wir uns wiedersehen, halte Gott dich fest in seiner Hand."

Zum Thema:

Ansehen kann man die Tafeln während der regulären Öffnungszeiten dienstags bis freitags von 10 bis 18 Uhr sowie samstags von 11 bis 17 Uhr. Führungen, gerne auch für Kinder, können unter Telefon (0 68 21) 40 18 84 10 vereinbart werden.