Neubeginn unter der Freiheitsstatue

Neubeginn unter der Freiheitsstatue

Kreis Neunkirchen/New York City. Weg von daheim lebt Monika Menasche schon lange. Über England und Frankreich zog es sie vor über 50 Jahren schließlich mit dem Dampfer übers Meer und ins gelobte Land vieler Auswanderer - nach New York City

Kreis Neunkirchen/New York City. Weg von daheim lebt Monika Menasche schon lange. Über England und Frankreich zog es sie vor über 50 Jahren schließlich mit dem Dampfer übers Meer und ins gelobte Land vieler Auswanderer - nach New York City. Seit 1956 ist sie in der amerikanischen Millionenstadt zuhause, aber an ihren Heimatort, die saarländische Hüttenstadt, denkt die Auswanderin noch heute gern zurück. "Neunkirchen ist und bleibt meine erste Heimat", sagt Menasche, die 1930 in Neunkirchen zur Welt kam.Kontakt zu Familie und Freunden im Saarland hat die Seniorin noch heute. Aber sie muss nicht nur in der rund 6000 Kilometer entfernten, ersten Heimat anrufen, um mit ihren Lieben zu sprechen. Denn Monika Menasches Familie ist international - und das hat mit dem aufregenden Leben des jungen Neunkircher Mädchens zu tun, das 1949 in die Ferne zog.

"Nach dem Krieg hat mich die Abenteuerlust ergriffen", erinnert sich die Fremdsprachen-Lehrerin im Ruhestand. "Ich bin zunächst mit meiner Schwester Martha nach London ausgewandert, wo wir drei Jahre verbrachten." Von dort ging es zurück nach Deutschland, "nach einem kurzen Aufenthalt in Neunkirchen" für ein Jahr nach Kaiserslautern.

Aber Monika Menasche packte wieder das Fernweh, "ich ging nach Paris und lebte drei Jahre dort". In der Stadt der Liebe lernte sie in den 50er Jahren auch ihren Mann kennen. "Wir haben geheiratet und ich bekam mein erstes Kind." Und 1956 zog es die junge Familie schließlich über den Atlantik. "Wir haben Paris verlassen und sind nach New York gefahren."

Mit dem Dampfer übers Meer - Familie Menasche kam Mitte der 50er Jahre als eine von Millionen Einwanderergruppen aus ganz Europa an ihrem Traumziel, der Weltstadt unter der Freiheitsstatue, an. Und 56 Jahre später ist New York City noch immer ihr Zuhause.

Der Neubeginn in der Stadt, die niemals schläft, gelang Monika Menasche vor einem halben Jahrhundert sehr gut. Die Familie wuchs, "noch drei Kinder wurden geboren". Auch beruflich gelang der Sprung ins neue Leben. "Ich nahm in Amerika das Studium auf und fünf Jahre später ergriff ich den Lehrerberuf", erzählt die Neunkircherin, die aus ihrer Begabung für Fremdsprachen einen Beruf machte.

"Ich unterrichtete Französisch, Deutsch, Spanisch und Englisch als Fremdsprache." In der Metropole, die schon damals ein Schmelztiegel verschiedener Sprachen und Kulturen war, fanden sich stets lernwillige Schüler.

"Seit 17 Jahren bin ich jetzt im Ruhestand und genieße meine Familie." Und die ist groß. Zu den vier Kindern und Schwiegerkindern kamen - bisher - sieben Enkelkinder, und Monika Menasche ist glücklich in ihrer Mitte. Der Großteil der Familie ist in den USA zuhause, verteilt von der Ost- bis zur Westküste.

Und so gehört das Reisen noch immer zu Monika Menasches Leben, wenn sie zu Besuch von Ost nach West fliegt, von New York nach San Francisco, zum Beispiel. Aber trotz ihres wahrgewordenen amerikanischen Traums - im Herzen ist Monika Menasche stets Neunkircherin geblieben. "Die Stadt habe ich nie vergessen", sagt sie, "auch nicht in so weiter Ferne". "Neunkirchen ist und bleibt meine erste Heimat. Die Stadt habe ich nie vergessen, auch nicht in so weiter Ferne."

. . . in ihre neue Heimat, zog es Monika Menasche aus Neunkirchen. Fotos: Müller (1), dpa (3), Menasche (1).

Monika Menasche