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Nervös und trotzdem super gelesen

Nervös und trotzdem super gelesen

Maximilian Backes und Jonas Reinheimer sind die Sieger des Vorlesewettbewerbes auf Kreisebene. Sie setzten sich in einem Feld von elf Schulsiegern der sechsten Klasse durch. Die Jury hatte eine schwere Wahl.

Keine Frage, was die elf Kreisentscheid-Teilnehmer des Vorlesewettbewerbes des deutschen Buchhandels gestern Nachmittag zu absolvieren hatten, war nicht leicht: Ein bekannter Text, aber auch ein völlig unbekannter, mit ein paar delikaten Fremdwörtern gespickter Text mussten möglichst fehlerfrei, flüssig und dazu noch gut artikuliert vorgetragen werden. Doch angesichts dessen, wie prima die Kinder das alles meisterten, war die Aufgabe der Jury womöglich noch schwieriger. Hans-Jürgen Schäfer, Leiter der Kreisvolkshochschule, Martina Hennes von der Buchhandlung Klein in Illingen und René Bäthies vom Illtal-Gymnasium mussten zwei Sieger auswählen, die zum Landesentscheid fahren dürfen.

Die Anspannung war beinahe greifbar in der Aula des Illtalgymnasiums Illingen (IGI), das Gastgeber war, als Landrat Sören Meng im Namen des Organisators Landkreis die Bekanntgabe der Sieger ankündigte. Die Eltern im Raum, die den Wettbewerb hatten verfolgen dürfen, sorgten mit kräftigem Klopfen auf die Tische für einen spontanen Trommelwirbel und dann war es soweit: Es fielen die Namen Maximilian Becker und Jonas Rheinheimer.

Doch von den anderen Vorlesern brauchte niemand enttäuscht zu sein: "Ihr seid alle Sieger und Vorbilder an euren Schulen", betonte Meng. Denn die Kinder waren bereits an den teilnehmenden Schulen (Gymnasien und Gemeinschaftsschulen) in der Klassenstufe sechs als jeweils bester Vorleser der Schule ausgewählt worden.

Außerdem bekamen alle vom Börsenverband des Deutschen Buchhandels ein Buch, vom Landkreis einen Buch-Gutschein sowie von beiden Urkunden. "Ihr habt alle toll gelesen", bescheinigte auch Schäfer im Namen der Jury. Für Maximilian und Jonas gab es noch ein weiteres Buch obendrauf - willkommener Nachschub für die Bücherwürmer : "Ich lese sehr viel, am liebsten lustige oder spannende Bücher", sagte der zwölfjährige Jonas, der das Krebsberg-Gymnasium in Neunkirchen vertrat. Dass es unendlich viele Geschichten gebe, mit denen man sich in unendlich viele verschiedene Welten denken könne, das gefalle ihm. Maximilian von der Maximilian-Kolbe-Schule in Wiebelskirchen, ebenfalls zwölf Jahre alt, liest am liebsten Fantasy. Der Sieg war für ihn völlig überraschend gekommen: "Die Konkurrenz war verdammt stark." Er sei zwar vor dem Lesen nervös gewesen, habe sich dann aber gut auf die Texte konzentrieren können.

Um eine Minimierung der Nervosität ist man sehr bemüht, deshalb führt der Landkreis den Wettbewerb auch nicht mehr wie früher im Landratsamt durch, sondern reihum an den Schulen. Und das Konzept geht auf, diesmal ganz besonders: "Es ist selten alles so entspannt gelaufen wie heute", sagte Kreis-Jugendpfleger Dietmar Bonnstaedter.

Mit der Aktion wollen alle Beteiligten die Kinder ermutigen, sich mit Literatur zu beschäftigen und sich auszutauschen. So waren die bekannten Texte nicht etwa vorgegeben gewesen, sondern jeder hatte sein eigenes Lieblingsbuch mitgebracht und es den anderen Teilnehmern des Wettbewerbes vorgestellt.