| 20:30 Uhr

NKA-Sitzung
Neinkerjer Faasenacht von ihrer besten Seite

Emol Tollität zu sinn – Klaus-Dieter I. und Gaby II., das Jubiläumsprinzenpaar des NKA, haben es sichtlich genossen. Noch einmal erklang ihr Lied bei der Gemeinschaftssitzung in der Gebläsehalle umringt von Senatoren, Gardemädchen, Prinzgesindel, Funkengardisten im Rücken und Präsident Karl Albert an der Seite.
Emol Tollität zu sinn – Klaus-Dieter I. und Gaby II., das Jubiläumsprinzenpaar des NKA, haben es sichtlich genossen. Noch einmal erklang ihr Lied bei der Gemeinschaftssitzung in der Gebläsehalle umringt von Senatoren, Gardemädchen, Prinzgesindel, Funkengardisten im Rücken und Präsident Karl Albert an der Seite. FOTO: Jörg Jacobi
Neunkirchen. Beim Programm der NKA-Sitzung im Jubiläumsjahr 6 x 11 hielt es die Gäste in der proppenvollen Gebläsehalle kaum auf den Sitzen. Von Elke Jacobi

Was muss das für ein Gefühl sein. Klaus-Dieter I., seines Zeichens amtierender Prinz des Neunkircher Karnevals-Ausschusses scheint sichtlich ergriffen, als er mit Inbrunst sein Fastnachtslied („Emol Prinz zu sinn“) schmettert. Zum wie vielten Male eigentlich? War es doch Höhepunkt jedes seiner Auftritte bei den acht NKA-Vereinen und auch überall dort, wo das Jubiläumsprinzenpaar sonst noch zu Besuch war. Mittlerweile – nur die Uneingeweihten erstaunt das noch – ist das Lied der beiden Tollitäten schon fast zum Ohrwurm-Hit geworden, den jeder Narr – zumindest im Refrain – mitsingen kann. Stehende Ovationen im Saale, auf der Bühne umrahmt nicht nur von der Prinzessin, sondern von zig hübschen Gardemädchen aller Couleur: Schöner kann ein Prinzenleben nicht sein. Schade nur, dass dieser große Auftritt zugleich auch (fast) die letzte Amtshandlung ist. Für einen Leib-und-Seele-Prinzen wie Klaus-Dieter I. und seine Gaby II. sicher mehr als ein kleiner Wermutstropfen. Doch heute wartet noch Höhepunkt zwei – der Rosenmontagszug. Da werden die beiden auf dem extra anlässlich 6 x 11 neu gestalteten Prinzenwagen ihre Liebe zum närrischen Volke noch einmal mit prallen Händen verteilen. Am Freitagabend galt es erst einmal, zurückzublicken auf die närrischen Auftritte. Jede Menge Lob hatte der Prinz da auch im Gepäck: „Ich ziehe mein Kapp – Chapeau vor der Arbeit der Vereine.““


Bevor allerdings das Paar ein letztes Mal sang, hatte auch der Präsident des NKA schon seine Geburtstags-Überraschung erlebt. Traditionell marschiert vor dem offiziellen Einmarsch zu dieser Sitzung mit dem Besten, was die acht Mitgliedsvereine des NKA zu bieten haben, der Fanfarenzug der Roten Funken ein. Dieses Mal kamen die aber nicht alleine. Ehe Karl Albert sich versah mischten sich auf der Bühne Rot- und Blau-Weiß – in Form von Hörsturz vom KUV Wiebelskirchen – zum Eröffnungs-Ständchen. Ganz nach dem Motto in diesem Jubiläumsjahr: All unner ähner Kapp. Das Motto vereinte dann auch die Präsidenten der Mitgliedsvereine am Elferratstisch – dahinter großzügig auf Leinwand verewigt, besondere Menschen aus der Geschichte der Stadt wie Freiherr Karl Ferdinand von Stumm, Sense Eduard und Borussen-Leo.

Vor ihnen präsentierten sich die NKA-Vereine in ihrer schönsten Form. Bis nach 1 Uhr ging es Schlag auf Schlag. Fazit schon gleich hier: Die stark vertretenen Showtanzgruppen gaben einen bunten Querschnitt durch das, was dieses Genre zu bieten hat. Ob in „Bollywood – im Reich der 1000 Rinder“ (Daaler), in „Las Vegas“ (Happy Feet der Plätsch), in die Zeit von „Romeo und Julia“ (Eulenspiegel), zur „Märchenhafte Tagesschau“ (KUV Männerballet, der damit Saarlandmeister wurde), das akrobatische „Sching-Schang-Schong-Samsong“ (Männerballet Die Daaler), mit den entzückenden Schneemännern „Familie Schneemann verreist“ (Rote Funken), dem „Fächer-Laternen-Tanz“ (Daaler Dancing Diamonds) oder dem Tanz des Mit-Geburtstagskindes KKW „Celebration“ – was da an Kostümen, Choreografien und Einfällen überhaupt geboten wurde, das hat die große Bühne verdient.



Natürlich kam auch der klassische Gardetanz nicht zu kurz. Marschtanz genau wie er sein soll – das zeigte allen voran vor allem die Aktivengarde der KG Rote Funken mit ihren 16 hübschen jungen Damen. Zackig schmissig präsentierten sich aber auch all die anderen wie die Aktivengarde des KUV, Plätsch-Mariechen Julia Ziermann und KKW-Mariechen Maria Campora. Stolz präsentiert in jedem Jahr Präsident Albert das Funkentanzpaar Jessica Franz und Andreas Müller. „Ich habe letztes Jahr schon gesagt, ihr sollt an Turnieren teilnehmen – aber das lässt sich wohl schlecht zeitlich mit dem Dienst bei der Bundeswehr vereinbaren“, bedauerte Albert. Grazie hier - Wie-soll-man-es-nennen da: Immer wieder ein Genuss die Asbach-Funken des KUV, mit der ganz anderen unterhaltenden Art des Gardetanzes – übrigens alles ehemalige Saarlandmeister, man glaubt es kaum.

Natürlich standen auch in der Bütt beziehungsweise vorm Mikro die Größen der NKA-Vereine, die das Präsidium im Laufe vieler Kappensitzungs-Besuche ausgesucht hat für die Jubiläums-NKA-Sitzung. Sechs flotte Damen kamen mit Nicolas und Elmar Schneider als „Kaltstarter“ und lockerten die Lachmuskeln. Traditionell hält „Stadtschreiber“ Michael Schley (Rote funken) die erste Rede. „Er beherrscht die hohe Kunst der politischen Rede“, lobte der Präsident. Wer lieber auf hemmungslose Lachen setzt – zumal dann, wenn er zum weiblichen Geschlechte gehört – der war mit den Friedhofweibern (Brunnebutzer) bestens bedient, die zum Teil nach dem Mörder des Gatten suchten – aber einfach keinen finden konnten.

Stehende Ovationen gab’s für Friedel Wagner (KKW). „De Annerschd“ sprach mit seinen Geschichten aus dem Eheleben dann so manchem männlichen Besucher scheint’s aus der Seele. Mit „uiuiuiuius“ schier überschüttet: Eulalia Radebrecher alias Melanie Ruffing (KKW), die so einiges aus dem Zusammenleben mit Sohn Jeremy Justin Jasen heraus plauderte.

Bunt und kurzweilig war das Jubiläumsprogramm, der Auftritt vom Es Friedche (Saskia Schweitzer, KUV) mit seiner gewohnt launigen Rede durfte dabei  ebenso wenig fehlen, wie die Stimmungsmacher Katastrophoniker (Eulenspiegel), die Funkengardisten (Rote Funken), die Gesangsgruppe Ma kenne es nett besser (Brunnebutzer) und Tinnitus (KKW).  Ein rauschender Abschluss der Saalfastnacht – und jetzt: Ab auf die Gass’.

Die Aktivengarde der Roten Funken setzte mit ihrem Auftritt einmal mehr ein Ausrufezeichen.
Die Aktivengarde der Roten Funken setzte mit ihrem Auftritt einmal mehr ein Ausrufezeichen. FOTO: Andreas Detemple
Das Männerballett des KUV Blau Gelb Wiebelskirchen ist der amtierende Saarlandmeister.
Das Männerballett des KUV Blau Gelb Wiebelskirchen ist der amtierende Saarlandmeister. FOTO: Andreas Detemple
Superstimmung schon beim Einmarsch vorm eigentlichen Einmarsch. Traditionell eröffnet der Fanfarenzug der KG Rote Funken.
Superstimmung schon beim Einmarsch vorm eigentlichen Einmarsch. Traditionell eröffnet der Fanfarenzug der KG Rote Funken. FOTO: Jörg Jacobi
Eulalia Radebrecher mit NKA-Präsident Karl Albert.
Eulalia Radebrecher mit NKA-Präsident Karl Albert. FOTO: Andreas detemple / Andreas Detemple