Nächstes Mal wird's noch besser

Die erste Auflage von „Kunst am Gutshof“ hat am Wochenende zahlreiche Besucher nach Furpach gelockt. Eine Wiederholung des Kunsthandwerkermarktes an den Ufern des Weihers ist geplant.

"Ach, da geh ich ja irre." Besucherin Jana Reiß ist ganz aus dem Häuschen, als ihr Blick auf ein halbes Dutzend Jagdtrophäen fällt. Wobei es sich bei den samtäugigen Hirschköpfchen nicht wirklich um präparierte Tiere handelt, sondern um Filzarbeiten aus dem Atelier Rosenrot in Dudweiler. "Ja, die suchen alle ein neues Zuhause", lacht Petra Lorenz, die das Atelier zusammen mit drei weiteren Künstlerinnen betreibt.

Ein neues Heim fanden am Sonntag bei der Premiere von "Kunst am Gutshof" eine ganze Menge schöner Gegenstände. 21 Künstler, Designer und Kunsthandwerker waren mit ihren Werken am Ufer des Gutsweihers vertreten. Nach einem für manche etwas verpatzten Start - offizieller Beginn war 11 Uhr, aber in der Presse war teilweise von 10 Uhr die Rede, so dass die ersten Besucher noch einige im Aufbau befindliche Stände vorfanden - entwickelte sich der Markt für alle Beteiligten zu einer rundum gelungenen Sache. Oder, wie es die Illinger Schmuck-Designerin Denise Schug-Lattwein auf den Punkt brachte: "Sehr schön, gern wieder."

Woran der idyllische Platz mit Urlaubsatmosphäre keinen geringen Anteil hatte: Viele Besucher nutzten das tolle Wetter, um eine Runde um den Weiher zu spazieren und dann in Ruhe das Angebot in Augenschein zu nehmen, mit den Händlern ins Gespräch zu kommen - und sich ruhig mal verführen zu lassen: wenn nicht von einem der vielen Öl-Porträts von Monika Corona, einem Ikebana-Gesteck von Udo Regitz oder einem der 1000 anderen schönen Dinge, dann vielleicht von einem frisch gebackenen Crêpe und einem guten Glas Wein vom Weingut Karl Petgen aus Nennig. Helmut und Inge Meyer zum Beispiel: "Uns gefällt das Ambiente hier sehr." Viel Lob gab es von dem Homburger Ehepaar und ihren Freunden vom Kohlhof für den 2014er Spätburgunder Rosé. Eine gute Wahl, hatte der Tropfen doch zwei Tage zuvor bei der Jahresauswahlprobe des Moselwein e. V. den ersten Platz belegt.

Preisverdächtig war aber eigentlich fast alles bei diesem Markt: die trotz Schwere des Materials luftig wirkenden Keramik-Körper von Maria Spaniol aus Illingen etwa oder die handgenähten Taschen, die Monika Huy im so genannten Upcycling-Verfahren aus ausgedienten Alttextilien anfertigt, oder auch die originellen Sandsteinfiguren aus der Werkstatt von Albert Jost, darunter Eisbär Knut und "der" angebissene Apfel. Jost, gelernter Maurer und Bauingenieur aus Hüttigweiler, "schält" mit seinen 84 Jahren noch wöchentlich 15 Stunden Figuren aus den Steinen, die bereits "drin stecken" - wie jenes Eichhörnchen, das flink einen Stamm hoch zu rennen scheint.

"So hatten wir uns das vorgestellt", bilanzierten Ivo Sonntag und Philipp Ulbrich in ihrer Doppelfunktion als Veranstalter und "Wirte" am Abend. Wobei die Sache noch ausbaubar sei: "Bei Kunst am Staden hatten wir letztes Jahr 16 und 2015 schon 40 Teilnehmer." So könnte es auch in Furpach laufen, glaubt Sonntag. "Die Fläche ist ja vorhanden." Auch kulinarisch wolle man beim nächsten Mal mit etwas Herzhaftem wie Flammkuchen zulegen. Schritt für Schritt, lautet die Devise. Wenn die beiden Studenten etwas nicht wollen, dann halbherzige Sachen. Die "Kunst am"-Idee stammte übrigens von Sonntags Eltern: "Die haben angefangen, so etwas im Garten zu veranstalten."