1. Saarland
  2. Neunkirchen
  3. Neunkirchen

„Nächstes Mal bitte wieder hier“

„Nächstes Mal bitte wieder hier“

Nach 25 Jahren ist der Neunkircher Weihnachtsmarkt wieder an den Unteren Markt zurückgekehrt. Bei den Besuchern kam das an – Komplimente gab es für den Verkehrsverein Neunkirchen und alle beteiligten Vereine und Organisationen.

"Oh du Fröhliche" klingt es aus jungen und älteren Kehlen über den Unteren Markt. Die Töne oben auf der Bühne, wo Helmut Werz die Sänger der evangelischen Kirchengemeinde dirigiert, mischen sich mit denen der Besucher vor der Bühne. Sogar die Kinder, die unten auf den Stangen der adretten hölzernen Stehtische hocken, trällern mit. 25 Jahre war er fort, der Weihnachtsmarkt. Nun ist er zurück und es ist wie heimkommen. Wen man auch fragte, jeder war des Lobes voll über diesen neuen-alten Standort am Fuße der Christuskirche. "Die Stimmung ist richtig toll", strahlte Glaskünstlerin Britta Schreiber. Kein Vergleich mit dem kommerziellen Weihnachtsmarkt auf dem Stummplatz.

Das Bühnenprogramm passe wunderbar und sogar der Zeitpunkt sei ideal. So kurz vorm Fest "sind die Menschen entspannter" und können sich auf den Weihnachtsmarkt einlassen.

Was sich schon angesichts der frühlingshaften Temperaturen wie ein kleines Wunder ausnahm. Verantwortlich dafür war in erster Linie der Verkehrsverein Neunkirchen als Veranstalter, der auch an Details wie das flächig ausgestreute Stroh gedacht hatte, aber auch die Aussteller. Da gab es handgesiedete Seife - mit Kohle oder, für die Kaffeeseife "Maria Theresia", mit Schlagobers - Pfeffernüsse, zarte Neunkircher Glaswichtel und vieles mehr. Für ein Erinnerungsfoto der ungewöhnlichen Art konnte man vor dem Geschäft Optik Lutz in einer XXL-Schneekugel posieren. Auch als Renner erwiesen sich die ausgestanzten Eisen-Elche und -Engel aus der WZB-Schlosserei. "Ich bin sehr froh, dass jetzt wieder Vereine , hiesige Künstler und soziale Institutionen wie wir zum Zuge kommen", erklärte Silvia Lenz, Leiterin des Arbeitspädagogischen Zentrums. Wem der viel gelobte WZB-Apfelpunsch (basierend auf einem gut durchgezogenem Apfel-Wodka-Ansatz) zu süß war, konnte am Gemeinschaftsstand des Bürgerstammtischs und fünf weiterer Gruppen Bio-Glühwein ordern und ganz nach Gusto selber süßen. Gut nachgefragt waren auch die Rostwürste beim DRK, der Viez und Apfelsaft von hiesigen Streuobstwiesen beim Nabu oder die Grumbeerwaffeln beim Lions Club. Fleißig geschnippelt hatten die Köche der Awo für die Bibbelches Bohnesupp, für Süßschnäbel liefen beim Diakonischen Werk die Waffeleisen heiß.

"Es ist zehnmal besser als vorher, viel gemütlicher", meinte Berthold Bumb aus Wellesweiler. "Hier bleiben die Leute länger." Das Argument mit den fehlenden Parkplätzen könne sie nicht nachvollziehen, sagte Ehefrau Margit. "Wir haben problemlos einen Platz in der Nähe gefunden." Der Markt sei "toll gemacht, wir vermissen nichts". Ein "schönes Flair" bescheinigte auch Petra Pendzialek der Örtlichkeit. "Die Kirche im Hintergrund, die kleinen Büdchen", das passe alles zusammen. "Es ist alles zentriert beieinander", schloss sich Petra Jung an, die "in zwei Minuten zehn Bekannte" getroffen hat. Fast überflüssig zu sagen: "Nächstes Jahr bitte wieder hier."