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Nachschlag für den Zoo war kein Problem

Neunkirchen. Einmütige Unterstützung für den Neunkircher Zoo gab's gestern im Neunkircher Stadtrat. Nicht befassen wollten sich vier von fünf Fraktionen mit dem Amt des Sparkassen-Präsidenten. Gunther Thomas

Rund 700 000 Euro aus der Stadtkasse für den Zuschussbetrieb Zoo im Jahr 2014 reichen nicht aus: Der Betriebskostenzuschuss aus dem städtischen Haushalt muss um weitere 150 000 Euro erhöht werden. Dieser Nachschlag sei nötig, um den Bestand des Zoos zu sichern und ihn zahlungsfähig zu halten, trug Oberbürgermeister Jürgen Fried in der gestrigen Stadtratssitzung vor. Der Rat stimmte der Ausgabe über Plan einstimmig zu. "Der Zoo ist eine unverzichtbare Einrichtung", gab SPD-Fraktionschef Willi Schwender die Meinung aller Fraktionen wieder. CDU-Fraktionschef Karl Albert regte an, beim Zoo-Finanzbedarf im Licht der Spardiskussion künftig vorsichtiger zu kalkulieren.

Nach aktuellen Hochrechnungen, heißt es, fehlen dem Zoo fürs vergangene Jahr 130 000 bis 150 000 Euro. Dieses "Loch" gehe fast ausschließlich darauf zurück, dass die Gäste spärlicher strömten als erhofft. Statt der für 2014 kalkulierten 230 000 Besucher seien nur etwa 200 000 gekommen, was ein Manko an Eintrittsgeldern von 120 000 Euro bedeute. Dass die erhoffte Besucherzahl verfehlt worden sei, sei auf das bescheidene Wetter im ersten Halbjahr 2014 zurückzuführen sowie auf die Tatsache, dass die neue Attraktion Raubtieranlage mit Verzögerung (Juni statt März) fürs Publikum geöffnet worden sei.

Keine "Präsidenten-Schelte"



Eine Abfuhr erhielt eine Dringlichkeitsresolution der Fraktionsgemeinschaft Grüne/FDP . Darin werden die Landkreise aufgefordert, die derzeit vakante Position des Sparkassen-Präsidenten allenfalls noch ehrenamtlich zu besetzen. "Wir müssen den Mut haben, hier 200 000 Euro im Jahr einzusparen", begründete Siegfried Schmidt (FDP ). Er musste sich allerdings anhören, diese Resolution sei "populistisch" (CDU-Mann Tobias Hans ) und "billiges Streben nach Aufmerksamkeit" (Willi Schwender). Nach Schwenders Auffassung ist der Stadtrat für diese Angelegenheit weder zuständig noch kompetent. Tobias Hans befürchtete, dass damit auch der Sparkasse Neunkirchen geschadet werden könnte. Steven Latterner (Piraten) merkte an, dass ein Amt mit einem derart umfangreichen Aufgabengebiet wie das des Sparkassen-Präsidenten "nicht wegzurationalisieren" sei. So bekam denn die Resolution nur die drei Ja-Stimmen der Antragsteller und die "rote Karte" der großen Mehrheit.