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In Untersuchungshaft: Nach Brand mit Totem in Wiebelskirchen sitzt mutmaßlicher Täter im Knast

In Untersuchungshaft : Nach Brand mit Totem in Wiebelskirchen sitzt mutmaßlicher Täter im Knast

Ein bereits wegen Brandstiftung vorbestrafter Mann (29) gesteht vor Haftrichter die Tat, meldet die Polizei.

Der Vorwurf wiegt schwer: Wegen Mordes in Tateinheit mit Brandstiftung hat die Polizei einen Mann aus der Stadt Neunkirchen festgenommen. Wie Georg Himbert, Pressesprecher beim Saarbrücker Landespolizeipräsidium, auf Anfrage mitteilt, habe der Verdächtige am Mittwoch (25. Juli) vor dem Haftrichter die Tat vom 17. April gestanden. Bei dem Feuer in einem Wiebelskircher Wohn- und Geschäftshaus war ein 38-Jähriger ums Leben gekommen. Vier weitere Bewohner erlitten Rauchvergiftung. 14 Menschen rettete die Feuerwehr während des nächtlichen Flammendramas „unter erheblicher Lebensgefahr“, wie es in einer Mitteilung der Polizei heißt.

Kinderwagen im Treppenhaus angesteckt

Nach Himberts Angaben soll der 29 Jahre alte Mann zugegeben haben, an jenem Tag einen Kinderwagen im hölzernen Treppenhaus angezündet zu haben. Danach breitete sich der Brand übers Treppenhaus aus. Den Toten bargen Retter am nächsten Tag aus seiner Dachgeschosswohnung. In dem Gebäude hatte die Stadt Neunkirchen nach Polizeiauskunft auch Flüchtlinge untergebracht. Nach der Tragödie setzte die Polizei 15 000 Euro Belohnung aus, um Hinweise zu bekommen und somit den Täter zu schnappen.

Erst zwei Männer unter Verdacht

Zuerst richtete sich der Verdacht auch gegen einen 19 Jahre alten Mann, der sich wie der nun in Untersuchungshaft sitzende zur Tatzeit nahe des Brandorts aufgehalten haben sollen. Dann aber verdichtete sich am Dienstag nur gegen den Älteren der beiden der Verdacht.

Wollte Feuerwehrmann werden

Er ist nach SZ-Informationen einschlägig vorbestraft, soll bereits wegen einer Brandstiftung in Neunkirchen verurteilt worden sein. Einige Jahre zuvor habe er sich nach Angaben aus Feuerwehrkreisen für eine Mitgliedschaft bei der freiwilligen Feuerwehr interessiert. Seine Aufnahme sollen Verantwortliche aber mit Blick auf mangelnde Eignung abgelehnt haben.

Warum der 29-Jährige das Feuer legte, dazu machten die Ermittler keine Angaben.