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Münchwieser grüßen von oben herab: Sie sind dem Himmel nah

Münchwieser grüßen von oben herab: Sie sind dem Himmel nah

Neunkirchen-Münchwies. Sehr treffend hat der leider früh gestorbene Ur-Münchwieser Landes- und Kommunalpolitiker Peter Hans Münchwies charakterisiert: "Der Ort liegt zwischen allen Bereichen. Der Münchwieser fühlt sich daher zu niemandem hingezogen, weder zu Bexbach, noch zu Neunkirchen, noch nach Ottweiler. Er ist Individualist

Neunkirchen-Münchwies. Sehr treffend hat der leider früh gestorbene Ur-Münchwieser Landes- und Kommunalpolitiker Peter Hans Münchwies charakterisiert: "Der Ort liegt zwischen allen Bereichen. Der Münchwieser fühlt sich daher zu niemandem hingezogen, weder zu Bexbach, noch zu Neunkirchen, noch nach Ottweiler. Er ist Individualist. Da leben wir oben auf dem Berg, für uns in singulärer Lage, kein Wunder, dass wir unsere Naupen haben und dennoch liebenswert sind." Die 25-jährige Sybille Hans, Jugendfeuerwehrwartin im Löschzug Münchwies, kann sich nicht vorstellen, wie sie fest versichert, "zurzeit aus Münchwies wegzuziehen". "Man weiß ja nie was heutzutage kommt, doch vorerst möchte ich hier bleiben, hier ist Heimat, hier leben meine Freunde und Freundinnen, hier kennt jeder jeden".Wer das hört, der bekommt bereits einen Begriff von den "Münchwiesern", die sozusagen "von oben herab" grüßen, wenn man ankommt. Denn sie sind dem Himmel nah. Deshalb wurde in der SZ der von einem Dorf im Schwarzwald ausgeliehene Begriff "Dorf am Himmel" für Münchwies populär gemacht. Münchwies, das ist der Wächter der Täler, der weit ins Land schaut. Die rund 1300 Münchwieser haben in der Tat einen weiten Horizont. Sie können nicht engstirnig sein, weil sie weit hinaus blicken können. Wie eine Trutzburg gegen menschliche Schwächen liegt die Klinik noch über dem Dorf, die Reha-Klinik. Sauber und gepflegt sind die Häuser und Straßen des Ortes, von dem der Historiker Richard Hilger im Stadtbuch schreibt, dass der am Westhang des Höcherberges gelegene Ort urkundlich 1303 erstmals erwähnt wurde. Auch hier wurden unter Ludwig XIV. "Auswärtige" angesiedelt. In der Geschichte von Münchwies spielen das Bayerische und das Preußische eine Rolle, hier war oft Grenzgebiet. Skeptisch und frommUnd einmal, so wurde auch in Münchwies behauptet, soll die Muttergottes samt dem Teufel erschienen sein. Das war ein Jahr nach den so genannten Erscheinungen in Marpingen 1877. Doch die Münchwieser waren skeptisch und blieben es, obwohl oder weil sie ein recht frommes Volk sind. gm