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Mobiler Gerichtshof zieht durch die Stadt

Mobiler Gerichtshof zieht durch die Stadt

Neunkirchen. Schon im Mittelalter wurden Freveltäter vor ein närrisches Gericht zitiert, eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Neue Wege zur Verhaftung und Verurteilung von "üblen Straftätern", die gegen karnevalistische Sitten verstoßen haben, ging dieses Jahr der Karnevalsverein Neinkerjer Plätsch

Neunkirchen. Schon im Mittelalter wurden Freveltäter vor ein närrisches Gericht zitiert, eine Tradition, die sich bis heute gehalten hat. Neue Wege zur Verhaftung und Verurteilung von "üblen Straftätern", die gegen karnevalistische Sitten verstoßen haben, ging dieses Jahr der Karnevalsverein Neinkerjer Plätsch. Erstmals reiste man Delinquenten - unter ihnen Neunkirchens Ortsvorsteher Volker Fröhlich und Pastor Michael Wilhelm - mittels eines mobilen Gerichtshofes entgegen. Mit einem Bus der NVG, voll gepackt mit Gardemädchen, Vereinsaktiven, den Neinkerjer Deiwel Schalis, die für beste musikalische Stimmung sorgten, und natürlich Staatsanwalt, Richter und Verteidiger ging es vom Mantes-la-Ville-Platz bis zur Keksdose am Saarpark-Center. "Wir haben natürlich Neunkircher Prominenz, aus Politik und Wirtschaft, angeschrieben und mittels Vorladung zu ihren jeweiligen Verhaftungsorten bestellt", erklärte Plätsch-Präsident Hermann Frick. "So sparen sie die langen Wege zu einem festen Gerichtsgebäude und können diese zeitliche Ersparung durch höhere Verhaftungsstrafen ausgleichen." Klar, dass vor einem närrischen Gericht, ob mobil oder in einem festen Gerichtsgebäude, kein mildes Urteil zu erwarten war. Selbst der eigene Verteidiger ließ keine Gnade erkennen und goss Öl ins Urteils-Feuer. So konnte man auch keinen Freispruch erwarten, sondern ausschließlich närrische Verurteilungen zu Haftstrafen bei Wasser und Brot. Alternativ konnte man diese natürlich auch abgelten, denn auch vor einem Narrengericht zählt "Nur Bares ist Wahres". An der Keksdose in der Stadtmitte gesellte sich dann auch das Neunkircher Prinzenpaar, seine Tollität Prinz Andy I. und ihre Lieblichkeit Prinzessin Susanne I., zum mobilen Gerichtshof. "Eine tolle Sache" empfand Prinz Andy. So sah dies auch Plätsch-Präsident Hermann Frick.

"Das Ganze hat Spaß gemacht und auch bei unseren Verurteilten kam das Gericht bestens an. Sicherlich wurden noch nicht alle Erwartungen erfüllt, aber wir sind mit der Premiere eines mobilen Fasend-Gerichtes insgesamt sehr zufrieden." So kann sich die Neunkircher Prominenz schon auf ihre mobilen Verhaftungen in der nächsten Session gefasst machen.