Bundesjugendhilfe-Musikprojekt: Mit kurzer Probe zum optimalen Sound

Bundesjugendhilfe-Musikprojekt : Mit kurzer Probe zum optimalen Sound

Projekt der Jugendhilfe hat am Mittwochabend in der Neunkircher Gebläsehalle viele junge Leute auf die Bühne gebracht.

Was haben die Band „Glasperlenspiel“ aus Stockach, der Sänger Joris aus Mannheim und die gerade mal sechs Jahre alte Mia aus Siegburg gemeinsam? Sie alle standen in der Neunkircher Gebläsehalle auf der großen Bühne und haben das Publikum zum Toben gebracht. Doch, während die Band und der Sänger bereits eine Menge Bühnenerfahrung haben, so war der große Auftritt am Mittwochabend für die kleine Mia mit ihrer Trommel eine absolut gelungene Premiere. So wie für die allermeisten Akteure, die sich im Rahmen des Konzerts des BJH (Bundesjugendhilfe) Musikprojekts, nach nur drei Probetagen auf die Bretter, die die Welt bedeuten, trauten. Belohnt wurden alle sechs Gruppen mit tosendem Beifall.

Den gab es auch von Agnes Schaadt-Lentes, Schulleiterin der Pallotti-Schule in Neunkirchen. Zum einen für ihre Band, „die mich immer wieder aufs Neue überrascht“, zum anderen aber auch für die Akteure des Fördervereins. „Er hat es ermöglicht, dass ihr heute auf einer so tollen Bühne steht“, sagte sie. Die musikalische Eröffnung des Konzertes lag in den Händen der Hip-Hop-Gruppe. Auch sie hatten sich am Montag zusammengefunden und gerade mal zwei Tage lang Zeit, Texte zu schreiben und ein Stück einzustudieren. Mit Drehmoment hatte die Gruppe einen prominenten, saarländischen Referenten. Mit ihrem Song „F-A-M-I-L-I-E“ beeindruckten die Jungs und Mädels die vielen Gäste in der Halle. Die Zuhörerinnen und Zuhörer hatten schnell den Refrain drauf. „Es ist einfach klasse, was Musik bewirken kann. Deutschlehrer berichten von Schülern, die keine zwei Sätze zusammenbekommen. Hier werden solche Schüler zu wahren Textschreibern“, schwärmte Drehmoment alias Markus Trennheuser.

Nicht zu unterschätzen, sagte er, sei auch die ganz eigene Gruppendynamik, die sich in Musikprojekten wie diesem entwickeln kann. „Plötzlich stehen Schüler, die sonst eher gemobbt werden, im Mittelpunkt und ihre Leistung wird anerkannt“, weiß er aus Erfahrung. „Wenn wir sonst viel Streit schlichten müssen, so verhalten sich die Jugendlichen bei unseren Musikprojekten sehr respektvoll und begegnen sich mit gegenseitiger Wertschätzung“, ergänzte Bernd Keffer.

Der gebürtige Saarländer hatte in Neunkirchen die künstlerische Leitung übernommen und behielt am Mittwochabend trotz fehlender Soundchecks und Generalproben die Nerven. „Hier ist alles, was auf die Bühne kommt, absolut live“, sagte er ganz ruhig.

Bereits seit 29 Jahren, erklärte Keffer, gibt es das Musikprojekt der Jugendhilfe, damals als Big Band in der Jugendhilfe begonnen, schon. In diesem Jahr gastierte man in der Hüttenstadt. Mit 16 Teilnehmergruppen waren die Workshops im Robinsondorf, in der Edith-Stein-Schule und im Pallotti-Haus sehr gut besucht. Vor allem die Schülerinnen und Schüler der saarländischen Sozialpflegeschulen, betonte er, haben die Veranstalter sehr unterstützt. Die Teilnehmer an den Workshops und dem Konzert kamen aus dem Saarland, aber auch bundesweit gab es Kinder und Jugendliche, die an dem Musikprojekt teilgenommen haben. So wie die kleine Mia, die nach ihrem Konzert gleich noch Moderation Biggi ein kurzes Interview gab.

Mit Musik von den Lochis, den Toten Hosen, Namika und Co. hatten die Referenten auf viele Ohrwürmer gesetzt, das Publikum sang und klatschte begeistert mit und ließ das Konzert in dieser Location zu einem außergewöhnlichen und unvergesslichen Erlebnis für alle Teilnehmer, aber auch die Macher hinter der Bühne, werden.

www.bjh-musikprojekt.de

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