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Mit buntem Mix gegen Rassismus

Neunkirchen. Mit einem Konzert haben die Schüler der Ganztags-Gemeinschaftsschule Neunkirchen ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit gesetzt. Sie spielten eine bunte Mischung aus Klassik, Rock, Punk und Rap. Anika Meyer

. "Alle meine Freunde sind Ausländer", sagt die 16-jährige Lara Weimer. Sie denkt nochmal kurz nach. "Ja, wirklich alle." Probleme wegen unterschiedlicher kultureller Prägung habe man nie. Wenn es mal Differenzen gebe, dann wegen anderer Dinge. An der Ganztags-Gemeinschaftsschule in der Neunkircher Haspelstraße leben und arbeiten Schüler aus 26 Herkunftsländern friedlich zusammen. Man kennt es gar nicht anders, Vorurteile und Intoleranz stoßen hier auf Unverständnis. Deshalb rockte man am Donnerstagabend mit einem Konzert gegen Rassismus ordentlich die Aula.

Die AG "Schule ohne Rassismus , Schule mit Courage", unterstützt von ein paar weiteren Schülern, hatte den Abend organisiert. Und zwar nahezu alleine, wie der Schulsozialarbeiter und AG-Leiter Peter Balnis betonte. Er habe lediglich im Hintergrund alles im Blick behalten. So hatte Lara Weimer dabei geholfen, die Bands zu engagieren und war nun als Moderatorin im Einsatz. Andere Schüler verkauften Getränke und Brezeln, zwei Jungs gaben den Sicherheitsdienst und ein paar Mädchen saßen an der Abendkasse. Sie haben die Eintrittskarten und anderes Material künstlerisch gestaltet. "Es macht Spaß, anderen zu zeigen, dass Rassismus keinen Sinn macht. Und Musik ist da ein gutes Mittel", erklärten Tabea Bernard und Denise Klasen, beide 15 Jahre alt.

In der abgedunkelten Aula sorgten schuleigene sowie Gast-Interpreten für die Beschallung. Dabei waren: die Percussion AG, die Schulbands, der Chor, Nadine Schmidt, Enes und Eddi und Nina Müller, die eine schöne Klavierdarbietung gab. Kaum zu glauben, dass die 14-Jährige, wie die Moderatorin erklärte, weder Noten lesen kann noch jemals Unterricht hatte. Außerdem waren die Royal Jugglers und Blingpoint dabei. Alles zusammen ergab eine bunte Mischung von klassischer Musik über Rock und Punk bis zu Rap . "Eine Schule - Viele Töne" eben. Das Motto des Abends war bewusst gewählt. "Wir sind eine vielfältig klingende Schule mit vielen Sprachen", so Balnis.

Lümmelten sich die Zuschauer anfangs noch auf den Stühlen entlang der Aula-Wände, so bildete sich bald ein Grüppchen vor der Bühne und das wurde zusehends größer und lockerer. Damit auch ehemalige Schüler mitfeiern konnten, hatte man das Konzert - anders als die Konzerte in den beiden Vorjahren - erstmals am Abend veranstaltet. Schulleiter Clemens Wilhelm sah sich das Treiben aus zwei Gründen gerne an: "Erstens ist die Aktion ein tolles Statement, dass wir jede Form von Unterschiedlichkeit als wertvoll erachten und zweitens repräsentiert sie das starke musikalische Profil unserer Schule".