Miriam Cissé aus Neunkirchen ist die neue Miss Saarland.

Smart, intelligent und hübsch : Miss Saarland macht auch Möbel flott

Die Neunkircherin Miriam Cissé ist die neue Miss Saarland. Im Februar tritt sie bei der Wahl zur Miss Germany an.

Mit den gängigen Klischees, die über Miss-Wahlen und deren Teilnehmerinnen kursieren, kommt man bei Miriam Cissé nicht weit. Das geht schon bei der Frage nach den Hobbys los. Shoppen, Kino, Instagram? Weit gefehlt. Sie spiele gerne Tischtennis und Basketball, sagt sie. „Und ich restauriere gerne alte Möbel. Das Talent dazu habe ich von meiner Mutter geerbt“, fügt die 22-Jährige hinzu und zückt ihr Handy, um ein paar Fotos zu zeigen. Etwa das einer Kommode, die sie abgebeizt, abgeschliffen und neu lackiert hat, und die jetzt ihre Wohnung in Köln ziert. Denn dort studiert die frisch gekürte Miss Saarland Germanistik, Linguistik und Phonetik.

Und auch das hat etwas mit einem ihrer Hobbys zu tun. „Ich interessiere mich für Sprachen. Neben Englisch und Französisch spreche ich noch etwas Spanisch, momentan lerne ich Russisch“, erzählt die sympathische Neunkircherin, die 2015 am Steinwald-Gymnasium ihr Abitur gemacht hat.

Die Idee, sich für die Wahl zur Miss Saarland zu bewerben, sei ihr spontan gekommen. Eine Woche vor der Veranstaltung hat sie sich online angemeldet. „Als ich die Zusage erhielt, musste ich mir erst mal ein Kleid und Schuhe kaufen. Hohe Schuhe trage ich privat nämlich nicht“, erzählt sie. In ihrer neuen Garderobe hat sie sich dann der Jury präsentiert, deren Fragen eloquent und mit Humor beantwortet und damit offenbar überzeugt. Auf den Catwalk in Bademode wird mittlerweile bei der Miss-Saarland-Wahl verzichtet. „Man richtet den Fokus mehr auf die Persönlichkeit“, weiß Miriam, die kein schlechtes Wort über ihre Konkurrentinnen verliert. „Natürlich will jeder gewinnen, der da mitmacht, aber wir haben uns alle verstanden. Die Stimmung war wirklich gut“, erzählt sie. Dass man ihr am Ende Krone und Schärpe überreichen würde, habe sie zwar gehofft, jedoch nicht unbedingt erwartet. Aber wie an alles, ist sie auch an die Miss-Wahl mit Spaß und Ehrgeiz ran gegangen, und auf eben diese Art lässt sie auch die kommenden Wochen auf sich zukommen.

Ab Anfang Februar dreht sich alles um die Wahl zur Miss Germany. Zunächst reist Miriam in den Europa-Park nach Rust, wo es „eine Art Knigge-Schulung gibt“. Dann geht es für eine Woche nach Fuerteventura. Dort stehen dann Foto-Shootings auf dem Programm, bevor, zurück in Rust, die eigentliche Veranstaltung vorbereitet wird. „Das ist eine Riesen-Show mit starker Konkurrenz. Aber ich freue mich einfach auf eine aufregende Zeit und werde alles dafür tun, das Saarland gut zu repräsentieren. Wäre schön, wenn es am Ende klappen würde“, sagt Miriam, deren Mutter aus Deutschland und der Vater aus dem Senegal kommt.

Miriam mit Krone und Schärpe, wie es sich gehört. Foto: BeckerBredel

Dass es nach ihrer Wahl in sozialen Netzwerken auch negative, zum Teil sogar rassistische Kommentare gab, berührt sie nicht weiter. „Damit habe ich gerechnet, aber ich lese das nicht. Wozu auch? Ich habe so viel positives Feedback bekommen, das Negative lasse ich nicht an mich ran“, erklärt sie und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Wäre ich blond, gäbe es zwar keine rassistischen, aber dafür andere Anfeindungen.“

Und was erhofft sie sich für die kommenden Monaten? Sie lasse alles auf sich zukommen, sagt sie. Zwar verfüge sie mit 1,74 Metern über Model-Größe, „aber als Laufsteg-Model sehe ich mich eher nicht“. Sollten allerdings Angebote kommen, würde sie sich schon freuen.

Jetzt freut sie sich aber erst einmal auf Fuerteventura und die Miss-Deutschland-Wahl. Bei der werden dann nicht nur ihr Freund und ihre Mutter im Publikum sitzen, wie bei der Miss-Saarland-Wahl, sondern auch ihr Vater und ihr Bruder. „Die waren sauer, weil ich ihnen von der Miss-Saarland-Wahl vorher nichts erzählt habe“, sagt Miriam.

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